Ginster kaufen - Tipps für Eltern: ist er giftig?

Ginster kaufen - Tipps für Eltern: ist er giftig?

Egal ob Sie einen Ginster im Kübel auf die Terrasse stellen möchten oder ihn in den Garten auspflanzen möchten, wenn sich in diesen Bereichen kleinere Kinder aufhalten, sollten Sie wissen, wie giftig die Pflanzen sind. Es gibt mehrere Ginster-Arten, die Frage ist, ob das einen Unterschied macht:

kraeutergarten flDie Ginster-Arten

Der eigentliche Ginster enthält Arten, die aus der Gattung Ginster (Genista) stammen, einer der Gattungen der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Diese

Schmetterlingsblütler bringen einige weitere Gattungen hervor, zu denen weitere Pflanzen mit dem Namen oder Namensanhang Ginster gehören. So gibt es die Gattung Cytisus oder Geißklee, zu der der Besenginster, der Elfenbeinginster und der Vielblütiger Ginster gehören. Weiter die Gattung Ulex mit dem Stechginster, die Gattung Spartium (Pfriemenginster, auch Binsenginster oder Spanischer Ginster) und die Gattung der Calicotome, Dornginster.

Inhaltsstoffe des Ginsters

Alle Arten Ginster sind jedoch giftig, wobei das Gift in allen Pflanzenteilen enthalten ist. Die verschiedenen Ginster-Arten enthalten verschiedene Alkaloide in verschiedener Zusammensetzung und Menge. Der Kanarische Ginster enthält Cytisin und andere Alkaloide, der Besenginster enthält kein Cytisin, sondern die Alkaloide Spartein, Sarothamnin und Genistein im Kraut und im Samen sowie Tyramin und andere Phenethylamine in den Blüten.

Der Deutsche Ginster aus der Gattung Genista enthält wieder Cytisin, ebenso wie der Färber-Ginster, bei dem aber außerdem noch Methylcytisin, Spartein und Anagyrin aus dem Kraut isoliert werden konnten. Für viele Ginster-Arten sind keine genauen Angaben verfügbar, jeder Ginster enthält jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Alkaloide, meist mehrere Arten.

Heilmittel und Droge

Alkaloide sind in Pflanzen enthaltene Stoffwechselverbindungen, die im menschlichen Organismus Wirkungen auslösen und in höheren Dosen meist toxisch sind. In geringerer Konzentration werden sie jedoch häufig vom Menschen bewusst eingesetzt. So wird die gesamte Pflanzengattung Cytisus bereits seit langer Zeit zu psychoaktiven Zwecken genutzt, verschiedene Cytisus-Spezies sind bekannt dafür,
dass sie psychoaktive Substanzen enthalten. Namentlich erwähnt wurden in diesem Zusammenhang der Kanarische Ginster (Cytisus canariensis), der Besenginster (Cytisus scoparius) und der Goldregen (Cytisus laburnum), ebenfalls eine Gattung der Schmetterlingsblütler.

Es wird vermutet, dass der Kanarische Ginster bereits von den kanarischen Ureinwohnern bei ihren Ritualen als Rauschmittel verwendet wurde, als durch den Sklavenhandel etliche Pflanzen von den Kanaren in die Neue Welt überführt wurden, wurde vermutlich auch die Nutzung des Ginsters als Rauschmittel mitgebracht. Während der Weltkriege wurden die Blätter der Cytisus-Pflanzen als Tabakersatz geraucht. Es wird auch berichtet, dass Menschen Schafe beobachtet hatten, die nach Genuss des Cytisus-Krauts auffällige Verhaltensweisen an den Tag legten und daraufhin das berauschende Kraut selber kauten.

Bei uns soll der Ginster zur Herstellung der Hexenbesen verwendet worden sein, tatsächlich stammt der Name Besenginster von der Tradition, aus dem Ginster Besen zu binden. Weiter ist bekannt, dass Cytisus-Blätter und Blüten als Aphrodisiakum eingenommen wurden, Hildegard von Bingen beschrieb den Ginster und seinen Inhaltsstoff Spartein als Heilpflanze. In der traditionellen Medizin werden Blüten des Besenginsters als Blutreinigungsmittel und Diuretikum eingenommen.

Wie giftig ist der Ginster?

Für das Alkaloid Cytisin gibt es genauere Angaben über die Toxizität, auf jeden Fall bei Tieren: Eine Ziege müsste nach

einer Quellenangabe 109 mg pro kg Körpergewicht zu sich nehmen, um am Alkaloid einzugehen. Der Cytisin-Anteil in den verschiedenen Pflanzenteilen des Ginsters bewegt sich zwischen 0,08 bis 0,25 %, 1 kg Ginster enthält also zwischen 0,8 Gramm und 2,5 Gramm Cytisin. Eine durchschnittliche Ziege von 50 kg müsste also 109 x 50 mg = 5.450 mg = 5,45 g Cytisin verspeisen, je nach Pflanzenteil enthalten in etwas über 2 bis fast 7 kg Ginster. Ziegen scheinen Ginster allerdings recht gut zu vertragen, Katzen sollen z. B. nur 3 Milligramm Cytisin pro kg Körpergewicht überleben, Hunde 4 mg, das ist schon viel weniger Pflanzenmasse.

Auf der anderen Seite ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass ein Kind es schafft, auch nur einige Dezigramm Ginster zu sich zu nehmen: Alle Teile dieser Pflanze sind nicht gerade ein Hochgenuss, besonders die mit vielen toxischen Inhaltsstoffen ausgestatteten Samen sollen in Mund und Rachen heftig brennen und außerdem eine Abwehrreaktion des Organismus auslösen, die in starkem Erbrechen besteht.

Zusammenfassend könnte man vielleicht sagen, dass auch ein kleines Kind ohne Bezug zur Natur wahrscheinlich nie so viel Ginster zu sich nehmen wird, dass es ernsthaft gefährdet ist. Je älter die Kinder werden und je mehr Naturerziehung sie bereits erfahren haben, desto unwahrscheinlicher wird es, dass sie Teile des Ginsters in schädlichen Mengen zu sich nehmen. Auf jeden Fall kann man jedoch für alle Arten des Ginsters festhalten, dass Sie toxische Wirkungen auslösen können und nicht an den schönsten Spielplatz der Kleinkinder im Garten gepflanzt werden sollten.