Rhododendron vermehren - Tipps für Ableger und Samen-Vermehrung

Rhododendron vermehren - Tipps für Ableger und Samen-Vermehrung

Rhododendren erfreuen sich in unseren Breiten seit langen Jahren einer ständig wachsenden Beliebtheit, weil die im Frühjahr zahlreich erscheinenden Blüten wirklich von einzigartiger Schönheit sind. Wer ein Exemplar des schmucken Gewächses erfolgreich in seinem Garten etabliert hat, möchte meist noch mehr dieser herrlichen Sträucher ansiedeln.

 

Wenn der Rhododendron verblüht ist, bietet es sich an, Ableger zu ziehenDa die dekorativen Gewächse nicht ganz preiswert sind, stellt sich dann die Frage, ob man den Rhododendron selbst vermehren

kann. Warum sollten Sie viel Geld für neue Pflanzen ausgeben, wenn Sie Ihren Garten auch mit selbst vermehrten Rhododendren füllen können? Auf jeden Fall ist das wohl kaum einzusehen, wenn sich eine Pflanze so willig vermehren lässt wie der Rhododendron:

 

Rhododendron durch Ableger vermehren


Jedes Jahr nach der Blüte haben Sie die Gelegenheit, eine neue Rhododendron-Pflanze für die nächste Saison zu ziehen.

  • Dazu schneiden Sie bei einem bodennahen und bereits verholzten Seitentrieb Ihres Rhododendrons im Bereich weit unterhalb der Belaubung einen schrägen Einschnitt in das Holz des Zweiges.
  • Die gewählte Stelle sollte ohne Spannung den Boden neben der Mutterpflanze berühren, wenn Sie den Zweig herunterbiegen. Sie schneiden von der Mutterpflanze aus in Richtung der Blätter des Seitentriebes. Diese Kerbe kommt nun in den Boden und wird erst Wundgewebe und dann neue Wurzeln bilden.

  • Der Trieb soll mit der Mutterpflanze verbunden bleiben, Sie dürfen also auf keinen Fall ganz durchschneiden. Der Einschnitt muss vielmehr offen gehalten werden, damit sich in der Öffnung Wurzeln bilden können.
  • Das erreichen Sie, indem Sie ein Streichholz in den Einschnitt klemmen. Der Zweig wird nun heruntergebogen, wie ein U (nicht abknicken!), und einige Zentimeter in die Erde eingegraben.

  • Jetzt haben Sie neben der Mutterpflanze eine kleine neue Pflanze stehen, die noch mit der Mutterpflanze verbunden ist und nur aus einem Trieb besteht.
  • Dieser einzelne Trieb sollte am besten mit einer Haarnadel im Boden und oben an einem Stab fixiert
    werden, damit er ganz in Ruhe seine Wurzeln entwickeln kann. Dazu lassen Sie der kleinen Pflanze erst einmal über den Winter Zeit.

Im kommenden Frühjahr müssten Sie vorsichtig nachsehen, ob sich bereits (genügend) neue Wurzeln gebildet haben. Wenn nicht, bleibt der Absenker noch ein weiteres Jahr in der Erde. Im Extremfall kann es Jahre dauern, bis er Wurzeln bildet. Ist das geschehen, kann die neue Pflanze von der Mutterpflanze getrennt werden und nach einer erneuten Ruhepause an eine andere Stelle gesetzt werden. Sie sollte nach dem Umsetzen kräftig angegossen werden!

 

Vermehrung durch Stecklinge


Sie können auch nach der Blüte Stecklinge schneiden. Diese sollten aus den holzigen Zweigen des Vorjahres bestehen. Aus einem langen Zweig können mehrere Stecklinge mit einer Länge von ca. 20 cm geschnitten werden. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie Stecklinge schneiden, welche an der unteren Seite kurz über dem Schnitt einen Triebknoten aufweisen. Die Stecklinge werden nun in Rhododendron-Anzuchterde in einen Blumentopf gesteckt werden und dürfen bis zum Herbst im Freien stehen bleiben. Bis dahin haben Sie hoffentlich Wurzeln gebildet und können (vorsichtig, die Wurzeln sind sehr verletzlich!) eingepflanzt werden.

 

Beim Abmoosen von Rhododendren werden Triebe genutztRhododendren durch

Abmoosen vermehren


Manche Rhododendren lassen sich auch durch Abmoosen vermehren. Dazu schneiden Sie einen Trieb der Mutterpflanze ein, spreizen den Einschnitt mit Sphagnum Moos vom Stamm ab und umwickeln den gesamten Bereich etwa faustdick mit Moos. Dann feuchten Sie das Moos gut an und verpacken das Ganze in Kunststofffolie. Auch hier kann es bis zu 2 Jahre dauern, bis sich Wurzeln entwickeln, dann kann der Zweig abgetrennt und eingepflanzt werden.

 

Rhododendren aus Samen ziehen


Rhododendron lässt sich auch Samen ziehen. Diese Samen können Sie von Ihrem schönsten Rhododendron ernten. Die entstehenden Samenkapseln sollten ziemlich früh geerntet werden, sobald der Stempel vertrocknet ist. Denn in der trockenen Herbstwitterung springen die Kapseln schnell auf, dann rieselt der teilweise sehr kleine Samen heraus und ist verloren. Ob eine Kapsel befruchtet wurde, erkennen Sie an ihrem Volumen, Kapseln mit keimfähigen Samen sind deutlich dicker als unbefruchtete Kapseln.

 

Diese Samen sollten Sie so bald wie möglich in eine Pflanzerde für Säure liebende Gewächse aussäen. Je frischer der Samen ist, desto besser keimt er. Am schnellsten keimt der Samen, wenn die Töpfe in einem Zimmergewächshaus an einen hellen, aber nicht sonnigen Ort gestellt werden. Wenn Sie stets auf leichte Feuchtigkeit achten, sollten sich nach einem oder anderthalb Monaten Keime zeigen. Die Keimlinge sind sehr empfindlich gegen Pilzbefall, Fungizide oder eine Chinosol-Lösung sollten Sie also immer zur Hand haben.

 

Die folgende Entwicklung des Keimlings verlangt eine Menge Geduld von Ihnen. Nach frühestens einem Jahr können Sie die Winzlinge pikieren. Nach dem Pikieren dürfen sie erstmals ein wenig Dünger bekommen - die ersten Blütenknospen werden sich aber auch dann frühestens nach 2 Jahren bilden, es kann sogar noch sehr viel länger dauern.