Was sind Bakterizide, Aphizide, Viruzide & Akrazide?

Was sind Bakterizide, Aphizide, Viruzide & Akrazide? Viele Chemikalien kommen bei der Schädlingsbekämpfung im Garten zum Einsatz - was bedeuten ihre kryptischen Bezeichnungen?Wenn die schönen Pflanzen im Garten mit einem Mal anfangen, zu schwächeln, faulen oder zu sterben, kann das mehrere Ursachen haben. Bakterien und Viren können schwerwiegende Krankheiten auslösen. Blattlaus- und Milbenbefall sind ebenfalls sehr schädlich für die Pflanze. Zum Glück gibt es für all diese Probleme chemische Produkte, die gegen den Störenfried eingesetzt werden können.

Bakterizide


Bakterien befinden

sich überall im Nährboden und sind unabdingbar für dessen Fruchtbarkeit. Problematisch werden die Bakterien, wenn sie Zugang zu den Pflanzen erlangen. Das passiert vor allem dann, wenn Pflanzen verletzt sind. Durch offene Stellen dringen die Bakterien ein und verursachen dann Wurzelfäulnis, Flecken und Welke.

Bakterizide sind Antibiotika bzw. Desinfektionsmittel, die gegen diese Bakterien wirken. Die Anwendung der Bakterizide führt zur Zerstörung der Zelle. Dadurch werden die Bakterien abgetötet. Bei der Anwendung der Bakterizide ist es wichtig, diese niemals vorzeitig abzusetzen. Es müssen mindestens 99% der Bakterien abgetötet werden, da sich sonst antibiotikaresistente Bakterien entwickeln, die nicht mehr bekämpft werden können.
Bakterienkrankheiten sind unter anderem:
  • Nassfäule (Alpenveilchen, Dieffenbachie, Iris, Kalla, Lilien, Orchideen, Sansevieria, Usambaraveilchen)
  • Wurzelkropf (Apfelbaum)
  • Ölfleckenkrankheit (Begonien, Efeu, Pelargonien)
  • Fettfleckenkrankheit (Bohnen)
  • Gallenkrankheit (Dahlien)
Bakterizide sind in etwa für zehn Euro pro Liter zu kaufen.

Aphizide

Aphizide sind Insektizide und bekämpfen Blattläuse. Es sind Gifte, die die Blattläuse abtöten. Blattläuse können Pflanzen schwer schädigen und sollten daher umgehend bekämpft werden. Sie befallen vorwiegend Jungpflanzen und überdüngte Pflanzen sowie jene, die bereits geschwächt sind und Mangelerscheinungen aufweisen. Das Entfernen der Blattläuse mit der Hand ist zunächst einmal sehr zeitaufwändig und zudem sehr unzureichend, da vieles übersehen werden kann, ganz besonders die Eier. Daher ist die Anwendung der
Aphizide zu empfehlen. Diese dringen in das Blatt der Pflanze ein und werden von den Blattläusen über den eingesogenen Pflanzensaft aufgenommen, wodurch sie absterben.

Aphizide sind schwieriger zu kaufen und meist nur im Fachhandel erhältlich. Daher kann man auch selbst Aphizide herstellen: Einfach Öl im Wasserbad auf etwa 35°C anwärmen, einige Tropfen Milch und Neem-Öl einrühren und auf die betroffene Pflanze sprühen. Aufgrund schneller biologischer Zersetzung des Öls sollte dieser Vorgang ein bis zwei Mal am Tag wiederholt werden.

Viruzide


Viren wirken sehr schädlich auf befallene Pflanzen. Sobald eine Pflanze Symptome wie Nekrosen, Wuchshemmungen, Adernaufhellungen, Blattmosaik, Fruchtdeformationen oder Minderertrag aufzeigt, kann von einem Virusbefall ausgegangen werden. Viren werden von kranken auf gesunde Pflanzen übertragen. Die Übertragung erfolgt meist über Blattläuse und Käfer, weshalb die Bekämpfung der Viren immer mit der Verwendung von Insektiziden einhergehen sollte.

Viruzide töten Viren, indem sie die Nukleinsäure der Viren schädigen und die Oberflächenproteine des Virus angreifen. Dadurch wird die Infektiosität der Viren erheblich herabgesetzt. Auch die Viruzide gehören zu den Desinfektionsmitteln. Viruzide werden unter anderem als virusinaktivierend beschrieben. Sollte es allerdings zu sehr starkem Virenbefall kommen, sollte die betroffene Pflanze schnellstmöglich entsorgt werden, da die Gefahr einer Übertragung der Viren zu hoch ist.

Die Preise für Viruzide sind meist im Bereich von zehn Euro pro Liter.

Akrazide sind ein effektives Mittel gegen SpinnmilbenAkrazide

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Bei einem Milbenbefall ist der Einsatz von Pestiziden oder auch Bioziden sinnvoll. In dem speziellen Fall werden Akrazide angewandt. Die Gallmilben, Spinnmilben und Weichhautmilben sind die drei Obergruppen, aus denen sich die Familie der Milben zusammensetzt. Milben können schwere Schäden an Pflanzen hinterlassen, unter anderem Wurzelschädigungen und den Tod von Jungpflanzen. Akrazide bekämpfen Milben und Zecken. Sie wirken ähnlich wie die Aphizide und sind umweltverträglich. Für etwa zehn Euro bekommt man meist einen Liter. Nicht stehen lassen!

Grundsätzlich gilt: Kranke Pflanzen sollten niemals einfach so stehengelassen werden. Die Ansteckungsgefahr auf andere Pflanzen steigt mit der Zeit der Untätigkeit. Also lieber schnell handeln!

Zusammenfassung
  • Aphizide sind Gifte, die der Bekämpfung von Blattläusen dienen.
  • Akrazide sind chemische Pflanzenschutzmittel, die speziell auf Sonnentiere wie Spinnmilben, Raubmilben und Hausspinnen wirken.
  • Bakterizide sind Substanzen, die Bakterienzellen schädigen und den Tod des Bakteriums herbeiführen. Sie sind ein chemisches Mittel und werden zum Pflanzenschutz eingesetzt.
Zugeordnet werden Bakterizide der Gruppe der Antiinfektive, wie einige Antibiotika und den Desinfektionsmitteln. Unterschieden werden hierbei bakterizide und bakteriostatische Substanzen. Die bakterizid wirkenden Substanzen haben eine abtötende Wirkung und töten die Keime innerhalb der ersten vier Stunden nach ihrer Anwendung. Die bakteriostatischen Substanzen hingegen hemmen lediglich das Wachstum der Keime.

Viruzide sind Substanzen, die die Steuerung einer Zelle durch den Virus verhindern. Dies geschieht durch eine Schädigung. Es gibt zertifizierte Viruzide, die nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie geprüft sind und in der DGHM-Liste für Desinfektionsmittel enthalten sind..