Marienkäfer - nützliche Lausvertilger

Marienkäfer - nützliche Lausvertilger altDer wohl unbestreitbare Liebling unter den Käfern - und das nicht nur bei Kindern! Auch viele Erwachsene mögen die kleinen rotbemantelten Gesellen, mit den so charakteristischen Punkten auf dem Rücken. Dass diese für das Alter des Marienkäfers stehen, ist ein auch heute noch weit verbreiteter Irrglaube. Tatsächlich bleibt die Zahl der Punkte der Marienkäfer ihr ganzes Leben lang die selbe - sie wird als Unterscheidungsmerkmal genutzt, denn es gibt eine fast unüberschaubare Zahl an verschiedenen Unterarten, die darüber hinaus auch über die ganze Welt

verteilt zu finden sind.

Und dabei sind sie bei uns nicht einmal besonders häufig vertreten: Den größten Artenreichtum findet man in Subtropischen Gebieten. Aber allein schon der Blick nach Südeuropa reicht aus, um einen Eindruck von der Artenvielfalt zu bekommen. Schon dort sind wesentlich mehr Arten vertreten, als bei uns. Übrigens sind keineswegs alle Marienkäfer rot - es gibt auch gelbe Arten, und einige, bei denen die Punkte derart dicht angeordnet sind, dass das Rot gar nicht mehr durch das Deckkleid scheint!

Beliebter Käfer, der Blatt- und Schildläuse dezimiert
  • Doch die Beliebtheit des Käfers ist keineswegs nur auf sein niedliches Aussehen zurückzuführen. Marienkäfer waren schon in alten Zeiten gern gesehene Nützlinge, die im Laufe ihres Lebens beeindruckende Mengen an Blatt- und Schildläusen und ähnlichen
    Arten vernichten. So waren sie schon seit jeher ein gern gesehener Gast auf Feldern und in Gärten - und auch der Name lässt sich auf diese Eigenschaft zurückführen: Die Bauern glaubten, der Käfer mit seinen nützlichen Eigenschaften sei ein Geschenk der heiligen Maria, um die Ernte zu schützen. Doch der Käfer gilt auch als Glückssymbol, und wegen seiner roten Farbe, die an die Liebe erinnert, gilt er weithin auch als Fruchtbarkeitssymbol.
  • altWie weit diese Verehrung eigentlich zurückreicht, zeigt der Fund aus einer französischen Ausgrabung: ein aus Mammutelfenbein geschnitzter Marienkäfer, der wohl an einer Kette getragen wurde - zumindest weißt das Stück eine charakteristische Lochung auf, durch die man wahrscheinlich die Schnur gezogen hat. Darüber hinaus gab es seit jeher auch diverse Marienkäferkulte, die sich, größtenteils religiös motiviert, zum Teil auch bis heute halten konnten.
Wichtig, um  Marienkäfer anzulocken: Pflanzenvielfalt
  • Wer Marienkäfer auch im eigenen Garten ansiedeln will, sollte auf eine entsprechende Pflanzenvielfalt achten - denn viele Marienkäfer sind auf besondere Lebensbereiche spezialisiert, und siedeln sich nur dort an. Jedoch neigen die Tiere zu einem Wanderverhalten, sollte kein ausreichendes Nahrungsangebot mehr vorhanden sein. Daher ist es recht schwer, die kleinen Gesellen tatsächlich für längere Zeit im Garten zu beheimaten. Wenn sie diesen verlassen, kann man sich jedoch zumeist recht sicher sein, dass auch die Läuse verschwunden sind...
  • Wegen ihrer Eigenschaft wurden in der Vergangenheit auch einzelne Marienkäferarten bewusst in andere Gebiete überführt - zum Teil, nachdem der Schädling, von dem sie sich ernähren, ebenfalls (eher unfreiwillig) übergesiedelt wurde. Jedoch sind solche Aktionen mit einem nicht zu kalkulierenden Risiko für die dortige Umwelt behaftet - und daher äußerst kritisch zu betrachten.