Ameisenarten in Deutschland

Ameisenarten in Deutschland

Biologisch betrachtet gehören Ameisen genau wie Bienen zur Gruppe der Hautflügler - das heißt zu den Insekten. Bis dato wurden von Wissenschaftlern weltweit 9600 verschiedene Arten entdeckt - und tausende weiter sind möglicherweise bislang unentdeckt geblieben. 

ameisen4Für die Ökosystemfunktionen sind Ameisen unabdingbar: sie schaffen einen heterogenen Lebensraum und vertilgen Schädlinge. Zudem sind sie essentiell für die Verbreitung diverser Pflanzen. In Deutschland gibt es viel mehr Ameisenarten als man denken könnte: insgesamt sind 111 Arten bekannt. Man vermutet, dass mindestens 3 von ihnen aus wärmeren

Klimazonen eingeschleppt wurden. Die Ameisenarten verteilen sich indes nicht gleichmäßig in ganz Deutschland: in Süddeutschland nämlich ist die Artenvielfalt ungleich größer als im Norden. In Baden-Württemberg kommen 98 der 111 bekannten Arten vor, in Schleswig-Holstein hingegen nur 48.

Übrigens sind fast 75% aller Ameisensorten mittlerweile vor dem Aussterben bedroht und stehen somit auf der Roten Liste. Bei den in Deutschland lebenden Arten betrifft dies akut 11 Arten, 17 weitere gelten als stark gefährdet, 31 als gefährdet. Die bekannteste Sorte dieser bedrohten Ameisen ist die Rote Waldameise, die Hügel baut. 

Warum sind Ameisenarten in Deutschland gefährdet?

Der wichtigste Faktor ist der Verlust der natürlichen Lebensräume - das betrifft auch viele andere Lebewesen.

Gibt es fliegende Ameisen?

Die Arbeiterinnen bei den Ameisen besitzen zwar keine Flügel, wohl aber die Männchen und die künftigen Königinnen. Daher bezeichnet man diese oft als „fliegende Ameisen“. Allerdings setzen die Ameisen - im Gegensatz zu den Bienen - ihre Flügel nur bei so genannten „Hochzeitsflügen“ ein. Diese finden statt im Sommer und
dabei kann man oft ganze Scharen von fliegenden Ameisen beobachten. Direkt nach dem Hochzeitsflug sterben die Männchen, die begatteten Königinnen jedoch suchen sich einen passenden Lebensraum, werfen die Flügel ab und dann wird ein neuer Statt gegründet.

Stimmt es, dass Ameisen stechen?

Manche Arten die in Deutschland vorkommen, stechen tatsächlich. Die schwarze Wegameise übrigens, die meistens in Siedlungen anzutreffen ist, gehört allerdings nicht dazu. Was man allerdings schmerzhaft zu spüren bekommen kann, sind Bisse oder versprühte Ameisensäure. In der Regel jedoch verhalten sich die kleinen Krabbeltiere außerhalb ihres Nests sehr friedfertig. 

Eine sehr interessante Ameisenart: Amazonameisen

Diese Art veranstaltet Raubzüge in andere Ameisenstaaten und raubt die dortigen Larven und Puppen. Dann werden sie ins eigene Nest gebracht und dort als Sklaven gehalten. 

Ameisen, die Läuse halten

ameisen2Viele heimische Ameisenarten, zum Beispiel die Schwarze Holzameise oder auch die Gelbe Wiesenameise halten sich Läuse. Der von den Läusen produzierte Honigtau wird von den Ameisen gemolken. Aber auch die Blattläuse profitieren von dieser Art Viehhaltung: durch die Ameisen genießen sie einen Schutz vor den für sie tödlichen Marienkäfern. Diese Beziehung nennt man Trophobiose. Auch wenn sich normalerweise keiner darüber freut, wenn eine Ameisenstraße direkt durch die gute Stube führt oder auch ein Ameisennest im Garten entdeckt wird - man sollte immer bedenken, dass Ameisen im Garten eine ausgesprochen wichtige Bedeutung haben für das Ökosystem. Immerhin sorgen sie dafür, dass tote Insekten schnellstens beseitigt werden.

Dies trägt zum ökologischen Gleichgewicht bei. Im übrigen halten sie den Anteil an

anderen Insekten und Spinnen gering. Allerdings ist die Eigenschaft, dass Ameisen sich Läuse halten, für den Gärtner alles andere als erfreulich: keiner sieht es gerne, wenn seine Pflanzen stark von Läusen befallen sind - und den Pflanzen tut dies ebenfalls nicht gut. Wer daher Ameisen beseitigen will, kann dies auch ganz ohne Einsatz von Chemie bewerkstelligen: beispielsweise durch  Umsiedeln, indem man einen Tontopf mit feuchtem Stroh füllt und dann über das Nest stülpt. Sind die Ameisen in den Topf umgesiedelt, kann man diesen an anderer Stelle wieder absetzen.