Unkraut bekämpfen

Unkraut bekämpfen

Eine Bekämpfung des Unkrautes im Sinn des Ausrottens ist nicht nur unmöglich, sondern auch völlig unsinnig. Selbst in der konventionellen Landwirtschaft spritzen die klugen Landwirte erst, wenn der Deckungsgrad erreicht oder überschritten wird. Hierunter versteht man die Anzahl der Pflanzen einer Wildkrautart pro Quadratmeter.

Warum Unkraut nicht bekämpfen?
Auch aus Gründen der Nützlingsförderung ist ein Unkraut freier, sauberer Garten nicht erstrebenswert. Wenn Blattläuse an Gemüsepflanzen dezimiert werden, entfällt für alle Blattlausräuber und -Parasiten mit einem Schlag die Nahrungsbasis. Sie lassen sich nur dann im Garten halten,

wenn ihnen Blattläuse auf robusten Ziergehölzen oder eben Unkräuter als Ersatz zur Verfügung stehen. Weil mehr als zwei Drittel aller Blattlausarten nur von einer einzigen Pflanzenart leben, ist ein Überwechseln der saugenden Insekten von den Wildkräutern auf die Nutzpflanzen kaum zu befürchten. Marienkäfer sind nicht so wählerisch, sie leben von allen Blattlausarten und finden so ihr Auskommen. Für einen möglichen späteren Läusebefall der Nutzpflanzen stehen sie dann sofort zur Verfügung.

Unkraut bekämpfen - praktisch
Bei den Unkräutern unterscheidet man zwischen einjährigen, die sich meist durch eine riesige Samenproduktion auszeichnen, und mehrjährigen Gewächsen. Wenn gute Wachstumsbedingungen vorherrschen, können einjährige Unkräuter Samen in
großen mengen bilden, dass diese dem Gärtner noch lange Zeit Kummer bereiten. Denn viele dieser Samen gehen sofort auf, manche keimen aber erst im kommenden Jahr, ein teil kann allerdings auch jahrelang im Boden schlummern. Mit diesem Trick überdauern die Kräuter schlechte Zeiten. Einjährige Wildkräuter sollten daher stets vor dem Blühen gejätete werden.
Härter ist oft der Kampf gegen die mehrjährigen Arten. Sie pflanzen sich nicht nur durch Samen fort, sondern überdauern viele Jahre an Ort und Stelle. Die Energie zur Überdauerung der Winterzeit, in der die oberirdischen Teile absterben, speichern sie unterirdisch in verdickten Wurzeln, auch wenn sie in der erde wachsen. Sie sind von diesen gut zu unterscheiden, weil sie, wenn auch unscheinbar, beblättert sind. Die vielen Gärtner allein bei Erwähnung des Namens den Schweiß in Gesicht treibt.

Quecken und viele andere mehrjährige Wildkräuter werden durch falsches Hacken und Graben, ganz besonders durch die schnell rotierenden Messer einer Fräse, vermehrt. Aus jedem Bruchstück kann unter günstigen Bedingungen eine neue Queckenpflanze entstehen. Bei der Ackerwinde oder der Ackerdistel ist dies ebenso der Fall. Mehrjährige müssen daher dort, wo sie wirklich stören, meist tief und vorsichtig ausgegraben werden, um Wurzeln oder Ausläufer nicht zu verletzen. Vor dem Kompostieren sollte eine hinreichend lange Austrocknungsphase liegen. Wer ganz sichergehen will, wirft die Pflanzen in die Mülltonne, denn das Verbrennen ist zu Recht in den meisten Regionen nicht mehr erlaubt.

Mancher Gärtner wird nach intensiven, aber erfolglosen Hack- und Jätversuchen gar vermuten, die Unkräuter keimten nun umso eifriger. Und ganz Unrecht hat er nicht, den Hacken und Umgraben regen die im Boden schlummernden Samen zur Keimung an. Biologisch gesehen hat dies auch seinen Sinn. Solange an der Erdoberfläche schon etwas wächst, sind die Chancen für schwache Keimlinge gering, genügend Licht und Nährstoffe zu ergattern. Wenn aber die Konkurrenz.

Mindestens zwei Faktoren lösen diese bemerkenswerte Erscheinung aus. Zum einen kommt dem Licht eine besondere Bedeutung zu. Nur

eine Sekundenbruchteile dauernde Belichtung reicht aus, um einen bisher im dunklen Boden liegenden Samen zur Keimung anzuregen. Daher ist die nächtliche Bearbeitung bei dichter Bewölkung oder nachts bei Neumond ratsam, will man später wenig Ärger mit Wildkräutern haben, selbst wenn dies beim ersten Hören seltsam klingt.