Maus in Haus und Garten - die Hausmaus

Die Hausmaus - Mäuse im Haus und Garten?

An der Sympathie zur Maus scheiden sich die Geister: manche finden den kleinen Nager mit seiner dunkelgrauen Ober- und hellen Unterseite, den grossen Ohren und langen Barthaaren äusserst putzig ü andere wiederum so ekelig, dass sie bei seinem Anblick auf den nächsten Sessel springen.

Wir Menschen hingegen wirken auf die Mäuse in jedem Fall anziehend: weil sie genau wissen, dass sie in unserer Nähe niemals Hunger leiden müssen. Sie nisten sich mit Vorliebe in unseren Häusern zweckdienlich ein ü denn schon ein

kleines Loch oder eine ungestörte Ecke reichen als Unterschlupf oder Nistplatz völlig aus. 

Hausmäuse sind äusserst kurzsichtig, aber dieses beschränkte Sehvermögen ist für die Bedürfnisse der nachtaktiven Tiere völlig ausreichend. Eine wesentlich grössere Rolle für die Orientierung in der Dunkelheit spielt der Tastsinn, der hauptsächlich durch die Barthaare, aber auch durch besondere Tasthaare am Körper gegeben ist. Dank ihres guten Orientierungs- und Geruchssinnes bewegen sie sich bei ihren Streifzügen durch das Haus recht zielbewusst immer auf den gleichen, durch Duftmarken gekennzeichneten, Laufwegen -  vorwiegend entlang von Wänden. Auch ihr Gehörsinn ist hervorragend ausgebildet, und untertags würde sich eine Maus nur in der Dämmerung und bei vollkommener Stille zeigen.

Sie ist in ihren Bewegungen äusserst wendig und pfeilschnell, klettert exzellent und kann beachtlich weit springen. Und sie ist ziemlich verfressen, benötigt sie doch täglich ungefähr vierzig Prozent ihres eigenen Körpergewichtes an Nahrung. Eigentlich ist sie Allesfresser, hat sie jedoch reichlich Auswahl, so mutiert sie zum Feinschmecker und sucht sich mit Treffsicherheit die besten Leckerbissen aus: Süssigkeiten sind ihre Lieblingsspeisen, aber auch Fleischgerichte, Käse, Früchte und Körner werden nicht verschmäht. Notfalls genügen auch Abfälle und Insekten. Flüssigkeit ist nicht von Nöten, weil der normale Wassergehalt der meisten Nahrungsmittel für Mäuse ausreicht.
Die kleinen, grauen Nager besitzen einen sehr raschen Stoffwechsel, was bedeutet, dass das vertilgte

Futter bereits nach ca. drei Stunden wieder ausgeschieden wird. Das ist einer der verräterischen Hinweise darauf, dass sich eine Maus im Raum befindet, denn es könnte vorkommen, dass sich der kleine ungebetene Gast sonst vom Menschen unbemerkt tagelang in einem Raum einnisten kann. Durch diesen ständigen Absatz von Kot und Urin verunreinigen Mäuse nicht nur ihre Umgebung, sondern es werden dadurch vor allem Krankheitserreger übertragen. Sie sind nicht ungefährliche Hygieneschädlinge und somit ein ernsthaftes Problem.

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Ein anderer Hinweis auf ihre Anwesenheit sind angefressene Dinge, denn Mäuse sind triebhaft dazu gezwungen ihre beinahe diamantharten Nagezähne durch ständiges Knabbern abzuschleifen. Nager haben nämlich den grossen Vorteil ü um den wir Menschen sie grenzenlos beneiden ü dass ihre Schneidezähne ständig nachwachsen. Würde man sie am Knabbern hindern, würden die Zähne so lange werden, dass eine Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich wäre. Natürlich bleibt in ihrem instinktiven Verlangen kein Material verschont: Angeknabbert wird wahllos einfach alles: Mauern, Möbel, Matratzen, Teppiche sowie auch Stromkabel - wodurch sie enormen Sachschaden anrichten können.

Iltis, Wiesel, Marder und Raubvögel - und im Haus natürlich die Katze - sind die natürlichen Feinde der Maus. Deshalb sind in jedem Bauernhaus Miezen vorzufinden, sonst würde die Plage überhand nehmen, denn Mäuse vermehren sich mit einer ausgesprochenen Rasanz: Aus einem Mäusepärchen und dessen Nachkommen können in einem Jahr tausende

Junge hervorgehen.
Bei Befall kann man der Mäuseplage mit Köderboxen, Mausefallen und Giftködern (Vorsicht bei Kindern und Haustieren) Herr werden. Besser aber ist es, das Übel vorsorglich zu bekämpfen: Zur Vorbeugung müssen speziell im Herbst alle Türen und Fenster gut abgedichtet sein, denn Mäuse können sich durch das engste Schlupfloch zwängen. Die Kellerfenster und - wenn Kletterpflanzen am Haus sind - auch die oberen Fenster am besten mit ganz feinmaschigen Gittern versehen! Keine Nahrungsmittel und kein Tierfutter herumstehen lassen!
Die Hausmaus ist, neben den Menschen, das weitverbreitetste Säuge-Lebewesen auf der Erde. Diese Tatsache stimmte schon Albert Einstein nachdenklich: üDer Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.ü

von Vilma-Sonja Zugmaier