Bonsai-Dünger - Zusammensetzung und Anwendung

Bonsai benötigen über das Jahr hinweg verschiedene DüngerBonsai ist die hohe Kunst, große Bäume klein zu halten und in Würde wachsen und altern zu lassen. Die Pflege von Bonsaibäumen ist zeitaufwändig und erfordert etwas Geschick und viel Wissen, und selbstverständlich benötigen die kleinen Bäume auch spezielle Nährstoffe, um optimal wachsen zu können. Bonsai-Dünger ist nicht anders als anderer Dünger in der Zusammensetzung, wird aber anders eingesetzt.

Verschiedene Dünger für verschiedene Jahreszeiten

Generell können Bäume die benötigten Nährstoffe aus dem Boden ziehen. In

der Natur weiten sie zu diesem Zweck ihr Wurzelnetz aus, wachsen mehr in die Tiefe, weiter in die Breite, gehen Lebensgemeinschaften mit anderen Organismen im Boden ein. Das ist eine Wissenschaft für sich, und die genauen Zusammenhänge zwischen Bäumen in einem Wald, dem Pilz- und Tierbestand sind noch lange nicht erforscht. Wichtig zu wissen für Bonsailiebhaber ist, dass der Bonsai nicht einfach mal so sein Wurzelnetz erweitern kann, um auf Nährstoffsuche zu gehen, denn der Wurzelballen wird bewusst klein gehalten, um das Wachstum des Baumes zu hemmen. Im Freiland wie auch im Zimmer muss der Bonsai also seine Nährstoffe über die Düngung erhalten, und zwar in der Zusammensetzung abhängig von der Wachstumsphase. Bäume wachsen nicht das ganze Jahr über gleichmäßig, sondern machen grob vier Phasen durch, die sich nach den Jahreszeiten richten.

Dementsprechend sollte der Dünger je nach Jahreszeit anders zusammengesetzt sein, um die Bedürfnisse des Baumes optimal zu decken. Im Frühjahr wacht der Baum aus dem Winterschlaf auf, braucht Kraft für das Wachstum, für die Ausbildung der Blätter und Blüten. Im Sommer kommt die Ausbildung von Früchten dazu, Äste werden gebildet, und im Herbst härtet das neue Holz aus, der Baum zieht sich in sein Innerstes zurück und konzentriert sich auf die Winterruhe. Generell können Bonsai im Haus auch im Winter gedüngt werden, wenn die Bäume ganzjährig im geheizten Zimmer stehen, fallen die einzelnen Phasen von Wachstum und Ruhe anders aus. Dennoch benötigen sie unterschiedliche Dünger.

Zusammensetzung des Düngers

Dünger für Bonsaibäume ist in der Zusammensetzung nicht so verschieden von anderem Dünger. Generell sollten Stickstoff, Phosphat und Kalium darin enthalten sein, abgekürzt als N (Stickstoff), P (Phosphat) und K (Kalium). Bei Bonsaidünger ist das Verhältnis der einzelnen Inhaltsstoffe zueinander auf der Packung angegeben, bei anderen Düngern ist das oft schwer einsehbar und nicht immer verständlich ausgedrückt. Das liegt daran, dass ein Koniferendünger einfach ein Koniferendünger ist und Neben dem Rückschnitt ist das Düngen des Bonsais eine wichtige Pflegemaßnahmeein Obstbaumdünger schlicht ein Obstbaumdünger - ganzjährig. Diese Bäume im Freiland brauchen nicht die intensive Pflege, die ein Bonsai verlangt. Händler, die sich auf den Vertrieb von Bonsaibäumen und den damit verbundenen Pflegeprodukten spezialisiert haben, machen in der Regel einheitlich dargestellte und detaillierte Angaben zur Zusammensetzung des Düngers, denn sie wissen um die Problematik.

Die Inhaltsstoffe des Düngers sind, und das gilt für jede Art von Düngemittel für Pflanzen, mit der Abkürzung NPK angegeben. Nun sollten Bonsais im Frühjahr einen Dünger erhalten, der mehr Natrium, aber weniger Phosphat und weniger Kalium enthält. Wenn das Verhältnis der drei Inhaltsstoffe als NPK 12:6:6 angegeben ist, passt das. Andere übliche Angaben sind 2:1:1 und 10:5:5, das Verhältnis

der
Inhaltsstoffe zueinander ist hier dasselbe. Im Sommer erhalten Bonsai idealerweise einen Dünger, der ein ausgewogenes Verhältnis von Nährstoffen aufweist. Das ist bei der Angabe NPK 5:5:5 ebenso der Fall wie bei 1:1:1 und 10:10:10. Im Herbst, wenn sich der Bonsai auf die Ruhe im Winter und weniger Wachstum vorbereitet, ist ein etwas anders gewichteter Dünger sinnvoll, das Verhältnis sollte nun 3:10:10 betragen beziehungsweise 6:20:20. Ein Dünger mit dieser geringen Menge an Natrium bei entsprechend höherem Anteil an Phosphat und Kalium hilft dem Bonsai, für den Winter hartes Holz auszubilden. Übrigens kann man einen Bonsai auch über den gewählten Dünger zum Blühen animieren: Ein Verhältnis von NPK 6:6:12 (ebenso 1:1:2 und 5:5:10) ist sehr gut geeignet. Der hohe Kaliumanteil regt auch ältere Bäume noch zum Blühen an, allerdings sollte da der Anteil an Natrium noch niedriger ausfallen.

Manchmal darf gar nicht gedüngt werden

Auch wenn manche Gartenberater/-innen das anders sehen: Es gibt Situationen, in denen man einen Bonsai einfach nicht düngen sollte. Dem Baum tut Ruhe gut, wenn er beispielsweise umgetopft wurde und sich an sein neues Umfeld gewöhnen muss. Etwa einen Monat lang sollte in diesem Fall nicht gedüngt werden. Bei Krankheit gilt das auch - ein kranker Baum muss gesund werden und kann das am besten, wenn er keine zusätzliche Nährstoffmischung verdauen muss. Normales Wachstum, Blütenbildung oder Holzhärtung vor dem Winter sind im Falle einer Krankheit für den Baum ohnehin zweitrangig, die Natur heilt erst, bevor diese natürlichen Wachstumsphasen vollzogen werden.

Fester Dünger ist genauso gut wie flüssiger Dünger

Es ist dem Bonsai völlig egal, ob er festen oder flüssigen Dünger erhält. Wichtig ist, dass der Dünger da bleibt, wo er hingepackt wird (bei festem Dünger sollte also immer ein Körbchen verwendet werden), und dass die Menge stimmt. Die ist vom Hersteller auf der Packung angegeben und sollte eingehalten werden. Überdüngung schadet den Bäumen, statt zu nützen. Reife Bonsai, die nicht mehr viel wachsen sollen, dürfen übrigens durchaus weniger Dünger erhalten - immerhin regt der Dünger das Wachstum an, was Unsinn ist, wenn der Baum nicht wachsen soll. Ansonsten gilt, dass jede Baumart so ihre Eigenheiten hat und sich in der Pflege leicht unterscheidet (auch hinsichtlich des Düngerbedarfs). Hilfe gibt neben der Herstelleranweisung auf der Düngemittelpackung jeder Bonsaihändler und -züchter.

Bonsaidünger sollte auch auf das Alter der Pflanze abgestimmt werdenTipps für Schnellleser
  • Bonsaidünger ist aufgebaut wie jeder andere Dünger auch: Natrium, Phosphat und Kalium sollten enthalten sein, meist abgekürzt als NPK.
  • Während die Bäume im Freiland nur im Frühjahr bis zum Herbst gedüngt werden, können sie im Zimmer ganzjährig gedüngt werden.
  • Im Frühjahr sollte ein Dünger mit dem Verhältnis NPK 12:6:6 verwendet werden.
  • Im Sommer ist das Verhältnis NPK 10:10:10 angemessen, im Herbst fühlen sich die Bäume mit einem Dünger NPK 3:10:10 wohl.
  • Sollen Bonsai zum Blühen angeregt werden, sollte der Dünger das Verhältnis NPK 6:6:12 haben.
  • Bonsai, die ausgewachsen sind, können etwas weniger Dünger als entsprechend der Herstellerangabe erhalten.
  • Bonsai dürfen niemals überdüngt werden, das schadet ihrer Gesundheit.
  • Nach dem Umtopfen und bei Krankheit sollten Bonsai etwa einen Monat lang nicht gedüngt werden.
Wissenswertes zu Bonsaidünger in Kürze
  • Für Bonsai im Innenbereich wird in der Regel ein humusreicher Bonsaidünger verwendet.
  • Düngen kann man einen Bonsai ganzjährig, wobei Exemplare, die im Innenbereich stehen, ab März bzw. April bis in den Oktober eine normale Düngergabe benötigen.
  • In den Wintermonaten hingegen sollte man die Düngung um die Hälfte reduzieren, weil der Bonsai dann kaum noch wächst.
  • Als Dünger verwenden kann beispielsweise Düngerkugeln aus Japan. Es handelt sich hierbei um einen traditionellen Dünger aus Rapsschrot, Potasche und Fischmehl.
  • Die Wirkungsdauer beträgt hierbei ca. 6 Wochen, wie auch organisch-mineralischer Volldünger, der aber stärker wirkt als die Düngerkugeln.
  • Darüber hinaus gibt es auch noch mineralischen Dauerdünger, der bis zu 8 Monate wirkt.
  • Für Bonsai, der im Außenbereich steht, gibt es auch stickstoffarmen Spezialdünger, der sich durch einen besonders hohen Anteil an pflanzenwichtigen Calcium und Magnesium auszeichnet.
  • Speziell diese Zusammensetzung fördert das Ausreifen von neu gebildetem Pflanzengewebe und dient der besseren Beständigkeit gegen Frost.
  • Bonsais im Außenbereich werden vorwiegend im Spätsommer gedüngt, wenn sie draußen überwintern.