Igel im Garten - auch ohne Hase eine amüsante Sache

Igel im Garten Wer einen Garten besitzt und ihn hegt und pflegt, der weiß, dass es mitunter auch Besucher geben kann. Kleine Tiere, wie Insekten, Schnecken, Regenwürmer finden den Weg in den Garten genauso wie der Hund des Nachbarn und natürlich auch Igel.

Hier muss man sagen, wer in seinem Garten einen Igel hat, der dort auch noch länger lebt, der kann von sich behaupten, dass sein Garten sehr naturnah und wildtierfreundlich ist. Ein Igel im Garten ist nicht unbedingt eine schlechte Sache, denn der Igel ist auch ein

Nutztier. Er vertilgt zum Beispiel lästige Insekten, Schnecken und Würmer, die einem sonst mitunter die Ernte verderben können.

Der Igel gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Tieren Europas, nicht zuletzt wegen seines einzigartigen Aussehens. Sein Stachelkleid besteht aus rund 8000 Stacheln, die ganz dicht beieinander auf dem Rücken angeordnet sind. Mit diesen Stacheln besitzt der Igel einen der wirksamsten Verteidigungsmechanismen im Tierreich überhaupt. Bei Gefahr nämlich rollt sich der Igel zusammen und die spitzen Stacheln richten sich auf. Bei diesem Einrollvorgang bleibt nicht mehr als eine stachelige Kugel übrig, denn durch spezielle Muskeln zieht der Igel auch Kopf und Beine ein.

Nahrung
Wenn sich der Igel auf Nahrungssuche begibt, dann läuft er ständig schnüffelnd mit Vorliebe in Gärten umher, denn er verlässt sich voll und ganz auf seinen Geruchssinn. Sehr gerne nascht er dabei an Fallobst, dass ja jeder in seinem Garten hat. Wenn der Igel etwas Essbares aufgespürt hat, dann wird das Schnüffeln zu einem Schnauben.

Wer glaubt, es gibt nur eine Igelart, der irrt gewaltig, denn es gibt 20 verschiedene. Igel sind eine sehr altertümliche Säugetierfamilie und aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und ihres Stachelkleides konnten sie in sehr großer Zahl überleben und sich verbreiten. Igel gibt es daher in ganz Europa, in Russland, bis hin nach Korea und China, außerdem von den britischen Inseln bis nach Kleinasien und Afrika.
Und so eine weite Verbreitung heißt auch, dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn sich ein Igel in unserem Garten wieder findet. Auf ihrer Nahrungssuche durchstreifen die Igel riesige Gebiete und machen auch vor Grenzen keinen Halt.

Igelnest
Wer den Igeln Eintritt gewähren möchte, der kann verschiedene Dinge beachten, damit es den kleinen Vierbeinern gut geht. So schrecken den Igel Hecken und Lattenzäune keineswegs ab, jedoch im Maschendraht könnte er sich verfangen. Sollte man Drahtzäune verwenden, ist es ratsam, sie nicht bis auf den Boden reichen zu lassen. An Mauern könnten kleine Durchschlüpfe
bleiben. Wer Insekten tötet, indem er Unkrautvernichter oder Pflanzenschutzmittel benutzt, der nimmt dem Igel die Lebensgrundlage und wird nie erleben, dass sich eines der Tiere bei ihm häuslich einrichtet. Wenn Schädlinge im Garten überhand nehmen, ist es daher ratsamer, sie mit ökologisch verträglichen Mitteln zu bekämpfen. Man kann auch, um den Igel Lebensraum zu bieten, einen kleinen Teil seines Rasens stehen lassen bzw. seltener mähen, denn Insekten brauchen blühende Gräser und aussamende Blüten, die Igel wiederum brauchen die Insekten.
Igel brauchen natürlich auch Unterschlüpfe. Sie bauen sich Nester, um sich vor natürlichen Feinden zu schützen und um ihre Jungen zur Welt

zu bringen und sie aufzuziehen. Hierbei sind sie nicht sonderlich wählerisch, denn alles, was sie brauchen, ist ein Versteck. Und da gibt es in jedem Garten sehr viele Möglichkeiten, wie Hecken, Gebüsche, Laubhaufen, Komposthaufen, Reisighaufen, Schuppen, Treppen, Steinhaufen, Hohlräume in Holzstapeln oder alte Baumwurzeln. Wer derartige Verstecke hat, der kann auch schon mal ein Nest mit Jungen finden. Aber Vorsicht, so ein Nest muss sofort wieder zugedeckt und vor weiteren Störungen geschützt werden. Andere Tiere, wie Hunde sollten dann ferngehalten werden.

Igelfreundlicher Garten
Gerade im Sommer haben Igel oft mit dem Durst zu kämpfen, in langen trockenen Sommern verdursten viele. Kleine Gartenteiche mit auslaufendem Ufer oder hin und wieder eine kleine Wasserschale wirken daher wie ein Magnet auf Igel und retten ihm unter Umständen das Leben. Aber ganz wichtig: Entgegen der weitläufigen Meinung, ist Milch für Igel gesundheitsschädigend, daher sollte immer Wasser gegeben werden.

Im Winter hingegen kann es für Igel die Gefahr der Nahrungsknappheit geben. Wer möchte, der kann seinen Gartenbewohnern auch hierbei eine Hilfe sein, indem er eine Futterstelle einrichtet. Dafür nimmt man einen flachen Teller und bestückt ihn am besten mit Hundefeuchtfutter oder auch mit Igeltrockenfutter, das man kaufen kann. Dieses Trockenfutter kann man gut mit feuchtem Katzenfutter mischen. Auch möglich sind kleine Obststücken oder ungewürztes Rührei. Der Futterteller wird abends gegeben, da Igel sehr scheu sind und am Tage sowieso nicht näher kommen. Wenn man Igel füttert, dann muss man den Nahrungsort auch vor anderen Tieren schützen. Man kann zum Beispiel den Teller in ein Versteck stellen, an das keine Vögel heran kommen. Gut vorstellbar wäre auch hier ein Reisighaufen oder ein Holzstapel mit einem Eingang für den Igel. Wenn man dann noch den Weg im Holzhaufen etwas verwinkelt, dann kommt auch keine Katze an das Futter.

Aber ganz wichtig ist hierbei, genau wie bei Haustieren, dass man eventuelle Futterreste am nächsten Morgen entsorgt.

Für die Bemühungen und die Tierliebe bekommt man als Dank einen Insektenvernichter aus dem Tierreich. Und wenn man dann abends ganz still auf seiner Wiese steht, dann wird man den Igel sehen, wenn er sein Versteck verlässt und auf Nahrungssuche geht.

Weitere Informationen zum Überwintern des Igels.