Hundspetersilie - Giftig, Bekämpfung

Hundspetersilie - Giftig, Bekämpfung

Kinder wollen alles erkunden, das ist schön und richtig so. Leider gibt es Pflanzen, bei denen Eltern dieses Kennenlernen unterbinden sollten, bevor der Nachwuchs Krämpfe oder Lähmungen bekommt. Zu ihnen gehört die Hundspetersilie, und auch die Wildkräutersammler sollten sie ganz genau kennen, damit sie nicht wegen ihrer Ähnlichkeit zu essbaren Wildpflanzen im Salat oder Kochtopf landet.

hundspetersilie owtHundspetersilie - Einordnung und Standort

Die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae, historisch auch Umbelliferae), die einige mehr oder weniger stark

giftige Pflanzen unserer Breiten unter sich vereinen. Sie ist ein typisches Ackerunkraut, da sie kalkhaltige und nährstoffreiche Böden liebt, die häufig aufgelockert werden. Deshalb siedelt sie auch gerne in Hausgärten. Vom Acker breitet sie sich gerne an den Wegen entlang und auf anliegenden Weiden aus.

Giftig, aber selten tödlich

Die Hundspetersilie enthält hauptsächlich das Alkaloid Aethusin neben weiteren Stoffen in einem Polyin-Gemisch. Aethusin ähnelt dem Coniin, dem Gift des Gefleckten Schierlings und kann ähnliche Beschwerden hervorrufen. Diese reichen von Brennen im Mundraum bis zu Übelkeit, Krämpfen und Lähmungserscheinungen, die durch Atemlähmung zum Tod führen können.

Im Gegensatz zum Gefleckten Schierling gehört die Hundspetersilie aber nicht zu den Pflanzen, von denen schon geringe Mengen gefährlich werden können. Bei 0,2 Prozent Polyin im Blattwerk und einem Prozent in der Wurzel hat der Verzehr von ein paar Blättchen Hundspetersilie für die meisten Lebewesen keine ernsthaften Folgen.
  • Für den Menschen sind keine Angaben verfügbar, Aethusin wurde von der EU in Bezug auf seine Gefährlichkeit auch noch nicht eingestuft.
  • Für Mäuse wird eine letale Dosis für 50 Prozent der Population bei 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht angegeben.
  • Wenn diese Dosis auf einen Hund umgerechnet wird (unwissenschaftlich! Nur zur Veranschaulichung!), müsste ein 20 Kilogramm schwerer Hund (etwa ein schwerer Border Collie) 1 Kilogramm der Blätter vertilgen.
  • Für ausgewachsene Rinder gibt es in der Literatur Erfahrungswerte, demnach liegt die tödliche Menge beim Verzehr von 15 Kilogramm Blättern pro Tier.
Man hat übrigens in Pfahlbauten aus der Bronzezeit Hundspetersilie in größeren Mengen in Topfresten gefunden, was
darauf hindeutet, dass die Hundspetersilie in früheren Zeiten sogar in der Küche verwendet wurde.

Verwechslung mit anderen Dolden

Die Hundspetersilie sieht anderen Doldenblütlern zum Verwechseln ähnlich. Sie blüht weiß in Dolden mit mehreren Blütenstrahlen, wie auch Wiesenkerbel und Gefleckter Schierling, Riesenbärenklau und Hecken-Kälberkropf. Sie kann eine imposante Höhe bis zu einem Meter erreichen, wie auch oben genannte Dolden, die in Größen zwischen 60 Zentimetern und 1,50 Metern wachsen.

petersilie flInsgesamt scheint vor allem vor großen Dolden eine aufgesprochene Vorsicht angebracht: Wiesenkerbel und Wiesen-Bärenklau sind phototoxisch, Hecken-Kälberkropf ist giftig, Schierling hochgiftig. Im Durchschnitt bleibt die Hundspetersilie jedoch etwas kleiner als diese Dolden, wie auch Giersch und Wilde Möhre, denen sie ebenfalls ähnelt. Eine Verwechslung läge demnach vor allem mit diesen essbaren Doldengewächsen nahe. Davor kann ihr unangenehmer Geruch bewahren, der als etwas knoblauchähnlich beschrieben wird. Die Hundspetersilie soll auch scharf und brennend schmecken, und der Stängel ist wie beim Gefleckten Schierling häufig Richtung rot verfärbt.

Auch unsere Petersilie (s. Abbildung)

gehört zur Familie der Doldenblütler und unterscheidet sich erst in der Gattung von der Hundspetersilie. Eine Verwechslung ist also grundsätzlich denkbar. Die Hundspetersilie entwickelt aber weiße Blüten, unsere Petersilie nicht. Die Hundspetersilie riecht auch wirklich ganz anders als die Petersilie, wenn Sie sie zwischen den Fingern zerreiben, und sie hat stark glänzenden Blattunterseiten. Unsere Petersilie, vor allem die glatte, riecht eben typisch nach Petersilie, so ist eine Verwechslung eigentlich nicht leicht.

Trotzdem wurde in Klostergärten die krause Petersilie herangezüchtet, um eine Verwechslung auszuschließen. Es geht aber auch das Gerücht, dass die Verwechslung eher auf reichlichen Genuss des klostereigenen Kräuterschnapses als auf die Ähnlichkeit zurückzuführen sei. Wie auch immer, die Hundspetersilie ist sicher keine Pflanze, die in einem Garten geduldet wird, in dem kleine Kinder spielen.

Bekämpfung der Hundspetersilie
  • Die Ansiedlung unerwünschter Pflanzen kann vorbeugend verringert werden durch das Pflanzen von Bodendeckern und das Auftragen von Mulch.
  • Die Hundspetersilie ist mit zugelassenen Pestiziden nur schwer zu bekämpfen, die wirklich wirksamen Mittel sind für die Anwendung in Hausgarten oder Kleingarten nicht zugelassen.
  • Die ein- bis zweijährige Pflanze gehört zu den Samenunkräutern, deshalb sollte sie vor der Blüte bekämpft werden. Sie wird durch Hacken, Herausreißen oder Harken am schnellsten beseitigt. Die Wurzel hat eine gerade Spindelform, die sich leicht aus dem Boden lösen lässt.
Die häufig so unangenehmen Doldengewächse bringen aber auch viel Gutes in den Garten, wie zum Beispiel viele Kräuter, ohne die unsere Küche ziemlich arm wäre. Neben Petersilie gehören auch Fenchel und Dill, Koriander und Liebstöckel, Anis, Kerbel und Kümmel zu den Doldengewächsen.

Bildquelle oben: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gera 1885.