Bekämpfung von Spinnmilben

Bekämpfung von Spinnmilben

Spinnmilben treten relativ häufig auf und sind schwer zu bekämpfen. Viele schöne Zimmer- und Kübelpflanzen fallen ihnen zum Opfer. Obwohl die kleinen Spinnentiere wirklich winzig sind, richten sie große Schäden an.

schaedlinge-schildlaeuse_flSpinnmilben siedeln anfangs meist an den Blattunterseiten und saugen dort Saft aus dem Zellgewebe.

Oft werden die Blätter daraufhin gelb und vertrocknen. Noch lieber befallen die Schädlinge allerdings Triebspitzen. Dort saugen sie die frischen Blätter und zarten Äste leer, die sofort absterben.

Meist erkennt man die Spinnmilben erst an ihren feinen

Gespinsten, welche sie meist an den Triebspitzen errichten. Wenn man diese mit bloßem Auge erkennen kann, hat die Pflanze meist schon einen großen Schaden und es ist sehr spät für Gegenmaßnahmen.

Was tun bei Verdacht auf Spinnmilbenbefall?

Schon beim bloßen Verdacht, dass eine Pflanze von Spinnmilben befallen sein könnte, sollte man das gesamte Gewächs mit Wasser regelrecht einnebeln. Geignet hierfür ist ein Wassersprüher, der besonders feine Tröpfchen versprüht. Man sprüht nie direkt auf die Pflanze, sondern etwas darüber, damit sich die Tröpfchen beim Fallen auf die unsichtbaren Gespinste legen. So kann man sie gut erkennen. Ist der Befall noch nicht so hoch, kann man Gegenmaßnahmen einleiten.

Gegenmaßnahmen

Am besten hilft erst einmal, die befallene Pflanze sehr gründlich abzuduschen. Je härter der Wasserstrahl dabei ist, um so besser spült man die Schädlinge ab. Man sollte auch nicht vergessen, von unten zu duschen. Viele Spinnmilben sitzen unter den Blättern.

Wenn die Blätter getrocknet sind, wird die Bekämpfung mit einem Spritzmittel
fortgesetzt. Zu bedenken ist dabei, dass die meisten Mittel die Eier nicht mit abtöten. Deshalb muss man die Spritzungen etwa 6 Wochen lang wöchentlich wiederholen. So werden die frisch geschlüpften Spinnmilben immer rechtzeitig abgetötet, bevor sie wiederum Nachwuchs produzieren können. Wenn man für einige Wochen unterbricht, kann eine neue Generation heranwachsen. Das Problem mit dieser ist, dass sie oft gegen das Spritzmittel immun ist, was die Bekämpfung deutlich erschwert.

Geeignete Spritzmittel

Am besten geeignet sind systemisch wirkende Mittel, welche über die Blätter von der Pflanze aufgenommen werden. Diese Mittel sorgen dafür, das aus dem Gewächs eine „Giftpflanze“ wird, wenigstens für kurze Zeit. Wenn die Spinnmilben dann Pflanzensaft saugen, nehmen sie das Gift mit auf und sterben. Rogor und Metasystox sind dafür gut geeignet. Sicherheitshalber sollte man immer im Freien spritzen. Außerdem ist der Geruch äußerst unangenehm. Den möchte man nicht in der Wohnung haben.blattlaesue_fl

Eine längere Zeit wirken Mittel wie Vertimec und Pentac. Bei diesen reicht ein ein- oder zweimaliges Spritzen. Die Mittel sind aber teuer und Pentac ist in Deutschland nicht mehr erhältlich. Man muss es aus dem Ausland beziehen.

Was man unterlassen sollte!

Ölhaltige Mittel verkleben zwar die Atmungsorgane der Spinnmilben, leider aber auch die der Pflanzen. Das kann im schlimmsten Fall zu deren Absterben führen. Hartlaubigen Pflanzen machen die ölhaltigen Präparate nicht so viel aus. Bei Citruspflanzen oder dem beliebten Ficus benjaminii kommt es nach einem Einsatz solcher Mittel meist zur totalen Entlaubung.

Nützlinge wie die Raubmilbe, die Spinnmilben frisst, helfen in der Natur, aber in Räumen nur begrenzt. Zwar

fressen sie alle lebenden Milben, aber wenn auch nur zwei Eier überleben, beginnt alles von vorn. Die Nützlinge sind teuer und helfen nicht dauerhaft. Man hat zwar kurzzeitig Ruhe, aber das ist meist nur die Ruhe vor dem Sturm.

Viele biologischen Mittel sind nicht geeignet. Ausnahmen bilden Chrysanthemenextrakt, Niem oder ähnlich wie dieses wirkende Mittel.

Das Einsprühen mit Seifenlauge oder Spiritus beseitigt einen großen Teil der Spinnmilbenpopulation, aber niemals alle und keine Eier. Der Rest vermehrt sich und es ist einem nicht wirklich geholfen mit dieser Methode.