Gartenkalender & Pflanzkalender Januar

Gartenkalender & Pflanzkalender Januar Wiesenkerbel sieht neben anderen Doldengewächsen auch im Januar schön im Garten ausIm Januar liegt der Naturgarten immer noch im Winterschlaf, direkt im Garten selbst ist für den Ökogärtner also nichts zu tun. Allerdings ist der Januar der Monat, in dem durchschnittlich die meisten Frosttage liegen, und der Naturgärtner hat dafür gesorgt, dass dieser Frost seinen Garten wunderbar und beeindruckend aussehen lässt:

Er hat an markanten Stellen einige Dolden zu stehen, im Schatten vielleicht ein paar Exemplare einer "Durchwachsenen Gelbdolde" (Smyrnium

perfoliatum
), die bis 1,5 Meter hoch wird, in normalen, sonnigen Bereichen wahrscheinlich ein paar Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris), die bis zu 2 Meter hohe filigrane Dolden mit weißen Blüten entwickeln, bei der Sorte Raven´s Wing mit markanten satt purpurfarbenen Blättern. Bestimmt hat er auch Platz für einige feinblättrige Silgen (Selinum wallichianum oder Cortia wallichiana) gefunden, für manchen Fachmann die "Königin" unter den Doldenblütlern. So wird sie vermutlich deshalb bezeichnet, weil sie am rund 1 Meter hohen Stängel eine besonders große, weiße Dolde entwickelt, die das ganze Gartenjahr (auch nach der Blüte) hindurch elegant aussieht.

Umrahmt oder ergänzt werden diese Doldengewächse durch dekorativ angeordnete Büschel von Gräsern, ein Lampenputzergras z. B.,  die vor dem Winter zusammengebunden wurden. So bieten sie zahlreichen Kleintieren ein warmes Winterquartier, und wenn die Polster von Schnee oder Frost überzogen werden, ein beeindruckend schönes winterliches Bild. Die Dolden haben ihr gutes Werk für die Tierwelt schon im Sommer verrichtet, es gibt wohl keine Pflanzenfamilie, die so viele Insekten ernährt wie sie. Jetzt im Winter sehen sie einfach nur noch zauberhaft aus, wenn die feinen, grazilen Skelette von Frost und Raureif überzogen werden.

Kreative "Pflanzenverwertung" im Januar: Weihnachtsbaumrecycling

Wenn im Januar der Garten nicht mehr hergibt als einen schönen Anblick, können Sie sich mit Ihren Kindern dennoch mit einer "Pflanze" beschäftigen: Sie könnten Ihren ausgedienten Weihnachtsbaum dieses Jahr nicht einfach entsorgen, sondern ihm im Hobbykeller mit Säge und Feile, Schnitzmesser und Schleifpapier "an die Äste gehen". Diese Recycling-Idee verhilft Ihrem Weihnachtsbaum zu einer neuen Bestimmung, Ihnen
zu neuen Hakenleisten, Fotohaltern, Schmuckbäumchen oder Utensilienständern und Ihren Kindern zu (ersten) Heimwerker-Erfahrungen und viel Spaß. Wenn ein erfahrener Heimwerker zu Ihrem Haushalt gehört, wird dieser keine Mühe haben, zusammen mit den Kindern viele Recycling-Ideen zu entwickeln, unerfahrenere Bastler finden Ideen und Anleitungen im Internet.

Ausblick in die kommende Gartensaison

Wenn die Kinder langsam ungeduldig werden oder Ihnen selbst das nächste Gartenjahr noch viel zu weit entfernt scheint, könnten Sie zum Trost im Januar schon einmal mit der Aussaat beginnen: Paprikasamen können sehr gut jetzt schon in ihre Aussaatschalen gegeben werden, es dauert ohnehin über einen Monat, bis die ersten Spitzen aus der Erde schauen. Diese Paprika kommen dann im Garten genau zu der Zeit zur Reife, wenn es bei uns am wärmsten ist, und von dieser Wärme können die südlichen Gäste wirklich jedes einzelne Grad gebrauchen. Es könnte sein, dass Sie Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Samen bekommen, im Handel geht das Geschäft mit der Saat eigentlich erst später los.

Pflanzenzwiebeln und Gemüsesamen können im Januar bei gutem Wetter ausgebracht werdenSie

können jedoch Bio-Paprikasamen verwenden, die bereits im Januar bestellt werden können, z. B. bei der Bioland Hof Jeebel Biogartenversand OHG aus 29410 Salzwedel OT Jeebel unter www.biogartenversand.de oder bei der ARCHE NOAH. Das ist ein Verein mit Hauptsitz im österreichischen 3553 Schiltern, der sich für die Vielfalt der Kulturpflanzen einsetzt und gefährdete Kulturpflanzen retten will, unter www.arche-noah.at erfahren Sie mehr über die europaweiten Aktivitäten und können Samen fast vergessener Paprikasorten bestellen.

Praktische Tipps für den Monat Januar
  • Gefrorene, nasse oder verschneite Rasenfläche betreten: Verharschten Schnee auflockern, um die Atmung der Gräser zu gewährleisten.
  • Bäume und Sträucher, Koniferen und immergrüne Sträucher von der Schneelast befreien. Auslichten der sommerlichen Ziergehölze bei milder Witterung: Deutzie, Fingerkraut, Pfeifenstrauch, Sommerflieder.
  • Untersuchung der Überwinterungspflanzen im Keller auf Fäulnis und Trockenheit. Kübelpflanzen gelegentlich gießen. Bei frostempfindlichen Stauden ab und an kontrollieren.
  • Im Herbst den umgegrabenen Boden bei einjährigen Pflanzen mit dem Kultivator leicht bearbeiten. Bei günstigem Wetter umgraben und gegebenenfalls das Einarbeiten von gut zersetztem organischem Dünger nachholen.

  • Gelagerte, schimmlige Dahlienknollen ausputzen bzw. aussondern. Lilienzwiebeln im Haus oder unter Glas in Töpfe einsetzen, um die Blüte zu verfrühen.
  • Baumschutz gegen Wildverbiss anlegen. Baumbindungen und Pfähle eventuell erneuern - Obstbaumschnitt fortsetzen. Von Obstbaumkrebs und Monilia befallene Äste ausschneiden.
  • Mit der Aussaat der weniger wärmebedürftigen Gemüsesorten (zum Beispiel Blumenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat) beginnen. Lüftung der Schutzdecke auf überwinterndem Gemüse bei mildem Wetter.
  • Küchenkräuter, Gartenkresse in Schalen aussäen und am Fenster aufstellen.