Trompetenbaum schneiden - Schnitt der Engelstrompete

Trompetenbaum schneiden - Schnitt der Engelstrompete

Die Engelstrompete ist ein beeindruckend schöner Baum. Bei guter Pflege bildet sie zahlreiche große fragil erscheinende Kelchblüten aus, die wegen ihrer charakteristischen Form der Pflanze auch den Namen Trompetenbaum gaben.

 

Engelstrompeten faszinieren mit ihren eigenartigen Blüten - der Blühbereich wird beschnittenKann man den so zart und verletzlich aussehenden Trompetenbaum überhaupt schneiden? Wie sieht der richtige Schnitt der Engelstrompete aus?

 

Grundregeln für den Schnitt der Engelstrompete


Vorweg: Man kann und soll die Engelstrompete beschneiden! Die recht schnellwüchsige mehrjährige Kübelpflanze ist

um einiges robuster, als ihre duftig-feinen Blüten vermuten lassen. Beim Schnitt sollte nur die besondere Wuchsform beachtet werden: Jede Engelstrompete wächst zuerst einfach senkrecht nach oben, ohne sich zu verzweigen. Ist diese Wachstumsregion ausgebildet, wird sich die Pflanze in einer gewissen Höhe das erste Mal teilen. Hier beginnt nun der der sogenannte Blühbereich der Engelstrompete, schon an der ersten natürlichen Gabelung sollte eigentlich die erste Knospe erscheinen. In der Regel erfolgt kurz darauf die zweite Teilung, in dieser Blühregion werden sich in der Saison von Mai bis zum Jahresende Blüten entwickeln.

 

Der Blühbereich ist auch dadurch zu erkennen, dass sich hier die Form der Blätter ändert: Sie wachsen asymmetrisch, was sich darin ausdrückt, dass die eine Blattseite unten am Blattstiel höher ansetzt als die andere. Sicheres Kennzeichen für den Blühbereich ist aber die Verzweigung, nicht das asymetrische Wachstum, auch eigentlich symmetrische Blätter können einmal ein wenig ungleich wachsen.

 

Diese Verzweigung hat Bedeutung für den Schnitt, denn die Engelstrompete wird immer nur im Blühbereich beschnitten. Hier verträgt sie auch einen entschiedenen Rückschnitt ohne Probleme. Sie wird lediglich zu buschigerem Wachstum angeregt. Außerdem ist der Rückschnitt entscheidend für den Blütenreichtum: Je mehr sich die Engelstrompete im oberen Teil gabelt, desto mehr Blüten wird sie entwickeln. Sie können durch einen Schnitt auch Seitentriebe im Wachstumsbereich hervorlocken, was Ihnen im Hinblick auf die Blüte jedoch keine Vorteile bringt. Nur der Bereich über der natürlich entstandenen Verzweigung wird zur blühenden Region, mehr Blüten können Sie also auch durch einen Radikalschnitt nicht forcieren.

 

Die Regel: Schnitt im Frühjahr


Wenn Sie genug Platz haben,

Ihren Trompetenbaum in gewachsener Form zu überwintern, wird er im Frühjahr vor dem Start ins Sommerquartier beschnitten. Die Pflanze hat über den Winter eine Ruhepause mit wenig Wasser hinter sich - sie sollte in dieser Zeit alle Blätter und Blüten verloren haben. Am Ende des Winters haben Sie also eine entlaubte Engelstrompete vor sich. Das ist nicht erschreckend, sondern günstig für den Schnitt. Sie können nun genau sehen, wo die Verzweigung beginnt, wo Sie also anfangen zu schneiden.

 

Außerdem haben Sie auch eine gute Sicht auf die innere Form und können dieses Gerüst mit dem Schnitt besser beeinflussen. Sie beschneiden den Trompetenbaum nun am besten erst ab der zweiten Vergabelung nach oben, ab dieser Vergabelung sollten insgesamt rundum etwa 30 cm Pflanzenmasse bestehen bleiben. Auch alle vertrockneten und kümmerlichen Äste werden herausgeschnitten. Achtung: Sie sollten beim Schnitt auf jeden Fall Handschuhe anziehen, die Engelstrompete ist in allen Pflanzenteilen sehr stark giftig!

 

Herbstschnitt für mächtig große Trompetenbäume


Wenn sich Ihre Engelstrompete prächtig entwickelt hat, werden Sie irgendwann keinen Platz mehr haben, um sie in voller Größe zu überwintern. Dann wird

die Engelstrompete im Herbst beschnitten, bevor sie in ihr Winterquartier wandert. Sie haben jetzt die Wahl:

  • Wenn der zur Verfügung stehende Raum es (noch) erlaubt, beschneiden Sie wie gehabt nur den Bereich, der sich oberhalb der ersten natürlichen Gabelung befindet.
  • Die Engelstrompete verträgt aber durchaus auch einmal einen sehr radikalen Rückschnitt, der dann natürlich bis unter die Vergabelungsgrenze gehen wird.
  • Sie können den Trompetenbaum bei Platzmangel ruhig bis fast auf den Boden zurückschneiden. Die Konsequenz wird jedoch sein, dass die Pflanze erst eine neue Blühzone ausbilden muss, sie wird also im Jahr nach einem Radikalschnitt erst deutlich später blühen.

Der Trompetenbaum gehört zu den Ziergehölzen, die einen grundlegenden Rückschnitt vertragenNach dem Schnitt sollten Sie den Trompetenbaum noch einige Tage im Warmen stehen lassen, damit sich die Schnittflächen schließen können. Kommt er zu früh ins kalte Winterquartier, könnten die Schnittflächen viel zu lange bluten. Die optimale Überwinterungstemperatur liegt zwischen 5 und 10 Grad, wenn Sie die Engelstrompete wärmer als bei etwa 18 Grad überwintern, kann es passieren, dass sie ohne Winterpause weiterwächst. Dann entstehen durch den Lichtmangel dünne vergeilte Triebe, die zu Beginn des Frühjahrs abgeschnitten werden müssen.

 

Sonstige Schnittmaßnahmen


Engelstrompeten brauchen einen recht großen Pflanztopf. Je mehr Platz die Pflanze im Wurzelbereich hat, desto größer wird sie insgesamt werden. Rechtzeitiges Umtopfen ist also angesagt! Wenn Sie die Pflanzen aus dem Winterquartier holen, bekommen sie auch gleich ein neues Gefäß mit größeren Durchmesser. Dabei sollten Sie auch gleich die äußeren Wurzeln beschneiden und Verfilzungen ausdünnen. Das fördert den kräftigen neuen Wuchs. Die zunehmend schwerer werdenden Töpfe können meist verhindern, dass die windanfällige Engelstrompete von kräftigen Luftstößen umgeworfen wird.

  • Wenn Sie jedoch bemerken, dass Ihr Trompetenbaum öfter umzukippen droht, können Sie die größten Blätter abschneiden - dann ist die Pflanze weniger windanfällig.
  • Wenn die Engelstrompete etwas älter wird, treiben meist einige Seitentriebe aus der Erde im Pflanztopf, die Sie ebenfalls einfach wegschneiden können.

  • Ist Ihre Engelstrompete bereits zu hoch aufgeschossen, können Sie die außer Form geratene Pflanze entweder radikal verjüngen (Rückschnitt bis auf den Boden, die Abschnitte können als Stecklinge zur Vermehrung genutzt werden) ...
  • ... oder einen Teil der unverzweigten Seitentriebe entfernen und den Trompetenbaum anschließend als Hochstamm kultivieren.