Liste einheimischer Spinnen - Spinnen bekämpfen

Liste einheimischer Spinnen - Spinnen bekämpfen

Immer gut getarnt: Spinnen im NetzManche lieben sie, andere verachten sie. Die Rede ist von Spinnen. Obwohl fast alle 1.000 heimischen Spinnenarten giftig sind, schaden sie den Menschen kaum. Beißen können diese wohl, meist aber nur, wenn sich Spinnen bedroht fühlen und nicht weiter wissen. Wer auf ein Spinnentier trifft, braucht also keine Angst vor einem tödlichen Biss bekommen. Es sein denn, es handelt sich um ein exotisches Tier, das aus dem Ausland importiert wurde.

Solche, die in der freien Natur leben, zählen zu den Unbedenklichen.

 

So lange wir wissen, dass Spinnen nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren zählen, so lange wissen wir auch schon, dass sie nützliche Tiere sind, zumal sie sich mit Hingabe der verhassten Insekten wie z.B. Fliegen, Mücken - Mittel gegen Stechmücken, Flöhe, Asseln, Gelsen, Silberfische usw. annehmen. (Mit einer "Giftspritze" lähmen sie ihre Beute, verflüssigen mit dem nachfolgenden Verdauungssaft ihren Körperinhalt - um diesen anschliessend gierig aufzusaugen.) Ebenso bewusst ist uns, dass Spinnen an uns Menschen keinerlei Interesse zeigen, sondern ganz im Gegenteil, als unser "Freund und Helfer" einen bemerkenswerten Beitrag zur Schädlingsbekämpfung leisten -  und uns eher erfreuen als erschrecken wollen.

 

Spinnen ohne Ende - 1000 Arten, viele Eigenschaften

 

Da es rund tausend Spinnenarten in Mitteleuropa gibt, ist es unmöglich, diese alle zu erwähnen. Die folgende Liste gibt jedoch einen Überblick, welche Spinnen es in Deutschland in größerer Verbreitung gibt. Eine kleine Information zur Weberknechte vorweg. Es handelt sich dabei um keine Spinnen, wie sie oft verwechselt. Der Körper weist minimale Unterschiede auf und sie verspeisen ebenso andere Insekten.

 

Die kreative Kreuzspinne

Einer der häufigsten Spinnenarten in Deutschland ist die Kreuzspinne. Sie spinnt radförmige Netze und sucht sich ihre Plätze zwischen Bäumen sowie in Bodennähe. Ihren Namen bekam sie, weil sich auf dem Körper ein kleines Kreuz befindet.

 

Die häusliche Spinne

Häuslich aber doch oft unbeliebt ist die Hausspinne auch große Winkelspinne genannt. Sie hält sich meist in Gebäuden oder auch zwischen Steinen auf. Man erkennt diese Art an ihren Netzteppichen, worin sich die Spinne unter Tags ausruht, bis sie erneut zur Arbeit schreitet.

Zebraspringspinne: Aus der Springspinnen-Familie

 

Auch diese befindet sich oft in der Nähe von Häusern. Vorwiegend an den Außenmauern an windgeschützten Punkten. Da die Zebraspinne winzig ist, wird sie nicht immer wahrgenommen. Ihre Bauart sind kleine Gespinste, die in Felseinlagerungen angelegt werden. 

 

Berühmt-berüchtigt: die KreuzspinneDer kleine Wolf vom Trockenrasen

Die Wolfspinnenart ist ebenfalls eine häufige, die in Europa hausiert. Insgesamt gibt es rund 200 Arten von dieser. Die Tarantel gehört ebenso dazu, lebt aber vorzüglich in wärmeren Ländern.

 

Vorsichtig: Blinde Passagiere im Anmarsch

Noch sind keine Spinnen bekannt, die für Bewohner gefährlich sind. Da fortlaufend ausländische Tiere über die Alpen nach Deutschland wandern, werden diese jedoch regelmäßig

beobachtet. Auch die Zitterspinne landete seinerzeit im Jahre 1995 mit einem Bus vom Mittelmeer in ein deutsches Parkhaus, wo diese entdeckt wurde. Laufend werden innovative Arten aufgespürt und erforscht. Da 2012 erneut eine in einem Parkhaus auftauchte, besinnen sich die Forscher heute auf solche Gebiete. Die Leuchtstoffröhren ziehen Spinnen an. Da etliche Reisebusse in solchen

Parkhäusern parken, bleiben die Spinnen logischerweise fürs Erste dort.

 

Die Zoropsis jagt durch Gebäude

Eine weitere eingeschleppte Spinne ist die Zoropsis Spinimana, auch Kräuseljagdspinne genannt. Sie wurde bereits in vielen Gebäuden, bekannter Städte wie Mannheim, Köln, Bremen, Bonn, Main usw. gesichtet. Sie sieht ein wenig der Wolfsspinne ähnlich, ist aber um zwei Zentimeter länger. Das Besondere an dieser Spinne ist, dass sie ihre Beute mit Gift tötet und nicht in ein Netz wickelt. Für Menschen ist diese Art dennoch ungefährlich. Die schwarze Witwe aus Belgien kommt auch vereinzelt zum Vorschein. Eine Fortpflanzungswelle dieser Art wurde nicht beobachtet.

 

Allein dieses Wissen um ihre Freundschaft und Dienlichkeit ändert nichts an unserem Ekel, der bei manchen Menschen sogar in einer Phobie gipfeln kann. Im Garten lebend sind sie uns auch gleichgültig, hier dulden wir sie ja bereitwillig - aber leider lieben Spinnen es auch gemütlich und kommen gern zu uns in Haus, wenn es draussen unwirtlich und herbstlich wird. Im Bewusstsein um ihre Nützlichkeit wollen wir sie auch nicht unbedingt töten - sie aber doch in ihren natürlichen Lebensraum zurückbefördern bzw. dazu bringen, ihre Besuche zu unterlassen. Denn keinesfalls tragen Spinnennetze an der Zimmerdecke zu einem ästhetischen Ambiente bei. - Was also können wir tun?

 

Spinnen bekämpfen leicht gemacht

 

Eigentlich handelt es sich bei Spinnen um praktische Mitbewohner, die tatsächliche Schädlinge beseitigen. Da bedauerlicherweise einige Personen an einer Spinnen Phobie leiden, müssen oft die nützlichen Tiere weichen statt Mücken und Fliegen. Spinnen verkriechen sich meist dann in Häuser, wenn das Thermometer sinkt. Im Hochsommer bleiben sie eher draußen oder suchen sich kühle Steine. Kommt der Herbst, sollten jene, die Spinne nicht mögen, gleich Vorbeugemaßnahmen errichten. Türen am besten nie offen halten, sodass keine Spinnen reinkriechen können. Wer seine Fenster offen lassen möchte, bringt dort am besten ein Insektengitter an, welches auch andere Tiere fernhält.

 

Mittel gegen Spinnen

  • Vorbeugend: Für dicht schließende Fenster und Türen sorgen. Mit Insektenschutzgitter zumindest große Exemplare stoppen.
  • Bündel aus Lavendel an die Fenster hängen bzw. eine Schüssel mit getrockneten Lavendelblüten in Fensternähe aufstellen. (Spinnen mögen keinen Lavendel-Geruch.)
  • Die Tierchen einfangen, indem man ein Glas über sie stülpt, dieses abdeckt und sie so wieder in den Garten zurückbefördert.
  • Sie einfach mit dem Staubsauger aufsaugen. (Den Beutel dann raustragen, sonst krabbeln die Tiere wieder in Ihr Wohnzimmer zurück!)

Spinnen sind nützlich - mit ihren Netzen fangen sie viele Schädlinge einAlternativen zur Staubsaugermethode finden

 

Einige Personen gedenken mit einem Staubsauger wäre ihr Spinnenproblem gelöst. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Wer seine Spinnen einsaugt, riskiert, dass diese wieder rauskriechen und sich vielleicht auch noch darin vermehren. Natürlich könnte man den Staubsaugerbeutel nach Gebrauch sofort entfernen, was der Umwelt nicht dienlich wäre. Im Handel gibt es bessere Alternative, die für beide Parteien weniger schmerzhaft sind. Zum Beispiel:

  • Insektensprays: Mit Spinnenstop die Tiere veranlassen, Reißaus zu nehmen: Das Spray um ca. 10 Euro, tötet die Spinnen nicht, enthält jedoch eine für sie unangenehm riechende Flüssigkeit auf der Basis von ätherischen Ölen.
  • Insektenstecker: Räume mit dem Spinnenvertreiber Spinnenfrei bestücken. Einfach in die Steckdose stecken -  die ultrahohen Töne vertreiben die Krabbeltiere. Ca. 20 Euro.
  • Lebensfallen sind natürliche Möglichkeiten, die Spinnen zwar fangen, aber nicht töten. Sobald eine Spinne in die Falle tappt, diese danach einfach in der Natur freilassen.

Der Vorteil an so einer Falle liegt klar auf der Hand, wer an einer Phobie leidet, muss das Tier nicht direkt angreifen. Eine weitere Option sind Insektenstecker und diese enthalten Nervengift. Gegen Spinnen hilft dieser auf jeden Fall, nur sollten diese Stecker nicht in der Nähe von Kindern und Schwangeren verwendet werden. Da es sich um starke Chemie handelt. Die natürliche Lavendelmethode ist dem vorzuziehen. Auch eine Möglichkeit sind Insektensprays, um Spinnen zu überwältigen.

 

Spinnen töten, macht jedoch wenig Sinn und sollte nur bei schlimmen Phobien an der Tagesordnung stehen. Aussetzen ist immer die beste Alternative, weil dem Tier dadurch nichts passiert. Gegen schlimme Spinnenphobien gibt es gute Hypnosesitzungen die schon vielen Menschen geholfen haben. Manchmal genügt es auch, sich einfach mit dem Tier zu identifizieren. Es in Ruhe zu beobachten und nicht gleich schreckhaft weglaufen. Fazit: Spinnen sind nützliche Tiere, die niemanden erschrecken möchten und sie haben ein Recht auf Leben.