Hibiskus schneiden - Anleitung zum Rückschnitt

Hibiskus schneiden - Anleitung zum Rückschnitt HibiskusDer einzigartige Blütenstrauch der Gattung Hibiskus, der Garten-Eibisch mit dem botanischen Namen Hibiscus syriacus, ist als Einziger in unseren Breiten winterhart. Junge Pflanzen sind zum ersten Winter hin zwar mit einer Mulchschicht vor Frost zu schützen, ältere Pflanzen jedoch benötigen keinen speziellen Winterschutz mehr. Im Frühjahr und Sommer aber genießt der Hibiskus sonnige Plätze mit warmen, günstigen Klimabedingungen. Je nach Standort blüht und wächst er zur Freude eines jeden Gärtners sehr üppig und lange. Um die Verzweigung

an der Basis zu fördern, muss der Hibiskus jedoch regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Erziehungsschnitt für den Garten-Eibisch

Schwache und beschädigte, abgestorbene Triebe sind beim Einpflanzen junger Hibiskuspflanzen zu entfernen. Die jungen Triebe müssen in den ersten Jahren stark zurückgeschnitten werden. Viel Geduld ist daher bei der Erziehung eines Hochstämmchens nötig, denn ein Hochstämmchen benötigt zum Wachstum viele Jahre bis zur fertigen Entwicklung. Um eine optimale Pflanze zu erziehen, sollten die Triebe bis auf 2 bis 3 Knospen zurückgeschnitten werden, wobei der Hauptstamm unberührt bleibt. Ab Anfang Februar müssen die einzelnen Verzweigungen immer wieder bis auf eine Knospe beschnitten werden. Der Leittrieb sollte auf fünf bis sechs Knospen zurückgeschnitten werden. Beim Erreichen der gewünschten Höhe wird der Stamm mit beliebig vielen Kronen aufgebaut. Hierzu sucht man sich die stärksten Äste aus und kürzt die Triebe bis auf wenige Knospen. Die Stammverlängerung wird gekappt und die seitlich am Stamm wachsenden Blätter und Zweige entfernt. Nach der endgültigen Entwicklung der Krone werden nur noch die abgetrockneten, schwachen Triebe abgeschnitten. Sind die Triebe dünn, können sie bis auf wenige Knospen gekürzt werden. Häufig wächst der Hibiskus nicht gleichmäßig, darum sind einseitig wachsende Triebe zu entfernen. Diese Kürzung bei den älteren Pflanzen kann entweder an der Basis erfolgen oder aber als geeignete Zweiglänge an den Seiten.

Üppige Blütenpracht

Der Blütenansatz kann um Einiges erhöht werden, wenn die tragenden Triebe des Vorjahres im späten Winter bis zu zwei Drittel gekürzt werden. So wird der Hibiskus-Busch jedoch immer dichter und muss zudem ausgedünnt werden. Die Krone kann bei den entwickelten Stämmchen oder Hochstämmchen frei wachsen, wenn die Äste im Februar eines jeden Jahres bis auf wenige Knospen zurückgeschnitten werden. Sollte sich der Hibiskus als zu groß erweisen oder nur einseitig üppig wachsen, kann mit einem Verjüngungsschnitt Abhilfe geschaffen werden. Hierzu werden die abgestorbenen oder veralteten Triebe restlos entfernt und die übrigen um etwa zwei Drittel gekürzt. So erhält der Hibiskus die entsprechende Form und Höhe, ganz nach Wunsch und die üppige Blütenpracht belohnt das Auge des Betrachters. Dieser Sommerblüher blüht nämlich vornehmlich an den neuen, jungen Trieben und wird wie beim Heckenschnitt zugeschnitten. Normalerweise verträgt der Hibiskus auch einen Radikalschnitt, ist jedoch die Vitalität der Pflanze mangelhaft oder aber die Kulturbedingungen nicht optimal, kann die Pflanze auch nach dem Radikalschnitt eingehen. So empfiehlt sich ein weniger radikaler Rückschnitt über mehrere Jahre, bis zum Erreichen der optimalen Wuchsform und -höhe.

Besonderheiten des Hibiskus

Bei richtigem Rückschnitt belohnt der Hibiskus mit einer späten, üppigen und lang anhaltenden Blüte. Die prächtige Blume blüht, wenn die meisten anderen Blumen schon verblüht sind, mit tropischer Schönheit. Die Hibiskussträucher vergrößern sich im Jahr um 10 bis 30 cm, gehören somit zu den Pflanzen, die eher langsam wachsen. Der

Jahrestrieb und die Wuchskraft sind jedoch abhängig von Pflege wie auch dem Standort. Auch eine ausreichende Feuchtigkeit wirkt sich auf das Wachstum aus. Im Allgemeinen dauert es mindestens 5 Jahre, bis der Hibiskus 1,5 bis 1,8 m Höhe erreicht. Bedingt durch den späten Laubaustrieb eignet er sich als Sichtschutzhecke nur für die Sommermonate. Dann ist er aber bei einem optimalen Rückschnitt ideal als Sichtschutz geeignet, der auch noch üppig blüht. Je stärker der Schnitt wird, desto üppiger blühen die neuen Triebe im kommenden Jahr und die einzelnen Blüten werden mit den Jahren immer größer. Ohne Rückschnitt lässt die Blüte nach, die Äste verholzen und der ganze Hibiskus wird sparrig (nicht kompakt, nur vereinzelte Äste, Blüten oder Blätter). Beim Rückschnitt sind die Äste leicht schräg abzuschneiden, damit die Schnittwunden nicht zu groß werden. Da der Hibiskus fast das ganze Jahr über blüht, fallen beim Schnitt auch einige Blüten, was dem Hibiskus allerdings nicht schadet. Dafür werden die Folgeblüten umso prachtvoller und die Anzahl erhöht sich drastisch Jahr für Jahr.

Unterschiedliche Schnittarten beim Hibiskus
  • Formschnitt - bringt den Hibiskus in die gewünschte Form und Größe
  • Rückschnitt - jährlicher Schnitt, damit der Hibiskus üppiger blüht
  •  Erziehungsschnitt - junge Triebe werden in den ersten Jahren bis auf 2 bis 3 Knospen stark zurückgeschnitten
  • Heckenschnitt - als Sichtschutz ist ein jährlicher Schnitt in Heckenhöhe nötig, der jährlich wiederholt werden muss
  • Radikalschnitt - Rückschnitt bis zum Hauptstamm
  • Lichtungsschnitt - Schnitt zum Ausdünnen zu dichter Büsche
  • Basisschnitt - Rückschnitt bis zum Hauptstamm bis auf wenige Knospen, einmal jährlich
  • Verjüngungsschnitt - Schnitt zum Reduzieren der zu weit herausragenden Äste und auf den Stock setzen (bis auf 0,5 bis 1 m über dem Boden zurückschneiden, wenn die Äste/der Stamm dick sind, weniger tief).
Wenn eine fantastische Blüte in üppiger Anzahl erwünscht ist, dann ist der Hibiskus regelmäßig zurückzuschneiden und verdorrte, abgestorbene oder veraltete Triebe sind zu entfernen. Der Erziehungsschnitt bei jungen Trieben ist besonders wichtig, um den Hibiskus in Form zu bringen und einen dichten Wuchs mit vielen Blüten zu garantieren. Je stärker der Schnitt, desto üppiger die Folgeblüte!
 
Wissenswertes zum Hibiskus

Neben der Wuchsrichtung ist ein Grund für den Schnitt beim Hibiskus die Kontrolle der Länge der Zweige. Je länger die Zweige werden, umso schwerer werden sie, wenn der Hibiskus in voller Blüte steht. Wenn man die Länge der Zweige reguliert, kann man verhindern, dass die Zweige sich nach unten neigen unter dem Gewicht der Blüten.

Wenn man seinen Hibiskus schneiden möchte, sollte man vor allem eine geeignete Technik für den Schnitt anwenden. Am besten wird der Schnitt durchgeführt, indem man schlägt oberhalb eines Auges die Schere ansetzt. Wichtig ist der schräge Schnitt, da sonst Regenwasser das Holz zum Faulen bringt. Auch sollte man den Hibiskus dort zurückschneiden, wo dünne oder nach innen wachsende Triebe vorhanden sind. Dieser Schnitt verleiht der Pflanze mehr Stabilität und ein besseres Aussehen.

Um einen kompakten Wuchs zu gewährleisten, kann man mit der Heckenschere denselben Schnitt durchführen, wie man dies bei Hecken generell durchführt. Man sollte die Triebe um 1/3 zurückschneiden und dabei auch die dickeren Äste und äußeren Triebe berücksichtigen. Zudem sollte man Hibiskus schneiden, um die Pflanze auszulichten. Je dichter die Triebe stehen, umso schlechter wird die Pflanze belüftet. Diese schlechte Durchlüftung kann zur Schädlingsbefall und Krankheiten an der Pflanze führen. Je besser die Pflanze durchlüftet ist, umso gesünder kann sie wachsen.

Zudem sollte man den Hibiskus zurückschneiden, wenn die Pflanze zu groß geworden ist oder durch einen Sturm Schaden genommen hat. Triebe, die beschädigt wurden, sind durch einen schrägen Schnitt zu entfernen. Bei der Größenreduzierung sollte großzügig gearbeitet werden. Vor allem, wenn der Hibiskus andere Pflanzen im Wuchs behindert oder Licht und Wasser nicht mehr an die Pflanzen kommen, sollte man an dieser Stelle den Hibiskus schneiden. Auch hierbei empfiehlt es sich, bereits im Frühjahr die Zweige so zu kürzen, dass der Wuchs von Nachbarpflanzen entsprechend berücksichtigt wird.