Vermehrung durch Stammstecklinge – Stecklingsvermehrung

Vermehrung durch Stammstecklinge – Stecklingsvermehrung

Die Stecklingsvermehrung ist eine gängige Methode, neue Pflanzen heranzuziehen. Man unterscheidet Blatt-, Kopf- und Stammstecklinge. Für die Vermehrung durch Stammstecklinge eignen sich unter anderen Palmlilien, Monstera, Yucca-Palme, Buchsbaum, Keulenlilie, Dieffenbachie, Philodendronarten, Schefflera und Euphorbien.

Typischer Stammsteckling mit Stammachse und TriebAuch viele Gartenpflanzen lassen sich durch Stammstecklinge vermehren.

Was ist ein Stammsteckling?

Ein Stammsteckling ist ein Stück Stammachse, ohne Blätter, aber mit mindestens einer ruhenden Knospe - besser sind natürlich mehrere. Am Beispiel einer Yucca-Palme kann man

sich das so vorstellen: Man schneidet den oberen Teil der Pflanze ab. Das ist ein Kopfsteckling, der auch zur Vermehrung genutzt werden kann. Dann hat man den blattlosen Stamm. Diesen schneidet man in Stücke. Entweder lässt man die Stücke in einem Wasserglas bewurzeln oder man pflanzt sie gleich ein, am besten in Anzuchterde. Eine neue Yucca-Palme entsteht - und zwar eine genetisch identische.
  • Zwar wachsen Kopfstecklinge in der Regel besser an, aber der Stamm liefert mehrere Möglichkeiten. Kopfstecklinge gibt es immer nur einen.
  • Zu weiche und zu stark verholzte Stecklinge sind ungünstig.
  • Schnitt nach Möglichkeit unterhalb eines Stängelknotens am
    Blattansatz.
  • Schnittstelle sollte vor dem Einpflanzen abgetrocknet sein, also nicht gleich einsetzen!
  • Man muss sich merken, wo bei den Stammstücken oben und unten ist, damit man sie nicht falsch herum einsetzt.
Bewurzelung im Wasserglas

Diese Vermehrungsart funktioniert vor allem bei wasserliebenden Pflanzenarten gut. Sie ist günstig für Pflanzen, die in Hydrokultur weiterkultiviert werden sollen. Es besteht aber die Gefahr, dass die Wurzeln beim Einpflanzen beschädigt werden. Man muss sehr vorsichtig vorgehen.
  • Man steckt den Stammsteckling einfach in ein Wasserglas. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden!
  • Bei mehreren Knospen hochkant in Wasser geben, aber auf oben und unten achten.
  • Ist nur einer Knospe vorhanden, diese nach oben zeigen lassen und den Stamm waagerecht ins Wasser legen. Vorsicht: Nicht zu tief!
Bewurzelung in Substrat

Günstig ist die Stecklingsvermehrung unter Gewächshausbedingungen. Man legt die Stammstecklinge mit nach oben zeigenden Knospen auf ein Vermehrungssubstrat. Dazu geeignet sind grob strukturierte, gut wasserdurchlässige Erden, z.B. eine Mischung aus grober Komposterde und Sand.
  • Stecklinge werden am besten unter Gewächshausbedingungen vermehrtUm das Substrat keimfrei zu machen, sollte man es im Ofen erhitzen.
  • Wenn man Knospen ringsherum hat, steckt man den Steckling in das Substrat. Oben und unten beachen: Was beim Stamm oben war, sollte auch beim Steckling nach oben zeigen!
  • Substrat leicht feucht halten! Erst dann erneut gießen, wenn die Erde oben zu einem Drittel abgetrocknet ist.
  • Nicht düngen!
Falsches Substrat und zu viel Feuchtigkeit können zu Pilzerkrankungen führen (Stecklingsfäule, Schwarzbeinigkeit). Da eine hohe Luftfeuchtigkeit günstig ist, macht es Sinn, eine durchsichtige Tüte über den Topf zu ziehen und mit einem Gummiband abzudichten. Hin und wieder muss gelüftet werden, am besten mindestens jeden zweiten Tag.
  • Viel Licht, viel Wärme, dann sollte nichts schief gehen.
  • Stecklinge von Sukkulenten und Kakteen benötigen keine hohe Luftfeuchte. Sie schadet in diesem Fall sogar.
Fazit

Die Vermehrung durch Stammstecklinge ist nicht schwer. Allerdings muss man immer wissen, wo an dem Stammstück oben und unten ist. Falsch herum bewurzeln die Stücken nicht. Viele Pflanzen lassen sich durch Stammstecklinge vermehren. Man

nutzt sie meist, wenn die Mutterpflanzen zu groß geworden sind oder wenn sie verkahlt sind, das sieht unschön aus.