Kräuter vermehren - Samen und Stecklinge

Kräuter vermehren - Samen und Stecklinge

Wenn ein Hobbygärtner, der gerne kocht und isst, den eigenen Kräutergarten entdeckt hat, wird dieser üblicherweise ständig größer. Damit man immer das passende Gewürzkraut zur Hand hat und für den Winter einen schönen Vorrat anlegen kann.

samen-tuete-maWenn Sie zu diesen Hobbygärtnern gehören, könnten Sie nun groß einkaufen gehen. Meist ist das aber nicht der Weg, der Ihren Traum vom möglichst vielseitigen Kräutergarten am besten fördert, spannendender (und auch viel preiswerter) ist es, überall ein wenig

Material zur Vermehrung zu erbitten bzw. zu sammeln, wo Ihnen interessante Kräuter begegnen. Denn Kräuter lassen sich gut vermehren, durch Samen oder durch Stecklinge:

Kräuter aus Samen ziehen

Manche Gewürzkräuter und auch Heilkräuter lassen sich sinnvoller aus Samen heranziehen, als sie aus einer Mutterpflanze zu vermehren. Das sind alle einjährigen Kräuter, wie z. B. Dill, Kerbel, Borretsch, Rauke, Koriander und Basilikum, die sich aus Samen meist willig und schnell entwickeln und sehr rasch eine üppige Blattfülle hervorbringen.

Die Samen der gängigen Kräuterklassiker bekommen Sie auf jeden Fall im nächsten Gartencenter. Zur besten Aussaat- oder Vorziehzeit im Frühjahr bieten sogar viele Discounter und Supermärkte Sämereien an, eine Tüte kostet dann häufig nur wenige Cent. Diese Angebots-Tüten enthalten meist weniger Samen als die normale Samentüte, und entsprechen wahrscheinlich auch nicht den strengen Anforderungen, die Bio-Saatgutproduzenten an ihr Saatgut legen, sind aber eine preiswerte Alternative für die ersten Versuche der Kräuteranzucht.

Wenn Sie ganz spezielle Kräuter heranziehen möchten, gibt es im Internet viele Spezialanbieter, die sich mit Leidenschaft der Aufzucht verschiedenster Kräuter verschrieben haben.

Wichtige Prinzipien im Umgang mit Kräutersamen

Wie Sie mit den Samen umgehen, hängt von jeweiligen Sorte der Kräuter ab. Hinweise zur Behandlung des Samens gibt es auf der Samentüte, es gibt aber einige allgemeine Prinzipien, die nachfolgend kurz erläutert werden. Diese Hinweise helfen auch bei der Behandlung des Saatguts, wenn Sie mit selbst gesammelten Samen experimentieren oder lose Samen heranziehen möchten, die Ihnen ein netter Nachbar geschenkt hat.
  • Samen werden durch teilweise Austrocknung in eine Wartestellung versetzt, damit sie nicht sofort (in die Wintersaison hinein) weiterwachsen. Deshalb müssen Samen zum Keimen zunächst “aufgeweckt” werden, was normalerweise direkt in der Erde geschieht, ein
    Samen in der freien Natur “wittert” den Frühling, indem die ansteigende Lichtmenge ihm “sagt”, dass es jetzt Zeit für ihn sei.

  • kraeutertopf apfSie könnten die Keimfreude anregen, indem Sie den Samen Wärme und Feuchtigkeit nicht erst über die Erde zukommen lassen, sondern die Samen in einem Wasserglas einweichen. Das ist aber keine echte Stratifikation (Keimanregung durch den Fachmann). Die Samen könnten durch eine solche Behandlung auch irritiert werden, deshalb wird die Wassermethode häufig auf Samen beschränkt, die bereits einige Jahre alt sind (also wirklich einen Anstoß gebrauchen können).
Normalerweise entwickeln sich Kräuter zu kräftigen Pflanzen, wenn die Samen einfach in die Erde gesetzt werden. Ob das unbedingt keimfreie Aussaaterde sein muss, ist auch wieder umstritten, in der freien Natur müssen Samen auch mit den Einflüssen aus dem Boden klarkommen bzw. gewinnen Stärke bei der Durchsetzung gegen diese.

/>
  • Wie der Samen ausgebracht wird, hängt davon ab, ob Sie es mit einem Lichtkeimer oder einem Dunkelkeimer zu tun haben. Die meisten Kräutersamen sind Lichtkeimer, die einfach auf die Erde aufgestreut werden und nur ein wenig angedrückt werden.

  • Wenn die Samen so winzig sind, dass sie sofort am Finger kleben bleiben würden, können Sie das mithilfe eines vollkommen trockenen Stücks Pergamentpapier tun (beim nächsten Fleischerbesuch einen Boden erbitten).

  • Dunkelkeimer werden immer mit ein wenig Erde bedeckt - so etwa einem Zentimeter -, die anschließend ebenfalls leicht angedrückt wird. Nun müssen Sie diesen Nährboden nur noch gleichmäßig feucht halten, ohne das Substrat in Staunässe zu baden, die die Samen schnell zum Faulen oder Schimmeln bringen könnte.
Zeitpunkt der Aussaat

Etwa ab Mitte Mai kann diese Aussaat direkt ins Gartenbeet erfolgen, an einen möglichst warmen, windgeschützten und sonnigen Standort, in eine lockere und humushaltige Erde. Wenn die Aussaat im Haus erfolgen soll, kann das in einzelne Töpfchen oder in ein kleines Zimmergewächshaus geschehen. Manche Samen brauchen zum Keimen viel Luftfeuchtigkeit und Wärme, sie profitieren deshalb von einer Abdeckung, die beim Topf oder im Beet mit Kunststofffolie erfolgen kann. Auf einer Samentüte wird das angegeben, bei selbst gesammelten Samen bringt das Internet die notwendige Information.

kraeutergarten flKräuter durch Stecklinge vermehren

Vor allem mehrjährige Kräuterpflanzen können durch Stecklinge vervielfältigt werden. Sie können durch eine Vermehrung über Stecklinge sogar sehr viele neue Jungpflanzen gewinnen, z. B. um sie als Dankeschön für andere Pflanzen an Tauschpartner weiterzugeben.

Die beste Zeit ist der Sommer, auf dem Höhepunkt der Vegetationsperiode schneiden Sie von der Mutterpflanze einfach eine etwa fingerlange Triebspitze ab, von einem Trieb, der weder verholzt noch zu weich und dünn ist. Vom neuen Trieb entfernen Sie die Blätter im unteren Bereich, und schon können die Stecklinge in die Erde. Es gibt auch noch einige Tricks, um die Stecklinge zur schnellen Wurzelbildung anzuregen, vom selbstgemachten Bewurzelungspulver bis zum Gießen mit Substanzen im Gießwasser, die die Wurzelbildung fördern.

Während der Anzuchtzeit fühlen sich die Stecklinge in einem Minigewächshaus wohl, das an einem halbschattigen Ort steht und eine Temperatur von ca. 25 Grad hat. Wenn die Stecklinge genügend Wurzeln gebildet haben, können sie an ihren Zielort verpflanzt werden. In der Regel ist das nach etwa einem Monat der Fall.