100 jähriger Kalender - bekannte Bauernregeln

100 jähriger Kalender - bekannte Bauernregeln Sonne oder Wolken?Im 100jährigen Kalender sind viele Bauernregeln zu finden, die auf den Beobachtungen der Bauern vergangener Zeiten hinsichtlich der klimatischen Bedingungen sowie des Verhaltens von Tieren beruhen. Vielfach sind sie in Reimform verfasst, sodass man sich diese besonders gut einprägen kann.

Im Gegensatz zu der Annahme, das Wetter würde sich demnach alle 100 Jahre wiederholen, geht der 100jährige Kalender davon aus, das Wetter wiederhole sich im Abstand von sieben Jahren. Zudem wird es dabei in

Planetenjahre eingeteilt.

Bauernregeln und Naturphänomene

Insbesondere die Wetterentwicklung spielt für Bauern und Gärtner nach wie vor eine Rolle hinsichtlich der Aussaat und der Ernte von Obst, Gemüse und Getreide. Immer wieder konnten über viele Jahre Regelmäßigkeiten in der Wetterentwicklung festgestellt werden, sodass diese in Form von Bauernregeln überliefert wurden.

Teilweise werden Vorhersagen hinsichtlich der Beständigkeit von Wetterlagen in den Regeln thematisiert, andererseits werden Aussagen zu bestimmten Naturphänomenen getroffen. Zu derartigen Regeln zählen:
  • Abendrot=Gutwetterbot`, Morgenrot=mit Regen droht.
  • Gewitter ohne Regen ist ohne Segen.
  • Je weißer die Schäfchen am Himmel gehen, desto länger bleibt das Wetter schön.
  • Wenn die Sonne Wasser zieht, gibt es bald Regen.
  • Regenbogen abends trocknet die Dächer, Regenbogen morgens dreht die Mühlen.
  • Steigt der Rauch ganz gerade nach oben, bleibt das Wetter lange schön.
Bezüglich der Jahreszeiten mit den jeweils typischen Erscheinungen sind folgende Regeln bekannt:
  • Viel Nebel im Frühjahr, viel Gewitter im Sommer.
  • Früher Sommer, schlechte Ernte.
  • Kommen die ersten Fliegen rein, wird es wohl bald Sommer sein.
  • Reifen Äpfel im Gezweige, geht der Sommer schon zur Neige.
  • Fällt das Laub recht bald, wird der Herbst nicht alt.
  • Viel Nebel im Herbst, viel Schnee im Winter.
  • Auf hartes Winters Zucht folgt gute Sommersfrucht.
  • So hoch der Schnee, so hoch das Gras.
Bauernregeln über das Tierverhalten und dessen Bedeutung für die Wetterentwicklung

Diesen Regeln liegen Beobachtungen bezüglich des Verhaltens von Tieren zugrunde. Daraus ließen sich für die Bauern ebenfalls Entwicklungen des Wetters ableiten, sodass sie ihre Arbeit darauf einstellen konnten.

Zu den bekannten Weisheiten gehören:
  • Wenn die Drossel schreit, ist der Lenz nicht mehr weit.
  • Wenn der Laubfrosch schreit, ist der Regen nicht weit.
  • Hasen, die springen, werden sicher den Frühling bringen.
  • Spielen die Mücken im Februar, frieren Schafe und Bienen das ganze Jahr.
  • Wenn die Störche
    zeitig reisen, kommt ein Winter von Eisen.
  • Bauen die Ameisen große Haufen, kommt ein strenger Winter gelaufen.
  • Sitzt die Krähe zu Weihnachten im Schnee, sitzt sie Ostern dafür im Klee.
  • Schwärmt die Biene schon im Mai, gibt es ganz bestimmt viel Heu.
  • Siehst du die Schmetterlinge tanzen, kannst du draußen pflanzen.

Wettergeheimnisse

Geheimnisse des WettersFür den Garten- und Landschaftsbau sowie für die Landwirtschaft gibt es innerhalb eines Jahres immer wieder Perioden, die die Ausführung bestimmter Arbeiten einschränken.

Dazu zählen zum Beispiel die "Eisheiligen" (die Gedenktage für fünf Heilige im Mai), die in der Zeit vom 11. bis 15. Mai eines jeden Jahres zu erwarten sind. Meist sind in dieser Zeit die letzten Fröste des Jahres zu erwarten, sodass frostempfindliche Pflanzen Schaden nehmen könnten.

Für die "Eisheiligen" sind folgende Bauernregeln bekannt:
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  • Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist

    nicht sicher vor Kälte der Mai.
  • Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Auch die "Schafskälte" spielt eine Rolle und wird meist um den 11. Juni mit kaltem, unfreundlichen Wetter beobachtet.

Der "Siebenschläfer" (27. Juni) verheißt die Entwicklung des Wetters für die nachfolgende Zeit. Noch heute werden Regeln hierfür angewandt:
  • Siebenschläfer Regen = sieben Wochen Regen.
  • Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, so regnets vier ganze Wochen.
Auch die "Hundstage", die in der Zeit vom 23. Juli bis zum 24. August zu erwarten sind und häufig mit einer lang anhaltenden Schönwetterperiode einhergehen sowie der "Altweibersommer" halten einige bekannte Bauernregeln bereit:
  • Hundstage heiß, Winter lange weiß.
  • Wenn die Hundstage Regen bereiten, kommen alsbald magere Zeiten.
  • Ists zu Allerheiligen rein, tritt Altweibersommer ein.
Aberglaube oder Wissenschaft?

Die Meinungen gehen da weit auseinander. Wer sich mit der Geschichte des 100 jährigen Kalenders befasst hat, weiß, worum es hierbei geht. Die meisten meinen nämlich, der Name beruhe darauf, dass man das Wettergeschehen 100 Jahre lang beobachtet hat. Doch dem ist nicht so. Der Name bezog sich da drauf, dass der Kalender das Wettergeschehen auf 100 Jahre voraus aus den Beobachtungen, die  Mauritius Knauer gemacht hat, vorherbestimmen lässt. Knauer hat die Planeten und deren Einfluss auf Mensch und Natur 7 Jahre lang beobachtet. Er hat alles detailliert notiert und hat daraus nicht nur seine Schlüsse gezogen, sondern vielmehr eine wissenschaftliche Auswertung dargelegt.

Wandel der Zeit

Durch Umweltverschmutzung, Globale Erwärmung usw. lässt sich leider das Wetter nicht mehr ganz so genau vorher sagen, zumindest nicht anhand des alten 100 jährigen Kalenders. In unserer Zeit müsste auch jemand sich die gleiche Mühe machen, wie Knauer, um das Wettergeschehen für die nächsten 100 Jahre vorhersagen zu können. Eine genaue Vorhersage ist jedoch so oder so nicht möglich. Die Vorhersagen können sich darauf beziehen, ob in dem einen oder anderen Monat mehr, oder weniger Niederschlag zu erwarten ist, aber leider nicht auf den Tag genau. Damit haben sogar Meteorologen ihre Probleme. Auch sie können nur ungefähre Werte vorhersagen, und sie haben mittlerweile ein ausgereiftes technisches Equipment zur Verfügung, die Knauer noch nicht hatte.

Ob man dem 100 jährigen Kalender nun Glauben schenkt, oder nicht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Es ist trotzdem interessant zu beobachten, ob die alten Vorhersagen noch stimmen, oder nicht. Genau so verhält es sich auch mit dem Bauernkalender.