Drüsiges - Indisches Springkraut - Steckbrief und Bekämpfung

Drüsiges - Indisches Springkraut - Steckbrief und Bekämpfung

Wer gerne in der freien Natur unterwegs ist und dabei Flussauen bevorzugt, dem ist sicher schon aufgefallen, dass besonders an Uferzonen eine Pflanze wächst, die es vor zehn oder fünfzehn Jahren noch nicht oder nur in geringem Ausmaß gab.

teich5_flDas bis zu 2 Meter hoch werdende Gewächs breitet sich immer weiter aus. Jeder, der dem Kraut im Spätsommer oder Herbst zu nahe kommt, erlebt eine Überraschung, auf die er nicht gefasst sein wird, wenn

er die Eigenart dieser Pflanze nicht kennt. Es handelt sich nämlich um das Drüsige oder Indische Springkraut. Wie der Name schon verrät, schießt das Kraut seine Samen hinaus in die Welt und zwar bei der kleinsten Berührung.

Steckbrief Drüsiges - Indisches Springkraut

An dicken, hochwachsenden Stängeln sitzen gegenständig kräftig grüne, gezähnte Laubblätter. Diese werden gut 20 cm lang, bis zu 6 cm breit, verlaufen spitzförmig und sitzen auf einem Blattstiel. An diesem Stiel und auf dem Blattgrund befinden sich die namensgebenden Drüsen. Die Hauptstängel der Pflanze verzweigen sich und bilden jeweils traubenartige Blütenstände.

Das Indische Springkraut hat wunderschöne Blüten, die sehr an Orchideen erinnern, weshalb es in manchen Gegenden auch Wupperorchidee genannt wird. Die korrekte botanische Bezeichnung lautet Impatiens glandulifer, zur Ordnung der Heidekrautartigen gehörend. Die Blüten, die an einem bis zu 30 cm langen, leicht hängenden, Stiel sitzen, variieren von rosa, weiß bis purpurrot und verbreiten einen starken, leicht süßlichen Duft. Jede Blüte besitzt drei Kelchblätter, bei denen das untere spornartig verläuft, und fünf Kronblätter, das obere ist das größte von allen. Das Drüsige Springkraut beginnt im Juni mit dem Blühen und setzt dies fast bis zum Frostbeginn fort. Somit sind die meiste Zeit sämtliche Entwicklungsstadien gleichzeitig vorhanden, von der Knospe bis zum Samenstand.  Eine Blüte ist etwa drei bis vier Zentimeter lang, der Sporn tritt sogar noch etwas hervor. Aus der Blüte bildet sich eine Kapsel in der Form einer Keule. Darin befinden sich die runden Samenkörner mit etwa 3 mm Durchmesser. Wenn die Samen reif sind, öffnet sich die Kapsel auf den kleinsten Druck hin, zum Beispiel wenn ein Regentropfen aufprallt. Die Seitenteile der Kapsel rollen sich dabei
blitzartig nach außen auf. Die Samen werden bei diesem Vorgang bis zu sieben Meter in alle Richtungen verstreut.

Das Drüsige - Indische Springkraut als Neophyt

Pflanzen, die ihren Ursprung in einem ganz anderen Land haben, werden als Neophyten bezeichnet. Wenn sie sich in ihrer neuen Umgebung so rasant vermehren, dass sie die heimische Vegetation verdrängen, werden sie zu einem ernsthaften Problem. Das Indische Springkraut hat seinen Ursprung im Himalayagebiet. In dieser kargen Gegend war die Strategie, die das Springkraut zur Weiterpflanzung entwickelt hat, durchaus sinnvoll. Bei uns dagegen haben es die Samenkörner sehr viel einfacher auf optimale Wachstumsbedingungen zu treffen. Somit nimmt das Kraut immer mehr überhand. Wegen seiner bezaubernden Blüten wurde es Anfang des 19. Jahrhunderts zuerst in England eingeführt, später kam es auch auf das europäische Festland.

Konkurrenz mit der heimischen Vegetation

Da sich die springenden Samenkörner von einem Gartenzaun oder einer Mauer nicht eingrenzen ließen, traten die Pflanzen recht bald ihren Siegeszug

innerhalb der freien Natur an. Auch wenn die leuchtenden Blüten bei den Bienen heiß begehrt sind, wird das Kraut immer mehr zum Problemfall, da es die heimische Vegetation radikal unterdrückt. Besonders an Fluss- oder Bachufern hat die Pflanze ein leichtes Spiel, denn dort findet sie ideale Bedingungen vor. Der entscheidende Nachteil gegenüber der ursprünglichen Uferbepflanzung ist sein nur bis zu 10 cm ins Erdreich verzweigter Wurzelballen, der nicht in der Lage ist, für Stabilität zu sorgen. Heimische Pflanzen hielten mit ihren langen, verzweigten Wurzeln die Böschungen fest. Da diese jedoch aus Platzmangel immer mehr eingehen, werden Ufergefilde immer instabiler, so dass vor allem bei Hochwasser komplette Böschungen mitgerissen werden.

Indisches Springkraut - Bekämpfung

Naturschützer stehen vor einer schier unlösbaren Aufgabe, diesem wuchernden Kraut Einhalt zu gebieten. Es handelt sich um eine einjährige Pflanze, die im Winter abstirbt. Ihre Samen treiben im Frühjahr fleißig aus. Bedingt durch die Vorliebe zu Uferböschungen, werden die Samen kilometerweit vom fließenden Wasser mitgeführt und dadurch sehr weit verbreitet. Das Entfernen der Pflanzen lohnt nur, wenn es im zeitigen Frühjahr geschieht, wenn sich noch keine keimfähigen Samen gebildet haben. Auf keinen Fall darf Schnittgut im Sommer oder Herbst in Kompost- oder Grüngutanlagen entsorgt werden. Samen zu vernichten gelingt nur über die Verbrennung. Hobbygärtner sollten ebenfalls auf diese Pflanzen verzichten, um die Verbreitung nicht noch zusätzlich zu unterstützen. Die Bekämpfung des Indischen Springkrautes ist überaus notwendig, damit unsere heimische Vegetation wieder eine Chance hat, sich auszubreiten.