Nagerbekämpfung im Hobbygarten durch Rodentizide

Nagerbekämpfung im Hobbygarten durch Rodentizide Mäuse in Haus und Garten können mit Rodentiziden bekämpft werdenRodentizide sind chemische Mittel zur Nagetierbekämpfung. Da sie dazu gedacht sind, Säugetiere zu töten, sind sie auch für den Menschen nicht ungefährlich. Rodentizide erfordern ein gewisses Maß an Erfahrung und Fachkenntnis um die Umwelt und deren Lebewesen, welche nicht durch die Rodentitude bekämpft werden sollen, zu beschützen.

Eine Nagetierbekämpfung kann in verschiedenen Bereichen durchgeführt werden, wie zum Beispiel im Außen- sowie Innenbereich von Wohnanlagen, in der Kanalisation oder in

unbewohnten sowie bewohnten Gebäuden. Sollten sie nicht in der Lage sein den Schädlingsbefall selber zu beseitigen, so wenden sie sich bitte an eine Firma für Schädlingsbekämpfung oder aber auch an das Gesundheitsamt.

Allgemeines zur Nagerbekämpfung

Es gibt im Handel etwa 14 verschiedene giftige Mittel für die Nagerbekämfung, die 5 gebräuchlichsten sind:
  • Warfarin
  • Flocoumafen
  • Bromadiolon
  • Brodifacoum
  • Difenacoum
Nagetierbekämpfung auf Äckern, im Gewächshaus und auch in Wäldern wird mit verschiedenen Pflanzenschutzmitteln durchgeführt. Rodentizide für den Pflanzenschutz haben oft die gleichen Wirkstoffe, wie Mittel für den Biozidbereich. Allerdings unterscheiden sich hierbei die zu bekämpfenden Organismen. Zum Beispiel wird die Wühlmaus mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft und die Wanderrate, aber auch die Hausmaus mit Bioziden. Übrigens: Die Bisamratte wird in der Regel erfolgreich mit Fallen anstatt mit Bioziden bekämpft.

Wichtigste Maßnahme im Garten: Vorbeugung!

Im Grunde gibt es Schadnager nur dort, wo sie auch gut leben können. Dazu brauchen sie Futter und Gelegenheiten zum Nisten. Gerade auf Grundstücken die stark verwildert sind fühlen sie die Nager wohl.

Die besten vorbeugenden Maßnahmen sind daher:
  • Die Lebensmittel und besonders Tierfutter sollte für die Tiere unzugänglich sein. Außerdem sollten sie in verschlossenen Behältern stehen.
  • Leeren sie regelmäßig ihre Mülltonnen und achten sie darauf, dass sie immer gut verschlossen sind.
  • Lassen sie niemals irgendwelche Essensreste  stehen und entsorgen sie diese nur in geschlossenen
    Kompostanlagen.
  • Auch über das Abwasser entsorgte Lebensmittel können Schädlinge anlocken.
Das Futter für die Haustiere sollte ebenfalls nicht stehen bleiben. Füttern sie nur soviel, wie ihre Tiere auch essen. Den Rest wieder zurück in den geschlossenen Behälter.

Alternativen für Biozide

Die geläufigste Alternative für die Verwendung von Giftstoffen in der Schädlingsbekämpfung sind das aufstellen von Fallen. Paradoxer Weise sind hier laut Tierschutz nur Lebend- und Schlagfallen erlaubt. Klebefallen sind laut Tierschutz in Deutschland verboten.

Außerdem besagt das Tierschutzgesetz, dass die Fallen mindestens alle 8 Stunden kontrolliert werden müssen. Sollte eine Lebendfalle benutzt werden, muss das Nagetier natürlich im ausreichend großem Abstand zum Garten ausgesetzt werden. Sollten sie Lebendfallen benutzen bedenken sie bitte, dass beim Aussetzten der Tiere lediglich ein anderes Habitat (eventuell beim Nachbarn) besiedelt wird, das Nagerproblem also nicht beseitigt, sondern nur verlegt wird. Besonders Wanderratten, aber auch andere Nager, lassen sich nur sehr schwer mit Fallen einfangen. In diesem Fall ist die Verwendung von Giftstoffen oft unerlässlich. Eine andere Alternative sind Ultraschallgeräte, die die Tiere vertreiben sollen. Bisher gibt es allerdings keine Studien zur Wirksamkeit dieser Geräte.

Halten sich Kinder im Garten auf, ist vom Einsatz der Nagertiergifte abzusehenUmwelt- und Gesundheitsrisiken

Rodentizide sind gefährliche Giftstoffe. Sie können Nichtzielorganismen

wie zum Beispiel Haustiere oder auch kleine Kinder gefährden. Rodentizide dürfen außerdem nicht in Gewässer gelangen. Aber auch für Erwachsene sind diese Biozide gefährlich. Bitte richten sie sich unbedingt nach der Gebrauchsanweisung. Meistens sind diese Mittel mit Warnfarben eingefärbt und mit bitteren Stoffen versehen, sodass eine unbeabsichtigte Einnahme durch den Menschen vermieden wird. Achten sie bitte darauf, Rodentizide nur in Köderstationen zu verwenden, welche für Kinder und Haustiere unzugänglich sind. Entsorgt werden müssen die Köder unbedingt in Schadstofsammelstellen und niemals im Hausmüll.

Fazit: Das Wichtigste über Rodentizide
  • Mit dem chemischen Mittel Rodentizid werden Nagetiere bekämpft. Angewendet wird es in Fressködern und zur Begasung von Nagetiereingängen. Zu den Wirkstoffen gehört Cumarine, Warfarin, Bromadiolon, Difenacoum und Brodifacoum. In der Erde bilden diese Stoffe zusammen mit der Feuchtigkeit der Erde Phosphorwasserstoff. Dies verbreitet sich als Atemgift in den unterirdischen Gängen der Nagetiere und tötet sie.

  • Da Phosphorwasserstoff leicht entzündlich ist und in der Luft eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden kann, darf das Mittel nicht in der Nähe von Oberflächengewässern eingesetzt werden. In Deutschland ist die Durchführung von Begasungen daher sogar genehmigungspflichtig.

  • Als Fraßgift sind Rodentizide wesentlich ungefährlicher, töten jedoch auch Menschen, Vögel, Wild und Fische. Diese Wirkstoffe müssen daher nicht nur kindersicher gelagert, sondern auch mit Warnschildern versehen werden. Zudem muss eine geeignete Abdeckung geschaffen werden, damit gewährleistet ist, dass es nicht von anderen Tieren gefressen werden kann. Grundsätzlich darf dieses Fraßgift nicht in der Nähe von Oberflächengewässern eingesetzt werden.