Was sind Insektizide - Bekämpfung von Insekten

Was sind Insektizide - Bekämpfung von Insekten Fliegen werden zwar als Störung empfunden, aber für Gärtner gibt es weit schlimmere SchädlingeBlattläuse, Käfer und vieles mehr können Zier- bzw. Nutzpflanzen schaden. Zu deren Schutz vor schädlichen Insekten gibt es im Handel zahlreiche Produkte. Alternativ dazu gibt es eine Reihe selbst hergestellter Insektizide, die große Wirkung zeigen, ohne den Boden mit chemischen Stoffen zu belasten.

Chemische Insektizide & biologische Mittel

Chemische Substanzen wirken sich bei den Insekten auf das Nervensystem,

im Speziellen auf die Signalübertragung, aus. Die Aufnahme erfolgt dabei entweder beim Kontakt mit dem Schutzmittel, durch das Fressen oder Einatmen. Biologische Pflanzenschutzmittel werden im Handel mittlerweile verstärkt angeboten, denn sie sind weniger belastend für die Pflanzen bzw. die Umwelt.

Biologische Mittel kommen jedoch nicht ohne chemische Substanzen aus, die allerdings meist in geringere Dosierung vorkommen oder es werden Stoffe verwendet, deren Wirkung sich erst nach längerer Zeit einstellt. Abhängig von der Art des Insektizids bauchen sich die Stoffe beispielsweise bis zur Erntezeit oder bis zum Ende der Vegetationsperiode ab.

Biologische Mittel zur Insektenbekämpfung sind meist frei im Handel erhältlich, es gibt jedoch auch Mittel, die häufig bei großen Produzenten verwendet werden, die ohne eine Ausbildung im Umgang mit den Mitteln nicht verwendet werden dürfen. Diese töten rascher Insekten ab, die beispielsweise die Ernte bedrohen, dürfen im Gegenzug jedoch meist nicht ohne entsprechende Schutzkleidung verwendet werden, da es sonst beispielsweise zur Reizung der Haut kommen kann. Derartige Mittel sind jedoch auch bis zur Ernte wieder abgebaut, sodass ein Verzehr der Früchte gefahrlos möglich ist.

Hausgemachter Pflanzenschutz

Es gibt eine Reihe von Insektenschutzmitteln für Pflanzen, die selbst hergestellt werden können. Eines der wichtigsten Helfer bei der Bekämpfung von Schadinsekten sind Nützlinge. Durch die Schaffung von entsprechenden Lebensräumen für Insekten wie Marienkäfer oder Florfliegen steht eine wirksame Armee an Schädlingsbekämpfern zur Verfügung. Die Verwendung von Ölen bei Pflanzen, die von Schadinsekten befallen sind, hat sich ebenfalls als wirksam erwiesen. Rapsöl ist besonders wirksam bei Blattläusen, Schildläusen oder Milben.

Verzicht auf Insektizide: Schon beim Pflanzen kann Insektenbefall vorgebeugt werdenDazu werden Pflanzenteile regelmäßig mit dem Öl bestrichen, jedoch sollten nur kräftige und ältere Pflanzenteile damit bestrichen werden, denn bei jungen Trieben könnte es zu Verbrennungen kommen. Die
Insekten, die über den Ölfilm laufen, werden nach und nach damit überzogen, wodurch die Insekten aufgrund eines Sauerstoffmangels sterben. Alternativ zum Öl hilft auch das regelmäßige Abwaschen betroffener Pflanzenteile mit einer milden Seifenlauge. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass nicht zu viel von der Lauge auf den Boden tropft, da dies der Pflanze mehr schadet als ihr hilft.

Nachbarpflanzen und Fruchtfolge

Der Idealfall im Garten ist natürlich, wenn überhaupt keine Insektizide verwendet werden müssten. Dazu sollte die Fruchtfolge eingehalten und nicht immer die gleichen Pflanzen am gleichen Standort gepflanzt werden. Dadurch verhindern Sie, dass neu geschlüpfte Insekten an dem vorjährigen Standort wieder die gleiche bevorzugte Pflanzen befallen und sich dadurch stärker vermehren können. Zusätzlich wird der Boden durch eine Fruchtfolge nicht einseitig ausgezehrt, wodurch

es vorkommen kann, dass Pflanzen nicht mehr so gut wachsen bzw. nicht mehr so ertragreich sind aufgrund eines ausgelaugten Bodens.

Bereits beim Pflanzen sollten Sie darauf achten, welche Nachbarn jede Pflanze bekommt. Manche Pflanzen halten sich Schädlinge gegenseitig fern, weshalb Insektizide erst gar nicht notwendig sind. Gute Pflanzenkombinationen sind beispielsweise:
  • Karotten und Zwiebel
  • Kartoffel und Dill
  • Knoblauch und Erdbeeren
  • Salat und Lauch
Pflanzenarten der gleichen Pflanzenfamilie sollten nie nebeneinanderstehen! So sind der Kürbis und die Zucchini oder Bohnen und Erbsen keine guten Nachbarn, da sie von den gleichen Insekten befallen werden können. Eine besonders wirksame Pflanze im Garten gegen den Hauptfeind, die Blattlaus, ist der Lavendel. Dieser kann entweder direkt neben den betroffenen Pflanzen stehen, aber auch beispielsweise in Form von Öl oder eines Wasserauszugs auf die Stellen aufgesprüht werden. Letzteres bietet sich an, wenn der Lavendelbusch bereits sehr groß ist und geschnitten werden muss. Das geschnittene Kraut kann auch als Mulchmaterial verwendet werden.

Wissenswertes zu Insektiziden in Kürze
  • Insektizide dienen der Abtötung von Insekten und werden in der Landwirtschaft ebenso wie im Hygienebereich zum Vorrats- und Materialschutz verwendet. Zusätzlich werden einige Insektizide wie Lindan zur lokalen Behandlung von Parasitosen verwendet.
  • Unter anderem wirken Insektizide als Nervengift auf das Nervensystem der Insekten. Die Insekten nehmen wie Wirkstoffe über die Atemwege oder über den Verdauungstrakt auf. Es gibt aber auch Insektizide, die nach einer Berührung wirken. Des Weiteren gibt es Insektizide, die direkt gegen Eier und Larven wirken.

  • Bei Schädlingsbefall in solchem Ausmaß schaffen Insektizide schnell AbhilfeZu den üblichen Wirkstoffen gehören Naturstoffe wie Rotennon und Zimtöl, Pyrethroide, Carbamate, Alkenylester, organische Phosphorsäureester und Chlorkohlenwasserstoffe.
  • Des Weiteren gibt es Insektizide, die auf Basis von Pilzen, Fadenwürmern Bakterien und Viren bestehen. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft stellen Insektizidrückstände in Lebensmitteln und im Trinkwasser keine nennenswerte Gesundheitsgefährdung dar.
Vorsicht bei der Anwendung von Insektiziden!
  • Allerdings muss man bei der Verwendung im Wohnbereich vorsichtig sein. Da Insektizide in erster Linie als Nervengift wirken, kann bei einem missbräuchlichen oder fahrlässigen Gebrauch eine schwere allergische Reaktion ausgelöst werden. Diese äußert sich in Reizungen der Haut und Atemwege, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und Nervenschäden wie Krämpfen, Zittern und Lähmungen

  • Des Weiteren können Seh- und Gehstörungen, Herz-Rhythmusstörungen, Herz-Kreislaufstillstand, Schäden an Leber und Nieren sowie Durchfall und Erbrechen auftreten. Meist werden Insektizide in aufbereiteter Form im Handel verkauft. Dies bedeutet, dass die Insektizide Zusätze enthalten, die auf die jeweilige Anwendung optimal ausgerichtet sind. Die Ausbringung erfolgt als Begasungs- oder Räuchermittel, in Form von Sprays, als Elektroverdampfer oder in getränkten Papierstreifen. Des Weiteren gibt es Insektizide in flüssiger, pulverisierter Form oder als Granulat.