Du bist hier: » » » Beerensträucher richtig schneiden - Rückschnitt

Beerensträucher richtig schneiden - Rückschnitt

Johannisbeeren

Wie weit eingekürzt werden muss, richtet sich nach der Sorte, dem Boden und Düngung.

johannisbeeren_flMan sollte beobachten, wie der Strauch auf den letzten Schnitt reagiert hat und bekommt rasch ein Gespür, ...



ob mehr oder weniger eingekürzt werden muss. Entwickeln sich aus allen Knospen starke Triebe, so war der Schnitt zu radikal; es darf dann nur wenig eingekürzt werden. Treibt dagegen nur die Endknospe aus und bleibt ansonsten der letztjährige Trieb weitgehend kahl, so ist dies ein Zeichen, dass zu wenig eingekürzt wurde. In den meisten Fallen ist es richtig, wenn die letztjährige Triebverlängerung um 1/3 zurückgeschnitten wird, 2/3 bleiben also erhalten. Der weitere Schnitt ist bei Roten und Schwarzen Johannisbeeren unterschiedlich.

Rote Johannisbeeren

Bei den roten Sorten sollte der im Ertrag befindliche Strauch nicht mehr als 8-12 kräftige, gut verzweigte Triebe haben. Triebe, die alter als 5 Jahre sind, erkenntlich am dunklen Holz, werden spätestens im Winter entfernt und ...



dafür als Ersatz 2 oder 3 den Sommer über entstandene Jungtriebe belassen. Also: Jedes Jahr, am besten gleich nach der Ernte, 2 oder 3 altere Triebe herausnehmen und ebenso viele kräftige, gut verteilte Neutriebe nachziehen. Alle übrigen aus dem Wurzelstock entstandenen Neutriebe werden im Sommer dicht über dem Boden herausgeschnitten.Ein jährlicher Rückschnitt der Verlängerungstriebe ist nur bei schwachwüchsigen Sorten nötig, bei denen wir im Winter den Triebzuwachs umeinkürzen. Dadurch wird eine gute Verzweigung erreicht, die Triebe werden stabil und hängen bei reichem Fruchtbehang nicht allzu sehr zu Boden.

Schwarze Johannisbeeren

johannisbeere-schwarz_flWährend die roten Sorten vor allem am zwei- bis dreijährigen Holz reich tragen, bringen Schwarze Johannisbeeren den besten Ertrag vorwiegend an den einjährigen Trieben, und zwar besonders zur Spitze hin. Aus diesem Grunde müssen wir hier alljährlich für Neutrieb sorgen. Das erreicht man, indem die abgeernteten Triebe entweder dicht über dem Boden abgeschnitten werden, wenn genügend Jungtriebe aus dem Wurzelstock entstanden sind, oder aber, indem die abgeernteten Triebe bis auf Jungtriebe zurückgesetzt werden, die sich aus dem unteren Drittel der alten Triebe entwickelt haben. Wer es sich ganz bequem machen möchte, kann Ernte und Schnitt gleich kombinieren: Man schneidet die mit Beeren behangenen Triebe aus dem Strauch, entweder dicht über dem Boden oder über einem seitlich entstandenen Jungtrieb, und kann sie auf der Terrasse im Sitzen abpflücken. Die im Strauch verbleibenden Triebe können sich im Laufe des Sommers noch kräftig entwickeln.

Stachelbeeren

Der Pflanzschnitt und der Aufbau erfolgt wie bei der Johannisbeere. Der fertige Strauch soll aus nicht mehr 8-12 ein- und zweijährigen Trieben bestehen. Dies gilt auch für den Hochstamm. Triebe, die älter als 3 Jahre sind, erkenntlich am dunkleren Holz, werden möglichst entfernt und an ihre Stelle wieder Jungtriebe nachgezogen Diese entstehen bei Sträuchern aus dem Wurzelstock, bei Hochstämmchen aus der Kronenbasis.Das Auslichten geschieht am besten gleich nach der Ernte. Sollte „Amerikanischer Mehltau“ vorhanden sein, kürzt man im Winter sämtliche Triebspitzen bis auf das gesunde Holz ein. Sind die Jungtriebe dagegen gesund, so erübrigt sich ein Einkürzen. Die Beeren hängen dann an den Jungtrieben wie eine Perlenkette bis zur Spitze hin.

Himbeere

Der Schnitt ist einfach: Gleich nach der Ernte werden die abgetragenen Ruten dicht über dem Boden abgeschnitten. Gleichzeitig entfernt man alle schwachen, zu dicht stehenden Neutriebe. Je m sollten nur etwa 8-12 Ruten verbleiben. Diese tragen im kommenden Jahr. Zusätzlich können wir im zeitigen Frühjahr die besonders langen Ruten auf etwa 2 m Länge einkürzen. Sie bringen dann zwar ein paar Beeren weniger, die verbleibenden werden dafür umso größer.Triebe, die zu weit von den Mutterpflanzen entfernt entstanden sind, gräbt man mit dem Spaten aus. Dadurch sieht die Pflanzung ordentlich aus, die eigentliche Himbeerreihe bekommt genügend Licht. Wurden mehrere Himbeerreihen gepflanzt, so werden auch die Triebe, die zwischen den Reihen aus dem Boden kommen, entfernt. Bei den zweimal tragenden Sorten werden dagegen im Winter bzw. zeitigen Frühjahr alle Triebe abgeschnitten. Man kann sie richtiggehend abmähen. Nachdem sich die neuen Ruten entwickelt haben, entfernt man gegen Mitte Juni alle schwachen Jungtriebe, so dass nur noch 8-12 kräftige Triebe je m verbleiben.

Brombeeren

brombeeren_flBei der Pflanzung im Frühjahr wird an den ein- oder zweijährigen Pflanzen mit Topfballen weder an den Wurzeln noch an den Ruten etwas zurückgeschnitten, vielmehr bindet man die sommerlichen Jungtriebe an den Drähten des Spaliergerüsts an. Geiztriebe, die sich ab Ende Juni in deren Blattachseln entwickeln, werden auf 2 bis 4 Augen zurückgeschnitten, sobald sie 30-40 cm lang geworden sind. Dies geschieht bis zum Herbst mehrmals, ebenso wie das laufende Anbinden der Jungtriebe an den Drähten. Durch das Einkürzen der Geiztriebe entwickeln sich aus deren verbleibenden Augen im nächsten Jahr große Blütenstände und große Beeren, die rasch gepflückt werden können, ohne dass man sich dabei die Hände zerkratzt. Dieser Sommerschnitt ist die wichtigste Arbeit. Unterbleibt er, so entsteht in kurzer Zeit ein Triebgewirr, in dem wir uns kaum mehr zurechtfinden.

Im Winter nach der Pflanzung entfernt man alle Triebe bis auf 3 besonders kräftige, die bis zur Hälfte eingekürzt werden. Im 2. Jahr nach der Pflanzung entsteht daraufhin aus dem Wurzelstock eine große Anzahl junger Triebe, von denen man nur die 6 kräftigsten stehen lassen und diese an den Drähten links und rechts festbinden. Der Sommerschnitt wiederholt sich in der beschriebenen Weise. Also Geiztriebe einkürzen! Im nächsten Jahr blühen und fruchten die 6 stehengebliebenen Triebe. Gleichzeitig entwickeln sich aus dem Wurzelstock wiederum zahlreiche Jungtriebe, von denen man ebenfalls nur die 6 kräftigsten belassen und diese an den noch freien Drähten festbindet.

Der sich jährlich wiederholende Winterschnitt wird nach der Frostperiode, also erst im zeitigen Frühjahr, durchgeführt. Dabei werden alle abgetragenen Ranken weggeschnitten, während man die 6 im letzten Sommer belassenen Jungtriebe gleichmäßig verteilt an den Drähten anbindet. Wegen der Frostgefahr sollten sie im Spätherbst zusammen mit den abgetragenen Ranken auf den Boden heruntergelegt und, wenn möglich, mit Fichtenzweigen oder Stroh locker bedeckt werden.



NewsletterUnsere Heimwerker- und Garten-Newsletter informieren Sie über alle Neuigkeiten auf Hausgarten.net: Praxistipps, aktuelle Themen, Gutscheine & mehr!

Jetzt anmelden!

Gartenpflege

Suchen auf Hausgarten.net

Benutzerdefinierte Suche