Spinnenmilben bekämpfen

Spinnenmilben bekämpfen

Sie ist von nahezu jedem Hobbygärtner und Botaniker gefürchtet: die Gemeine Spinnenmilbe. Hierzulande sind es vor allem die etwa einen halben Millimeter großen, leicht orangefarbenen oder grünlichen Spinnenmilben, die unseren Zimmerpflanzen gern „den Garaus machen“.

blattlaesue_flAber auch rötlich-braune oder gelbe Schädlinge kommen immer wieder vor.

Die Tetranychus urticae stechen mit ihren für alle Milbenarten typischen Mundwerkzeugen die Zellen einzelner Pflanzen an und saugen sie so nach und nach aus.

Üblicherweise sind sie an den Blattunterseiten eines Gewächses zu finden. Bereits nach kurzer Zeit wirken

die Blätter leicht gesprenkelt, und bei fortgeschrittenem Befall ist die typische, grau-braune Verfärbung erkennbar, bis sie „im Endstadium“ gänzlich eintrocknen. Gerade wenn es draußen kühler wird und infolge dessen mehr geheizt wird, treten Spinnenmilben vermehrt auf.

Ihre ausgesprochene Gefräßigkeit und Aktivität ist es, die die hierzulande heimische Spinnenmilbe so gefährlich macht. Typisch sind überdies die feinen, weißlichen Gespinste, die an befallenen Pflanzenteilen häufig zu sehen sind. Unter dem Einfluss von Feuchtigkeit fallen diese Gespinste sogleich ins Auge.

Besondere „Leckerbissen“ für Spinnenmilben

Zimmerrosen liebt die Gemeine Spinnenmilbe ebenso sehr, wie den süßen Saft des Ficus‘, der Primel oder des Rhododendrons. Aber auch auf der Glockenblume, auf zahlreichen Efeupflanzen oder auf dem Roseneibisch lässt sich die Tetranychus urticae sehr gern nieder.

Darüber hinaus lässt sie aber auch verschiedene Kakteenpflanzen, Begonien, Wolfsmilchgewächse und sogar Orchideen-Arten nicht aus. So vielfältig die geschmackliche Vorliebe der Gemeinen Spinnenmilbe auch ist, so wenig widerstandsfähig ist sie doch.

Sehr zur Freude des Hobbygärtners, denn dies wiederum ermöglicht zahlreiche Verfahrensweisen, der Spinnenmilben-Plage
auf der Fensterbank oder auf der heimischen Terrasse Herr zu werden. Nichtsdestotrotz sind diesbezüglich Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt.

Gleiches mit Gleichem „vergelten“?

In der Vergangenheit hat sich die eine oder andere Methode etabliert, Spinnenmilben bekämpfen zu können. Manche von diesen Verfahrensweisen garantieren zwar in der freien Natur durchaus vielversprechende Erfolge.

Allerdings im Hinblick auf die Bekämpfung von Spinnenmilben auf Zimmerpflanzen sind sie mitunter vollkommen ineffektiv. In diesem Zusammenhang ist unter anderem beispielsweise der Einsatz so genannter Raubmilben erwähnenswert.

Diese werden im Handel nicht selten für viel Geld offeriert, nützen letztendlich aber nur dem Händler selbst…. Raubmilben fressen die Spinnenmilben, aber eine vollständige Bekämpfung der Plage – zumindest beim Einsatz auf Zimmerpflanzen - ist damit nicht (immer) möglich.

Das bedeutet, dass sich die überlebenden Spinnenmilben also auch weiterhin stark vermehren und ihrer Gefräßigkeit freien Lauf lassen können. Schon sehr bald nimmt die Zahl der Spinnenmilben auf der Zimmerpflanze wieder unüberschaubare Ausmaße an.

Ideenreichtum ist gefragtschaedlinge-schildlaeuse_fl

Wenngleich es im Allgemeinen heißt, dass die Gemeine Spinnenmilbe die am schwersten zu bekämpfende Ungezieferart sei, so ist gegen diesen Schädling doch das eine oder andere „Kraut gewachsen“. Mit kleinen Plastiktütchen beispielsweise lassen sich im sehr gut Spinnenmilben bekämpfen.

Denn die winzigen Schädlinge schätzen eine möglichst niedrige Luftfeuchtigkeit. So bietet es sich also an, die betroffenen Pflanzen zunächst unter der Dusche abzuspülen, um im Zuge dessen bereits einen Teil der Spinnenmilben zu entfernen.

Danach werden die von Schädlingen befallenen Pflanzenteile in Plastikhüllen verpackt, um ein möglichst feuchtes Klima zu schaffen. Nach

einigen Tagen erst werden die Tütchen entfernt und die Pflanze noch einmal vorsichtig abgespült. Im Anschluss daran empfiehlt sich die Nachbehandlung mit einem Milbenbekämpfungsmittel.

Präparate aus dem Fachhandel – oder aus dem Küchenschrank

Rapsöl oder andere (Pflanzen-)Öle schätzen Spinnenmilben ganz und gar nicht. Somit kann es mitunter ratsam sein, nach dem Abspülen der Zimmerpflanze die Schädlinge durch einige Spritzer Öl zu benetzen. Auch spezielle Insektizid-Stäbchen leisten in der Regel sehr gute Dienste gegen Spinnenmilbenbefall und beugen darüber hinaus einem erneuten Befall vor.