Grundlagen der Pflanzenveredelung

Grundlagen der Pflanzenveredelung Die Pflanzenveredelung ist indirekt eine Form der vegetativen Pflanzenvermehrung. Die Veredelung von Pflanzen wird auch als Kunst im Garten bezeichnete. Bekannt ist die schon seit der Antike und wurde im Laufe der Jahrhunderte von den Menschen immer weiter perfektioniert.
Man kennt heute verschiedene Veredelungsarten während der Ruhezeit der Pflanzen:

- Spaltpfropfen oder Lamellenpfropfen - diese Veredelung verwendet man beim Obst- oder Zierbau. Sie wird entweder zur Vermehrung oder aber zum Erhalt der Sorte genutzt. Hier wird immer ein angespitzter Zweig einer Altpflanze auf den eingeschnittenen oder abgeschnittenen Stamm einer Jungpflanze gesteckt

oder befestigt.

- Kopulation von Gehölzen - hier wird ein Zweig gleichen Durchmessers (Reis) auf eine gleichgroße Unterlage gebunden, oder aber ähnlich wie bei einer Steckverbindung mittels eines Einschnitts miteinander verbunden.

- Geißfußveredelung - diese Veredelungsform findet hauptsächlich in Obstbauanwendungen. Hierzu wird beim Reis mit einem spitzen Messer ein Keil geschnitten, dessen Pendant ebenfalls auf der Unterlage herausgeschnitten wird so kommt kein und gegen Keil zusammen, wobei kein Hohlraum entstehen darf.

- Anplatten oder Anschäften - hier wird ein Trieb, ähnlich wie beim Pfropfen auf einem Stamm angebracht. Jedoch wird hier an der entsprechenden Konenhöhe eine Zunge aus dem Stamm geschnitten, de Preis ebenfalls eingeschnitten, und so der Trieb fest an den Stamm gebunden, dass sich
die Schnittflächen berühren.

Methoden der Veredelung während der Wachstumsphasen von Pflanzen:
- Okulation - meist bei Rosen angewendet. Hier wird ein Auge aus dem Edelreis geschnitten und an einem frisch verholzten Trieb eingesetzt.

- Rindenpfropfen, Dickrindenpfropfen - Diese Technik gleicht oder  ist identisch mit der des Spalt- oder Lamellenpfropfens.

- Chipveredelung - Hier wird ein Chip, eine Rinde aus dem Edelreis geschnitten. Dieselbe Fläche der Rinde entfernt man auch vom zu veredelnden Stamm und bindet den Reis mit seinem Auge fest darauf. Der Chip wird zusätzlich mit einem Einschnitt den man Zunge nennt festgesteckt. Nun kann das noch schlafende Auge des Edelreis zu treiben beginnen.

Beim Veredeln sollte man immer auf eine sehr gute Hygiene achten. Sowohl die zu verwendeten Messer, Säge, Astschere müssen einwandfrei sauber sein. Damit die Heilung an den Schnittwunden schneller voran schreiten und um Infektionen zu vermeiden sollte man immer desinfizierendes und verschließendes Mittel auftragen.

Pflanzenveredelungen werden zur Verbesserung der Ergiebigkeit (z.B. bei Obstgehäusen) oder zur Verbesserung der Blühfreudigkeit (z.B. bei Rosen) vorgenommen. So kann man zum Beispiel eine farbenfrohe Rose, die etwas anfällig gegen Krankheiten ist, auf eine resistente, nicht mehr so blühfreudige Rose aufpfropfen. Die Rosen miteinander veredeln. So kann man das eigentlich gewünschte Gehölz auf einem anderen wachsen lassen. Pflanze und Unterlage müssen sauber geschnitten sein die Schnittstellen gründlich desinfiziert werden. Immer ist darauf zu achten dass man gleichgroße und zueinander passende Schnittstelle hat, damit die künftigen Partner perfekt zusammenpassen. Beide Teile werden immer miteinander fest verbunden. Dies kann z.B. mit Gummiringen oder mit Bändern passieren. Sie wachsen zusammen, jedoch sollte die Veredelungsstelle im nächsten Winter besonders geschützt werden.
Veredelung von Pflanzen braucht etwas Erfahrung, zu kaufen gibt es alles, aber Stolz und Macherfreude nicht. Und das ist einer der Gründe warum man sich die Mühe der Veredelung

selber macht.