Maulwurf bekämpfen und langfristig vertreiben

Maulwurf bekämpfen und langfristig vertreiben Niedlich, aber nicht für jeden Gärtner eine Freude: der MaulwurfFür die meisten Menschen stellen Maulwürfe possierliche Tiere mit vielen nützlichen Eigenschaften dar. Doch so mancher Gärtner findet es zum Haare raufen, wenn der Rasen mit unzähligen Maulwurfshügeln verziert ist oder die Wurzeln der mühevoll gezüchteten Pflanzen dem Grabungen des kleines Tieres zum Opfer fallen.

Es gibt einige Tipps und Tricks, wie man es schaffen kann, dass der putzige Untertagearbeiter den Garten freiwillig wieder verlässt und

niemals wiederkommt.

Hoher Lärmpegel gegen Maulwurfbefall

Maulwürfe dürfen nicht einfach gefangen, verletzt oder gar getötet werden, denn sie stehen unter Natur- und Artenschutz. Das gilt auch für sogenannte Lebendfallen. Beim Versuch, die Tiere mit einer solchen Falle einzufangen, sind zu oft schon Maulwürfe durch Quetschungen oder den hohe Stresspegel zu Tode gekommen. Auch wollen die tagblinden Erdarbeiter niemanden Schaden zufügen, sind sie doch nur ständig auf Nahrungssuche und lieben
  • Käferlarven,
  • Schädlinge jeder Art,
  • kleine Würmer
  • Maden.
Um ihre Lieblingsspeise zu finden, nehmen sie einige Strapazen und lange Wege auf sich. Gärtner könnten sich eigentlich freuen, denn dort wo ein Maulwurf sich häuslich niederlässt, da stimmt auch die Qualität des Bodens. Leider achten die fleißigen Tiere bei ihrer Suche nach Leckereien nicht auf Pflanzen oder den Rasen und kennzeichnen ihre Revier mit einer unliebsamen Hinterlassenschaft: dem Maulwurfshügel. Da Maulwürfe nicht besonders gut sehen, müssen sie sich auf ihren exzellent ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinn verlassen. Vor allem das Gehör funktioniert so gut, dass er die Geräusche eines Insektes als Lärm wahrnimmt. Und genau bei diesen empfindlichen Sensoren sollten Gärtner ansetzen. Bei den kleinsten Schwingungen oder Erschütterungen wittert der Maulwurf Gefahr und sucht Zuflucht in seinen unterirdischen Gängen. Schon wenige Schritte oder das Geräusch tobender Kinder sind für die sensiblen Ohren der Maulwürfe eine Qual.

Gärtner können sich mit einer Eisenstange im Boden behelfen, an die sie in regelmäßigen Abständen klopfen. Durch die Schwingungen werden die Maulwürfe vertrieben. Auch eine in die Erde eingegrabene Flasche erfüllt ihren Zweck. Das Zusammenspiel von geöffnetem Flaschenhals und Wind ergibt pfeifende Geräusche, die dem Maulwurf absolut nicht bekommen. Auch ein Windspiel oder leere Dosen sowie der Lautsprecher eines Radios  haben einen ähnlichen Effekt. Der Phantasie des Gärtners sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die unliebsamen Maulwurfshügel verschwinden nur, wenn der Maulwurf weg istIm Fachhandel sind auch sogenannte Impulsgeber erhältlich, die mit Vibrations- oder Schallwellen funktionieren und mit Solarzellen oder Batterie betriebenen werden. Allerdings sind arbeiten die Geräte mit einem ständig wiederkehrenden, monotonen Geräuschpegel, an den sich die schlauen Tiere schnell gewöhnen. So kann es passieren, dass sie trotz des Lärms einfach weiter ihren Umgrabetätigkeiten nachgehen.

Unangenehme Gerüche zur Maulwurfvertreibung

So sensibel wie das Gehör der Maulwürfe ist auch ihr Geruchssinn auf der Suche nach Leckerbissen in der Natur. Unangenehmen  Gerüchen gehen sie dabei aus dem Weg. Gärtner können versuchen mit ganz unterschiedlichen Geruchskomponenten, ihren unliebsamen Besucher zu vertreiben. So können zum Beispiel ...
  • Holunderbeerjauche,
  • Seifenlauge,
  • verdorbene
    Molke,
  • Heringsbrühe,
  • Zitrusgerüche,
  • Buttermilch
... abstoßend auf das feine Näschen des Maulwurfs wirken und er tritt den Rückzug aus dem Garten an.

Besonders

hilfreich scheint der Einsatz von Buttersäure zu sein. Der Geruch, der selbst für den Menschen nur schwer zu ertragen ist, ist für Maulwürfe anscheinend besonders widerwärtig. Ein Spezialtipp ist auch ein Granulat, welches aus Tonerde besteht und mit einem Öl aus Knoblauch, Ethanol oder Lavandin versehen wird. Dieses Granulat kann tief in den Boden eingraben werden, wo der Geruch relativ lange haften bleibt. Auch die unterirdischen Gänge der Maulwürfe sollten damit befüllt werden. Positiver Nebeneffekt dieser biologischen Vertreibungsmethode: auch die Wühlmäuse mögen den Geruch nicht und verschwinden gemeinsam mit dem Maulwurf auf Nimmerwiedersehen aus dem Garten.

Maulwurfgas und Vorbeugung

Nicht nur für Kleingärtner kann der Maulwurf zu einem lästigen Übel werden, auch Bauern können ein Lied davon singen. Gerade im Ackerbau oder beim Anbei von Gemüse- und Obstkulturen muss der Ertrag gesichert sein. Hier hat sich Maulwurfgas über die Jahre immer mehr bewährt. Mit einem Stock werden die Erdgänge der Maulwürfe ertastet und geöffnet. Dabei wird das Gas, welches aus Calciumkarbid besteht, in die vorhandenen Gänge der Tiere eingebracht. Durch die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit, welche sich mit dem Gas verbindet, entsteht ein für die Tiere unangenehmer Geruch, der sie dauerhaft in die Flucht treibt. Man kann allerdings auch schon im Vorfeld einiges dafür tun, dass sich ein Maulwurf im Garten gar nicht erst wohlfühlt. Wenn die Möglichkeit besteht, kann der Garten für den Maulwurf unattraktiv angelegt werden. Soll heißen, viele Steine und extrem schwerer Boden. So hat der fleißige Arbeiter viel zu tun, um nach oben zu graben und unterlässt es ganz.

Weiterhin kann man den Garten mit einem engmaschigen Zaun begrenzen, der ungefähr 50 cm tief in den Boden ragt. Einen ähnlichen Aufwand bringt das Auslegen von Bodenmatten mit sich. Diese werden 40 cm tief in die Erde gebracht und verhindern die Grabarbeiten der Maulwürfe. Auch das Verdichten des Erdreiches bringt den gewünschten Effekt. Maulwürfe lieben leichte, lockere Erde, in der sich schön graben lässt. Wer den Boden mit einer Walze verdichtet und platt drückt, muss nicht mit der Ankunft von Maulwürfen rechnen.

Maulwürfshügel bringen viele Gärtner dazu, falsche Mittel gegen den Maulwurf einzusetzenKleines Tier - große Wirkung: Wissenswertes in Kürze

Maulwürfe stehen unter Naturschutz und dürfen nicht getötet oder gefangen werden. So niedlich die putzigen Tiere auch sind, im eigenen Garten möchte sie kein Gärtner haben. Mit einigen kleinen Tipps und Tricks ist es möglich, auf sanfte und schonende Weise, den kleinen Nachtarbeitern einen anderen Weg zu weisen und sie für immer aus dem heimischen Naturparadies zu verbannen.

Übrigens: Fühlt sich ein Maulwurf in Ihrem Garten wohl, zeugt dies von einem gesunden und fruchtbaren Boden, da sich die wühlfreudigen Tiere nur dort aufhalten, wo ausreichend Nahrung vorhanden ist. Die unterirdisch lebenden Graber präferieren daher Böden, die von vielen Kleinlebewesen besiedelt sind.
  • Maulwürfe dürfen keineswegs verletzt oder gar getötet werden.
  • Sie stehen unter Naturschutz und sind überdies wichtige Nützlinge.
  • Das Vorurteil, dass Maulwürfe Pflanzen zerstören und anfressen, ist unbegründet.
  • Maulwürfe nehmen tierische Nahrung zu sich. Schnecken und Engerlinge werden gern vertilgt.
  • Der Maulwurf sorgt letztlich dafür, dass Pflanzenschädlinge nicht überhand nehmen.
Wer aktiv werden möchte, sollte ausschließlich tierfreundliche Methoden wählen, um den Maulwurf im Garten zu bekämpfen:
  • Im Handel angeboten werden Ultraschallgeräte, die den Maulwurf aus dem Garten vertreiben sollen.
  • Ähnlich funktioniert ein altbewährter Trick, bei dem Flaschen mit der Öffnung nach oben in den Boden gesteckt werden. Die durch den Wind erzeugten Schwingungen mögen Maulwürfe nicht.
  • Im Fachgeschäft erhältlich sind überdies in Öl oder Kräuter getränkte Lavasteine, die in den Boden gesteckt werden, um Maulwürfe fern zu halten. Man kann diese auch vorbeugend nutzen.
  • Eingesetzt werden auch spezielle „Duftmischungen“. Zitrusölpräparate, Seifenlauge sowie Molke- und Buttermilchmischungen, aber auch Knoblauch und Jauche, die in die Gänge gegeben werden, sollen den Maulwurf vertreiben
  • Angeboten wird auch die Incarvillea delavayi-Pflanze. Deren positiver Effekt zur Maulwurfsbekämpfung ist jedoch im Allgemeinen als relativ gering einzustufen. Zur Verschönerung des Gartens ist die hübsche Pflanze allerdings allemal geeignet.
Die beste Variante ist jedoch, sich mit dem Maulwurf im Garten anzufreunden. Wem es nicht übermäßig stört, ab und an Maulwurfshügel glatt zu machen, sollte keine weiteren Schritte zur Vertreibung des Wühlers unternehmen. Übrigens: Die aufgeworfene Erde stammt aus tieferen Erdschichten und eignet sich hervorragend als Blumenerde.