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Glühwürmchen / Leuchtkäfer – Boten des Sommers
Gartenpflege - Nützlinge & Tiere im Garten

Glühwürmchen / Leuchtkäfer – Boten des Sommers

Anfang Juni kann man sie in der Dämmerung an Waldrändern, Büschen und in hohem Gras sehen: winzige Lichter in der Nacht. Es sind Glühwürmchen, kleine leuchtende Pünktchen, und die allermeisten kann man um den 23. Juni herum beobachten. Das ist der Johannistag und deswegen nennt man sie auch Johanniswürmchen.

In Wirklichkeit sind es natürlich nicht bloß Pünktchen: Glühwürmchen (Lamprohiza splendidula) gehören zur Familie der Leuchtkäfer und es gibt über 2000 Arten von auf der ganzen Welt (in Deutschland sind es drei). In den Tropen leuchten manche sogar so hell, dass man bei ...
ihrem Licht nachts die Zeitung lesen kann. Leuchten können auch schon die Eier und die Larven der Glühwürmchen.

Bei manchen Arten haben nur die Weibchen Leuchtorgane, bei anderen Männchen und Weibchen. Manche Arten blinken, andere senden Dauerlicht aus.

Leuchtkäfer produzieren den Leuchtstoff Luciferin, den sie aktiv mithilfe eines eigenen, besonderen Enzyms zum Leuchten bringen. Die Signale sind arttypisch und unterscheiden sich in Länge und Rhythmus. So haben z. B. bei den nordamerikanischen Photinus pyralis auch die Männchen Leuchtorgane und die Verzögerung der Antwort des Weibchens von etwa zwei Sekunden ist entscheidend für die Erkennung. Bei einigen Arten synchronisieren alle Käfer der Umgebung ihre Blinksignale, sodass ganze Busch- oder Baumreihen im gleichen Takt blinken.


Alle Leuchtkäfer-Arten strahlen ihre Signale nur bei Nacht aus. Bei vielen Arten sind die Weibchen flugunfähig. Sie sind dann im Allgemeinen größer als das Männchen und können so mehr Eier produzieren.

Ihr wurmförmiges Aussehen gab der Art den volkstümlichen Namen. Um die schwärmenden Männchen auf sich aufmerksam zu machen, krabbeln sie auf die Grashalme hoch und krümmen ihren Hinterleib mit den Leuchtfeldern nach oben. Die Männchen haben lichtstarke Augen und sind gute Flieger. Sie können das Lichtsignal des Weibchens schnell ausmachen und punktgenau landen. Aus nächster Nähe erkennen sich Männchen und Weibchen dann am Geruch.

Die Glühwürmchen-Larven sind sehr gefräßig, aber auch nützlich, denn die Larven der in Deutschland vorkommenden Glühwürmchen jagen Schnecken verschiedener Arten und Größen. Sie fressen sogar Nacktschnecken, die von den meisten anderen Tieren verschmäht werden. Die Larve folgt bei der Jagd der frischen Schleimspur einer Schnecke und beißt dem Opfer in den Kopf oder Fühler. Dabei spritzt sie in die Beute ihr Gift. In einem sicheren Versteck wird dann die Schnecke „verspeist“, wozu sie oft einen ganzen Tag benötigt, denn die Beute ist meist größer als sie selbst.

Die Entwicklung der Larven dauert ein bis drei Jahre. Sie müssen deshalb so viel fressen und sich einen Energievorrat zulegen, um sich später verpuppen und zu einem Leuchtkäfer werden zu können.

Das erwachsene Glühwürmchen lebt nur einen kurzen Sommer lang und nimmt keine Nahrung mehr zu sich, sondern zehrt von seinem Vorrat, den es sich während der Larvenzeit angefressen hat. Glühwürmchen haben wenige Feinde, nur die fliegenden Männchen verfangen sich oft in Spinnennetzen.

von Annett Biermann
 


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