Hochstämmchen - Pflege und Schneiden

Hochstämmchen - Pflege und Schneiden Rosenstämmchen gefallen mit ihren emporragenden BlütenHochstämmchen, oder auch Kronenbäumchen genannt, sind in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen und man kann sie überall kaufen. Sie sind nicht gerade billig, da die Anzucht viel Pflege und Zeit braucht. So ist es kein Wunder, dass die Kultur eines Hochstämmchens im eigenen Garten oder auf der Terrasse, versucht wird.

Proportionen von Hochstämmchen

Meist klappt es recht gut, sofern man Geduld mitbringt, denn so einem Bäumchen

wächst erst nach 3-5 Jahren eine richtig schöne Krone. Die meisten Hochstämmchen sind ursprünglich krautig wachsende Sträucher, die erst nach einer gewissen Größe zum Stämmchen geschnitten werden. Dies ist bei blütenbildenden Pflanzen von Vorteil, da diese dann auf Augenhöhe blühen und somit besser ins Blickfeld geraten. Die Proportionen zwischen Kübelgröße, Stammhöhe und Krone müssen passen, nur dann bildet sich ein hübscher Kontrast. Das Verhältnis 1:2:2 (Kübelhöhe:Stamm:Krone) sollte erreicht werden. Dabei muss der Gärtner beachten, dass eine Stammhöhe von 50 - 80 cm dem Wind nicht so viel Angriffsfläche wie Stämmchen mit einer Höhe von 1-1,5 m bietet. Tipp: Die Stammhöhe lässt sich später nicht mehr regulieren, die Kronenhöhe oder -breite schon.

Kulturmaßnahmen
  • Kräftige Jungpflanzen mit stabilem Haupttrieb sind für die Ausbildung zum Hochstämmchen geeignet.
  • Die Seitentriebe werden regelmäßig entfernt, bis die gewünschte Höhe des Stämmchens erreicht ist.
  • Hat der bestehende Stamm Blätter, darf man sie nicht abschneiden. Sie dienen der Pflanze weiterhin zur Nahrungsaufnahme. Später fallen sie ab.
  • Dann wird die Spitze abgeschnitten und aus den Seitentrieben, die danach treiben, entsteht das Gerüst.
  • Diese Seitentriebe immer wieder schneiden, damit sie sich verzweigen und eine dichte Belaubung entsteht.
  • In dieser Kulturzeit müssen Hochstämmchen ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden.
Pflanzenstützen sind notwendig

Zu Anfang braucht der Stamm einen Stützstab, der ganz bis in die geplante Krone reicht, damit Windbruch vorgebeugt ist. Im Wachstum muss aber auf den Stab geachtet werden, damit er nicht am Stamm anwächst oder von der Rinde überwachsen wird. Hat das Stämmchen dann eine Krone, kann auf eine Kronenhalterung nicht verzichtet werden, da bei großen und vielen Blüten die hängenden Zweige die Last nicht tragen können und abbrechen.

Bei Kauf von Hochstammkübelpflanzen sollten Sie auf eine dichte Krone achtenHochstämmchen umpflanzen zur richtigen Zeit

Haben die Wurzeln den Topfrand erreicht, ist umpflanzen angesagt! Der Ballen darf dabei nicht beschädigt werden, sonst wird das Wachstum verzögert. Der nächste Topf sollte im Durchmesser 3-5 cm größer sein. Damit die Kübel nicht umfallen nimmt man Kübel
aus schwerem Material oder erschwert leichte Kübel mit Kies oder Steinen.

Pflanzenschutz - Krankheiten und Schädlinge

Nicht nur ein Parasit kann die Pflanze schädigen, sondern der Zustand des Hochstämmchens spielt eine wesentliche Rolle. Bei schlechtem Zustand ist das Hochstämmchen empfänglich für Krankheiten oder Schädlinge. Vorbeugung ist die beste Strategie gegen Schädlinge allgemein, denn bekommt das Bäumchen zu viel oder zu wenig Dünger, zu viel oder zu wenig Wasser, Lichtmangel oder Stammverletzungen sind das keine Voraussetzungen für gutes Wachstum und Gelingen. Optimale Wachstumsbedingungen schaffen ist die Voraussetzung für gesunde Pflanzen. Aber trotz allem

- ein Befall von Krankheit oder Schädlingen ist nie ausgeschlossen. In der Natur ist ein Schädlingsbefall auch möglich, aber das ökologische Gleichgewicht verhindert. dass Schädlinge überhand nehmen. Bei zu viel Salz im Substrat bei zu vieler Düngung oder hartem Gießwasser kann es sein, dass die Wurzeln zurückgehen, faulen und die Pflanze welkt, da zu wenig Wasser über die Wurzeln aufgenommen werden kann. Verbrennungsanzeichen sind möglich und kleiner Wuchs mit geringer Blüte. Umgekehrt, bei zu wenig Düngung, leidet die Pflanze an den gleichen Anzeichen von Kleinwuchs und wenig Blütenausbildung.

Da Hochstämmchen aus verschiedenartigen Pflanzen gezogen werden, kann über den Befall von Schädlingen keine genaue Aussage gemacht werden. Ist man sich über die Diagnose nicht klar, wird bei jedem Gärtner oder Blumencenter der Schädling erkannt und kann Mittel für die Bekämpfung empfehlen. Dabei ist es wichtig, sich über biologische Schädlingsbekämpfung zu informieren, da der chemische Pflanzenschutz sehr gefährlich ist und äußerst verantwortungsvoll damit umgegangen werden muss. Biologische Pflanzenschutzmittel beinhalten zum Beispiel Kaliumsalze natürlicher Fettsäuren gegen tierische Schädlinge oder lecithinhaltige Präparate gegen Mehltau.

Schnitt und Überwinterung von Hochstämmchen

Bei Selbstkultivierung des Hochstämmchens ist, wie oben bereits beschrieben, zu verfahren. Beim Kauf eines vom Gärtner gezogenen Bäumchens ist darauf zu achten, dass die Krone dicht ist und keine kahlen Stellen hat. Denn wurde beim "erziehen" der Pflanze zu wenig geschnitten, kann man dies später nicht mehr nachholen, außer durch einen rigorosen Rückschnitt bis fast zum Stamm. Aber niemand, der ein Hochstämmchen gekauft hat, möchte dies tun, da die Ausbildung einer neuen Krone nicht von heute auf morgen zu machen ist.

Die meisten Hochstämmchen sind in Kübeln kultiviert, die im Winter eingeräumt werden. Ein heller, kühler Platz ist notwendig und Vorsicht ist angeraten beim Gießen! Besitzt man eingepflanzte Rosenstämmchen, werden diese vorsichtig nach unten auf die Erde gebogen und mit Erde und Zweigen abgedeckt, oder von Jutesäcken geschützt.

Wissenswertes zu Hochstämmchen in Kürze

Terrassen oder Balkone sind die häufigsten Standorte der Hochstämmchen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind groß. Größere Terrassen können mit den Pflanzen abgeteilt werden und hat die Terrasse oder der Balkon genügend Platz, wirkt eine Gruppe mit verschiedenen Stammhöhen äußerst reizvoll.

Der beliebte Hibiskus ist auch als Hochstämmchen kultivierbarHochstämme sind generell etwas pflegeaufwändiger als naturbelassene Sträucher. In kleinen Gärten, als Mittelpunkt in Rondellen oder Beeten findet man immer häufiger Hochstämme. Auch in den Kübeln auf der Terrasse bieten sich Hochstämme an. Engelstrompeten, Fuchsien, Schönmalven und Hibisken - fast alle Pflanzenschönheiten lassen sich zu einem Hochstamm erziehen.

Hochstämmen unterpflanzen
  • Vorteil von Hochstämmen ist, dass man diese mit anderen, niedrig wachsenden Blumen unterpflanzen kann.
  • Das ergibt ein buntes Bild, auch dann, wenn die eigentlich Hauptpflanze (noch) keine Blüten zeigt.
  • Bedenken Sie: Die unterpflanzten Blumen sollten dieselben Bedürfnisse wie die Hauptpflanze haben.
  • Nicht nur, was den Nährstoffbedarf angeht, sondern auch, wieviel Wasser diese brauchen.
Eine Überdüngung kann unter anderem für die Unterpflanzung tödlich sein, während sich andere Blumen (Engelstrompeten beispielsweise) sich über jeden Schluck Düngerlösung freuen. Ebenso verhält es sich mit dem Wasser. Nicht nur die Menge ist zu beachten, sondern auch, ob die Pflanzen eher kalkhaltiges oder eher weiches Wasser für ihr Wachstum benötigen. Oleander haben gerne nasse Füße im Sommer, für andere Pflanzen ist soviel Nässe nicht zumutbar.