Feigenbaum schneiden - Zeitpunkt und Anleitung

Ein Feigenbaum kann zweimal im Jahr reife Früchte hervorbringenEr verleiht dem Garten einen urigen Charakter und liefert gleich zwei Mal pro Jahr köstliche Früchte. Damit das über viele Jahre so bleibt, erhält der Feigenbaum alljährlich einen Rückschnitt. Diese Maßnahme dient der Wiederherstellung seiner Struktur, beugt einer Vergreisung vor und generiert neues Holz für einen reichen Fruchtbehang. Wie Sie einen Feigenbaum fachgerecht schneiden, finden Sie hier heraus. Eine praxisnahe Anleitung weist den Weg und gibt Tipps zum perfekten Zeitpunkt.

Der richtige Zeitpunkt


/>Da der Feigenbaum gleich zwei Mal pro Saison Früchte trägt, will der Termin für den Rückschnitt mit Bedacht gewählt sein. Am zweijährigen Holz gedeihen die ersten Feigen für eine Ernte im August, während das einjährige Holz im Oktober nochmals zum Pflücken der Früchte einlädt. Somit schließt sich ein Form- und Erhaltungsschnitt während des Sommers aus, um sich nicht der zweiten Ernte zu berauben. Diese Vorgabe gilt unabhängig davon, ob Sie den Feigenbaum im Beet oder Kübel kultivieren.
  • einen Ficus grundsätzlich im zeitigen Frühjahr schneiden vor dem frischen Austrieb
  • ideal sind die Monate März und April
  • am gewählten Tag herrscht eine frostfreie, bedeckte Witterung
Alternativ wählen Sie einen Zeitpunkt während des Winters an einem frostfreien Tag. In diesem Fall verzichten Sie hingegen auf den Vorteil des späteren Termins im Frühjahr, an dem sich alle eventuellen Erfrierungen eindeutig offenbaren. Tipp: In einem strengen Winter übernimmt Mutter Natur den 'Rückschnitt'. Herrschen über längere Zeit Temperaturen von -15 °C und kälter, friert ein Feigenbaum ganz von alleine zurück bis ins frostresistente Holz. Zu erkennen ist dieser Umstand am Fehlen grüner Triebspitzen.

Anleitung zum Schneiden

Ein fachgerechter Schnitt am Feigenbaum gliedert sich auf in zwei Stufen. Der Grobschnitt sorgt im ersten Schritt für klare Verhältnisse, während der Feinschnitt überwiegend auf das einjährige Holz fokussiert mit dem Ziel, eine weitere Verzweigung und das Wachstum frischer Triebe zu animieren. So gehen Sie dabei vor:

Grobschnitt
  1. Die Feige kann als Baum, Busch oder Hochstamm kultiviert werdenAlle Haupttriebe bodennah abschneiden, die den Zugang zum Baum behindern.
  2. Die sechs kräftigsten Haupttriebe auswählen, die im ausreichenden Abstand zueinander gedeihen.
  3. Diese auf die gewünschte Höhe einkürzen um ein Drittel oder die Hälfte.
  4. Bodentriebe entfernen, die im belaubten Zustand einander beschatten werden oder sich reiben.
  5. Von zwei aufwärts gerichteten Konkurrenzästen einen kappen.
Äste, die nicht bodennah geschnitten werden, kürzen Sie ein bis knapp über einer nach außen gerichteten Knospe oder einer Gabelung. Hieraus werden neue Verzweigungen sprießen, die im nächsten und übernächsten Jahr fruchten. Im Anschluss an den Grobschnitt treten Sie einige Schritte zurück und betrachten das Zwischenergebnis. Es sollte jetzt die erwünschte Struktur des Feigenbaums klar zu erkennen sein. Alles Totholz ist ausgelichtet, sodass Sonne und Luft an alle Bereiche des Gehölzes gelangen. Sämtlichen tragenden Zweige stehen in einer ausreichenden Entfernung zueinander. Obstholz, das zu dicht gedeiht, erreicht keine adäquate Stärke, um den Fruchtbehang zu tragen. Dieser Umstand erhöht die Bruchgefahr deutlich. Ein Abstand von 10 cm sollte demnach nicht wesentlich unterschritten werden. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, steht der Feinschnitt auf dem Programm.

Feinschnitt
  1. Die noch grünen Triebspitzen am einjährigen Holz um maximal die Hälfte schneiden.
  2. Nach innen gerichtete Äste vollständig kappen.
  3. Sichtlich kümmerliche und kranke Triebe abschneiden.
  4. Sich kreuzende oder miteinander verschlungene

    Zweige wegschneiden.
  5. Wasserschosser im Wurzelbereich ausreißen.
Sofern im Rahmen des Grobschnitts ein Haupttrieb zu beseitigen war, verbleibt der kräftigste Wurzelschössling am Feigenbaum. Hieraus wird sich innerhalb kurzer Zeit ein neuer Leitast entwickeln. Es wird empfohlen, die Wasserschosser auszureißen, weil durch Schneiden nicht restlos alle Teile entfernt werden können. Umso schneller schießt ein unerwünschter Schössling wieder empor. Tipp: Während des Sommers werden alle Geiztriebe, die aus den Verzweigungen sprießen, mit den Fingern ausgezwickt. Spätestens, wenn sich 5-6 Blätter gebildet haben, sollten sie entfernt werden, weil sie unnötige Pflanzenenergie verbrauchen.

Verjüngungsschnitt

Wer einige Jahre versäumt, seinen Feigenbaum zu schneiden, wird mit einem ungleichmäßigen, verkahlenden Gehölz konfrontiert. Eine Rodung kann indes verhindert werden, da der Ficus einen radikalen Verjüngungsschnitt durchaus akzeptiert. Im Spätwinter schneiden Sie den gesamten Strauch bis auf 30 cm Höhe Gut gepflegter Feigenbaum mit reifer Frucht
width="300" />ab. Bis zum nächsten Jahr lassen Sie den Feigenbaum gewähren. Mit etwas Glück kristallisieren sich vier bis sechs Äste heraus, die das Zeug haben zum Leittrieb. Diese schneiden Sie um die Hälfte zurück. Alle anderen Bodentriebe haben ihre Chance vertan und müssen vollständig weichen. In den darauf folgenden Jahren gönnen Sie dem geretteten Feigenbaum in jedem Jahr zum Zeitpunkt des Frühjahrs einen fachgerechten Schnitt nach dieser Anleitung.

Feigenbaum Hochstamm schneiden


Wenngleich ein Ficus überwiegend als Strauch kultiviert wird, favorisieren Hobbygärtner mit eingeschränkter Platzkapazität das Gehölz als Hochstamm. Da der Feigenbaum von Natur aus über ein stabiles Gerüst verfügt, nicht permanent aus der Basis neu austreiben möchte, sondern im oberen Bereich intensiv verzweigt, gilt er als idealer Kandidat für diese elegante Erziehungsvariante. Je jünger der Strauch, desto gutmütiger nimmt er die Hochstamm-Form an. So machen Sie es richtig:
  1. Einen zentralen, kräftigen und gerade wachsenden Ast zum Hauptstamm bestimmen.
  2. In der Anfangsphase mit einem Holzpfahl das senkrechte Wachstum unterstützen.
  3. Die übrigen Basistriebe bodennah kappen.
  4. Entlang des Stamms bis zur gewünschten Kronenhöhe alle Seitenäste abschneiden.
Um die Krone zu formen, wählen Sie 3 Leitäste, die gleichmäßig um den Stamm herum angeordnet sind. Der Winkel beträgt idealerweise 45 Grad. Die Konkurrenztriebe zu den Leitästen schneiden Sie auf Astring zurück. Aus eventuellen Stummeln würden unerwünschte Austriebe aus schlafenden Augen die Kronenbildung torpedieren. Wichtig zu beachten ist, dass die selektierten Leitäste auf gleicher Höhe enden, während der Stamm sie überragt. Auf diese Weise schaffen Sie die angestrebte Saftwaage.

Alljährlicher Pflegeschnitt

Im Anschluss an die erfolgreiche Erziehung eines Feigenbaums zum Hochstamm, unterscheidet sich der alljährliche Rückschnitt im Vergleich zum Strauch nur wenig. Wiederum öffnet sich im März und April das optimale Zeitfenster für diese Pflegemaßnahme. Mehr als 3 Leitäste sind nicht empfehlenswert, die um ein Drittel eingekürzt werden. In welchem Umfang Sie die weitere Verzweigung wünschen, die von den tragenden Ästen ausgeht, unterliegt Ihrer individuellen Entscheidung. Wichtig zu beachten ist, dass im letzten Schritt die Stammverlängerung soweit gestutzt wird, dass sie etwa 20 cm über der Saftwaage endet.

Zu vermeiden ist, dass sich am Feigenbaum Hochstamm im Laufe der Jahre eine ungeklärte Mitte entwickelt. Welcher Trieb die Position der Stammverlängerung einnimmt, sollte auch nach dem Rückschnitt eindeutig definiert sein. Darüber hinaus wirken sich Astquirle ungünstig auf das Wachstum und den Fruchtbehang Bei der Feigenbaum-Pflege sind verschiedene Schnittarten durchzuführenaus. Die 3 Leitäste sollten möglichst nicht auf gleicher Höhe vom Stamm verzweigen. Günstiger ist eine versetzte Leitaststreuung. Tipp: Eine unkrautfreie Baumscheibe unterstützt die Vitalität des Feigenbaums wirksam. Im Rahmen des Rückschnitts und wiederholt während der Vegetationsphase richtet der umsichtige Hobbygärtner auf diesen Aspekt ebenfalls ein Augenmerk.

Fazit der Redaktion

Damit ein Feigenbaum über viele Jahre gesund und vital gedeiht, profitiert er von einem jährlichen Rückschnitt. Wenngleich das Gehölz während des ganzen Jahres geschnitten werden kann, gilt als optimaler Zeitpunkt das zeitige Frühjahr im März und April. Dieser Termin bietet den Vorteil, dass die zweimalige Ernte nicht beeinträchtigt wird. Darüber hinaus ist in dieser Zeit klar zu erkennen, welche Pflanzenteile Erfrierungen erlitten. Wenn Sie Ihren Feigenbaum nach dieser Anleitung schneiden, sorgen Sie nachhaltig für klare Verhältnisse im Gehölz, schaffen die gewünschte Struktur und generieren neues Holz für einen wiederholten Ernteertrag.

Wissenswertes zum Feigenbaum in Kürze

Pflege
  • Feigen werden bei uns im mitteleuropäischen Klima meist im Kübel kultiviert.
  • In einigen Gegenden kann man aber den Versuch wagen, besonders widerstandsfähige Sorten auszupflanzen.
  • Mit Winterschutz überstehen die Feigen auch den Winter, zumindest normale Winter.
  • Feigen können als Buschbäume oder Fächerspaliere gezogen werden.
Besonders ein Spalier an einer warmen Hauswand hat Vorteile: Die Abwärme des Hauses sorgt dafür, dass die Feigen besser wachsen und den Winter gut überstehen. Aufgebaut wird das Feigenspalier wie ein normales Obstspalier. Allerdings wirkt die Form meist nicht so regelmäßig. Zwischen den Armen bleibt mehr Platz.

Feige als Buschbaum
  • Ein Feigenbaum muss normalerweise nicht geschnitten werden.
  • Es reicht, ihn gelegentlich auszulichten!
  • Altes Fruchtholz und krankes Holz herausschneiden.
  • Der Rückschnitt des Feigenbaums erfolgt möglichst im zeitigen FrühjahrIst der Baum zu groß geworden, kann ein Feigenbaum problemlos geschnitten werden.
  • Er verträgt normalerweise auch einen Radikalschnitt.
  • Rückschnitt am besten im zeitigen Frühjahr, also im Februar oder März.
  • Damit die Ernte nicht ausfällt, nicht das zweijährige Holz wegschneiden. Daran erscheinen die meisten Früchte.
Feigenspalier

Das Spalier wird in einer Höhe von 45 cm über dem Boden begonnen. Die einzelnen Drähte sollten einen Abstand von 25 cm haben. Gepflanzt wird im Winter, idealerweise ein zweijähriger Feigenbaum. Man pflanzt diesen etwa 20 cm von der Wand entfernt. Im Frühjahr wird der Haupttrieb gekappt - und zwar über dem Seitentrieb, der den niedrigsten Draht eben überragt. Einen Trieb darunter lassen Sie stehen. Beide werden dann im spitzen Winkel zum Haupttrieb an zwei Stäben festgebunden.
  • Beide Triebe über einer kräftigen Knospe auf ca. 45 cm einkürzen. Alle anderen Triebe entfernen!
  • Im nächsten Sommer je vier kräftige Triebe auf jedem Seitentrieb (jeweils einer pro Seite) auswählen, einer am Ende des Astes, einer an der Unterseite, zwei an der Oberseite. Alle anderen Augen ausbrechen!
  • Die acht Äste an Stäben am Drahtgerüst befestigen und in die gewünschte Richtung leiten!
  • Zwischen den neuen Leitästen Platz lassen! Feigenblätter können groß werden und geben viel Schaten.
  • Im Spätwinter des Folgejahres Leitäste zurückschneiden! Schnitt jeweils über einer Knospe, welche in die gewünschte Wuchsrichtung weist.
  • 60 cm vom Vorjahresholz stehen lassen! Im Sommer wachsen neue Triebe. Unerwünschte Augen ausbrechen!
  • Es dauert in der Regel vier Jahre, bis das Grundspalier aufgebaut ist. Dann muss der Fächer nur noch im Frühjahr und Sommer geschnitten werden.
  • Im Frühjahr wird krankes und beschädigtes Holz entfernt! Der Neuaustrieb wird ein Auge über der Basis eingekürzt.
  • Neue Triebe festbinden! Triebe, die zur Wand wachsen oder von ihr weg entfernen!
  • Alte, verkahlte Äste ein Auge über der Basis entfernen.
  • Im Sommer Neuaustrieb auf fünf Blätter einkürzen.

Tipp: Ein Spalier sollte nicht zu dicht werden, denn alle Früchte müssen gleichermaßen Wärme und Licht bekommen.