Regenwurm - ein echte Nützling im Garten

Regenwürmer - Nützlinge im Garten In dem Acker und im Boden eines Gartens ist der Regenwurm das nützlichste Lebewesen. Sie gehören zu der Art der Ringelwürmer, wovon es auf der Erde circa 1.000 verschiedene gibt. Sie sorgen für einen gesunden Boden, der wiederum wichtig für das Wachstum der Pflanzen ist. Diese Erkenntnis ist nicht etwa neu, sondern bereits in der Antike erkannt.

Ob und wie viele Regenwürmer in einem Garten vorhanden sind, kann man am besten in einer Nacht, in der es regnet, feststellen. Denn in diesen Nächten kommen die Regenwürmer

in großer Zahl an die Oberfläche der Erde, wenn sie im Garten vorhanden sind. Wer keine oder nur wenige Regenwürmer im Garten hat, kann mit geeigneten Plätzen dafür sorgen, dass die Nützlinge sich im Garten einnisten. Zudem sollte man darauf verzichten, einen Spaten für die Gartenarbeit zu verwenden, denn dieser verletzt die Tiere und viele sterben bei dieser Arbeit.

Auch wenn es im Volksmund heißt, dass ein zweigeteilter Wurm weiterlebt, ist dies nicht der Fall. Sollte ein Graben notwendig sein, so sollte dies in den Monaten Juli und August stattfinden, denn in dieser Zeit legen die Regenwürmer eine Art Sommerpause ein und ziehen sich in eine Tiefe von 20 bis 30 Zentimetern zurück. Aber auch hier sollte nur oberflächennah gearbeitet werden.

Die Regenwürmer durchgraben das Erdreich. Dabei können sie bis zu dem 60-fachen ihres eigenen Gewichts verschieben und graben sich metertief ein. Auf ihrem Weg fressen Sie organisches
Material und andere Bodenbestandteile, verdauen sie und geben sie anschließend als Kothäufchen wieder ab, die besonders humusreich sind. Diese humusreichen Kothäufchen werden mit der vorhandenen Erde gemischt und die Bildung von einem sehr nützlichen und wertvollen Ton Humus Komplex entsteht. Der hierdurch entstandene Nährstoff wird selbst von Regen nicht ausgewaschen. Um eine Vorstellung von dem extremen Nährstoff zu haben: der Kot der Regenwürmer enthält etwa fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphat und elfmal mehr Kali, als die normale Erde.  Zudem belüften sie den Boden, die Bodenstruktur und die Wasserhaltefähigkeit werden extrem verbessert. Die vielen Gänge, die sie bei der Wanderung durchs Erdreich bilden, ermöglichen den Wurzeln der Pflanzen tiefer in den Boden zu dringen. Die Aufnahme von Mineralstoffen und Wasser wird somit für die Pflanze gefördert. Außerdem wandeln die Regenwürmer Laub und Gartenabfälle in Pflanzennährstoffe um. Dafür benutzen sie Mikroorganismen.

Wer sehr viele Regenwürmer in der Erde seines Rasens hat, muss mitunter damit rechnen, dass die Oberfläche mit zahlreichen Kothäufchen bedeckt ist, welches dem Ansehen des Rasens keinen schönen Anblick liefert. Man sollte jedoch nicht gegen die Regenwürmer vorgehen, sondern andere Methoden anwenden, um dem Rasen wieder ein ansprechendes Aussehen zu verleihen. Eine Verbesserung der Durchlüftung der Rasenfläche bietet Abhilfe, denn in diesem Fall ziehen sich die Regenwürmer in die tieferen Bodenschichten zurück.

von Annett Biermann