Vermehrung durch Steckhölzer - Anleitung

Vermehrung durch Steckhölzer - Anleitung

Eine Vermehrung durch Steckhölzer ist eigentlich unheimlich simpel: Sie schneiden einen Ast in ein paar Stücke, stecken ihn in die Erde und warten. Und doch gibt es einige kleine Besonderheiten, die Sie beachten sollten, und einige Hilfen, die dafür sorgen, dass Ihre Steckhölzer sich gut entwickeln.

Gesunde Triebe mit nicht zu weit gereiftem Holz können als Steckhölzer dienenSo funktioniert die Vermehrung durch Steckhölzer Schritt für Schritt: Von allen Pflanzen, die zur Selbstausbreitung durch Bewurzelung von Sprossteilen fähig sind, können

Sie Steckhölzer gewinnen. Diese Art Stecklinge eignet sich zur Vermehrung während der Winterruhe, sie dürfen nämlich erst geschnitten werden, wenn die Pflanze ihre Vegetation für diese Saison abgeschlossen hat (im Gegensatz zu zahlreichen anderen Pflanzenteilen, die auch zur vegetativen Vermehrung genutzt werden können, aber während der Wachstumsperiode gewonnen werden).

Sie können Steckhölzer im Herbst schneiden, sofort pflanzen oder die Steckhölzer lagern oder im Frühjahr Steckhölzer schneiden und pflanzen. Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile.

Was Sie beim Schneiden von Steckhölzern beachten sollten

Zuerst schneiden Sie sich von Ihrer Pflanze einen möglichst dicken und gesunden, bereits vollständig verholzten Trieb, der aus dem letzten Jahr stammt. Wenn Sie nicht wissen, in welchem Jahr welcher Trieb gewachsen ist: Es geht darum, dass das Holz noch nicht zu weit gereift ist, was Sie durch eine Biegeprobe testen können. Wenn sich ein Trieb ganz stark durchbiegen lässt oder andersherum so steif ist, dass er bricht, gibt er keine guten Steckhölzer her. Nur bei Weiden und Pappeln lassen sich sogar mehrjährige Triebe vermehren, allerdings auch hier unter mehr Aufwand, als die einjährigen Triebe verursachen würden.

Dann machen Sie ein Steckholz oder mehrere Steckhölzer aus diesem Trieb, indem Sie ihn in wiederum kräftige und verholzte Stücke teilen, die jeweils mindestens eine Länge von 15 bis 20 cm haben
sollten. Wie lang genau, kommt auf die Blattknoten am Trieb an. Jedes Steckholz sollte mehrere von ihnen enthalten, denn aus diesen Blattknoten werden später die Wurzeln und die neuen oberirdischen Triebe wachsen.

Im unteren Bereich sollte der Schnitt nicht mehr als ein Zentimeter unterhalb des letzten Blattknotens sitzen - im Idealfall entwickeln sich aus diesem Blattknoten die neuen Wurzeln. Bitte verwenden Sie zum Schneiden der Steckhölzer nicht die Triebspitzen, die vor allem nach oben weiterwachsen würden, sondern ein gleichmäßig starkes Stück vom Haupttrieb, das an allen schlafenden Knospen gleichzeitig austreiben kann, wenn es so weit ist.

Deshalb bekommt jedes Steckholz also zwei Schnittstellen, und wenn Sie darauf achten, immer unten schräg und oben gerade abzuschneiden und die Steckhölzer anschließend auch mit dem schrägen Stück nach unten in die Erde stecken, können Sie sicher sein, dass Sie richtig herum gesteckt haben und Ihr Steckholz gute Chancen hat. Die gerade Schnittstelle oben zu lassen empfiehlt sich deshalb, weil der Stecken dann oben nur eine kleine Verletzung schließen muss.

Steckhölzer werden mit mehreren Blattknoten in Topf oder Beet gestecktPflanzen und Heranziehen der Steckhölzer nach dem Schnitt

Diese Steckhölzer werden nun im Grunde weiter behandelt, wie Sie

auch bei einer Vermehrung durch Kopfstecklinge vorgehen würden. Auch sie brauchen nährstoffarme Erde und gleichmäßige Feuchtigkeit. Besonders bei schwierigeren Arten können Sie die Wurzelbildung meist fördern, indem Sie Topf oder Beet ab Vegetationsbeginn mit Folie abdecken, bis Ihr Nachkömmling ca. 10 cm nach oben ausgetrieben hat.

Allerdings müssen die Steckhölzer sich bis zum Neuaustrieb länger selbst versorgen als Kopfstecklinge und werden deshalb mit mehreren Blattknoten unter die Erde gegeben - etwa zwei Drittel eines Steckholzes sollte verschwinden. Eine Ausnahme sind die Hölzer, die Sie direkt beim Frühjahrsschnitt “ernten”, die sollen sich ja sofort weiterentwickeln und werden deshalb gesteckt wie ein Kopfsteckling, also nur etwa einen Zentimeter in die Erde.

Tipps
  • Die Wurzelbildung lässt sich auch fördern, indem Sie Ihre Stecklinge rundherum an den Rand eines Tontopfes stecken, in den Sie in der Mitte einen leeren Tontopf gesetzt haben. Dieses Verfahren garantiert eine optimale Sauerstoffversorgung bei der Wurzelbildung (keinen Kunststoff verwenden).
  • Die meisten Pflanzen sind während der Wurzelbildung dankbar für etwas Bodenwärme unter dem Topf, von einer Heizung oder einer Wärmeplatte.

  • Wenn Ihr Keimling genügend Blätter zeigt, wird die Bodenwärme reduziert, die junge Pflanze braucht jetzt auch möglichst viel Licht.
  • Eine Folienhaube muss gelegentlich gelüftet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Ist es doch passiert, helfen Chinosol-Tabletten aus der Apotheke, Sie lösen eine Tablette in einigen Liter Wasser auf und spritzen, am besten zwei Mal in einer Woche.
  • Die bewurzelten Jungpflanzen können nach den Eisheiligen in den Garten gepflanzt werden und müssen dann sorgfältig (gleichmäßig, nicht viel) gewässert werden, Dünger bekommen sie erst im Folgejahr.