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Was ist eigentlich Guano?
Gartenpflege - Düngen, Dünger, Düngemittel

Was ist eigentlich Guano?

Der Begriff Guano bzw. "Huanu" kommt aus der Inka-Sprache Quechua und bedeutet Dung. Er wurde erstmals für die Exkremente von Seevögeln benutzt, die auf Inseln vor der peruanischen Küste leben. Es gibt auch andere Ausscheidungen von anderen Tierarten, worauf man den Begriff auch anwendet, wie z.B. Fledermaus-Guano oder Robben-Guano.

Image Guano wird als organischer Dünger verwendet, da er stickstoff- und phosphorhaltig ist.
Die Verwendung von Vogelexkrementen als Düngemittel war bereits bei den Arabern bekannt. So wird bereits im 12. Jahrhundert von „Guano-Inseln“ am Persischen Golf ...
berichtet. Aber schon im dritten und fünften Jahrhundert v. Chr. verwendeten die Inkas den Vogeldung. Man glaubt, dass sie schon intensiven Handel und Landwirtschaft mit dem Guano-Dünger betrieben. Der erste schriftliche Bericht über Guano-Inseln stammt von Cieza de Leon aus dem Jahre 1553 und Alexander von Humboldt bracht 1804 von seiner südamerikanischen Forschungsreise sogar Proben von Guano nach Europa mit und ließ sie untersuchen.

Aber erst ab 1840 begann der Import von Guano-Dünger nach Liverpool. Der Abbau des Guanos erfolgte in einer Art und Weise, die eine langfristige Nutzung des wertvollen Düngers garantierte, ja sogar eine ständige Erneuerung der Vorräte sicherstellte. Zur Brutzeit der Vögel war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, die Inseln zu betreten, die auch ständig bewacht wurden. Die gleiche Bestrafung galt für das Töten der Vögel zu irgendeinem Zeitpunkt. Durch diese recht drastischen Maßnahmen wurden die Vogelkolonien über lange Zeit geschützt.

Seit die Auffassung vertreten wurde, dass Pflanzen Stickstoff, Phosphor und Kalisalze brauchen, um gut wachsen zu können, war der Bedarf an Düngemitteln groß. Der peruanische Guano war der erste Handelsdünger. An der peruanischen Küste wurde der Abbau von Unternehmern betrieben, auch zur Brutzeit der Vögel. Die Neubildungsrate des Guanos fiel äußerst gering aus. Die Hauptgründe waren die ständige Belästigung der Vögel durch den Menschen und die dadurch bedingte abnehmende Zahl der Guanays (Kormorane), die im Vergleich zu anderen Vogelarten eine der Hauptproduzenten des Guanos sind.

Einer der wenigen Guanos, die man innerhalb Europas fand und der tatsächlich in den Handel gelangte, kam aus Sardinien. Allerdings stammte er nicht von Vögeln, sondern von Fledermäusen, die in Höhlen und Grotten lebten.   

Neben dem florierenden Guano-Handel entwickelte sich auch eine Art Substitutionswirtschaft. So entstanden Fabriken, die sich erfolgreich mit der Herstellung von "Fisch-Guano" oder auch "Herings-Guano" befassten. So wurden Fische und Fischabfälle gesammelt, in Bassins mit etwas Schwefelsäure behandelt, getrocknet und zu Pulver zermahlen. Sogar "Helgoländer Fisch-Guano" und "Altonaer Algen-Guano" wurden hergestellt. Sogar die Abfälle von Walfischen wurden entsprechend verarbeitet und im Jahr 1873 war der "Walfisch-Guano" im Handel.

von Annett Biermann
 


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