Vorkultivieren von Pflanzen

Vorkultivieren von Pflanzen

Wenn Sie schon einige Erfahrung beim Gärtnern haben, juckt es Sie sicher gelegentlich in den Fingerspitzen, dem Klima in unseren Breiten ein Schnippchen zu schlagen. Vielleicht haben Sie sich auch schon mit der Winterhärtezone Ihres Gartens beschäftigt und wissen Sie sogar, dass in bestimmten Bereichen Ihres Gartens ein sehr günstiges Mikroklima herrscht - wären da nicht die späten Fröste. Manche Härte unseres Klimas lässt sich durch das Vorkultivieren von Pflanzen ein wenig ausgleichen:

Zum Vorkultivieren sollten Sie über entsprechende Räumlichkeiten und Pflanzgefäße verfügenWas

bedeutet Vorkultivieren?


Eine Pflanze kultivieren bedeutet, ihr Bedingungen zur Verfügung zu stellen, unter denen sie optimal wachsen kann. Manchmal sollen Pflanzen an Standorten kultiviert werden, an denen sie nur mit einer besonderen Vorbereitung ein optimales Wachstum zeigen werden. Diese Vorbereitung ist das Vorkultivieren, ein “Kultivieren vor dem Kultivieren”, das die Pflanze auf ihren endgültigen Standort (Ihren Gartenboden) vorbereitet.

Jede Pflanze hat ihre Heimat, häufig in einer Klimazone, die mit dem Klima bei uns nur wenig zu tun hat. Gewächse aus Regionen mit vollkommen anderen klimatischen Bedingungen werden nicht in Vorbereitung auf den Gartenboden vorkultiviert, in dem sie ohnehin nie bestehen würden, sondern sie können bei uns überhaupt nur unter vollständig künstlichen Bedingungen (im Zimmer oder im Tropengewächshaus) kultiviert werden.

Viele Pflanzen kommen jedoch mit unserem Klima, vor allem im Sommer, grundsätzlich klar. Sie brauchen nur ein wenig mehr Wärme bei der Anzucht, und ein wenig mehr Licht bzw. eine ein wenig längere Vegetationsperiode, als die Natur sie bereitstellt, um ihre Blüten oder Früchte bei uns ausbilden zu können. Oder sie brauchen einfach nur einen etwas früheren Start in die Gartensaison, als die natürlichen Bedingungen hergeben, damit sie dann blühen, wenn wir uns an den Blüten erfreuen möchten. Diese Pflanzen können Sie vorziehen, also noch in der Wintersaison zu robusten Setzlingen heranziehen, die dann zu Saisonbeginn kraftvoll ins Gartenjahr starten.

Vorkultivieren für bessere Entwicklung und besseren Ertrag
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Unter den Blütenpflanzen und Gemüsepflanzen, die in unseren Gärten gedeihen, gibt es einige Sorten, für die die Vegetationsperiode bei uns eigentlich zu kurz ist. Dazu gehören heimische Gemüse wie Gurken oder Kohl, bei den Blütengewächsen Petunien und Fleißige Lieschen, Kletterpflanzen wie Wicken und noch viele andere. Viele dieser Gewächse werden üblicherweise nicht vom Gärtner ausgesät, sondern im Fachhandel vorkultiviert und als Setzlinge verkauft. Sie können sich aber durch die Vorkultur auch selbst Ihre Jungpflanzen heranziehen, das macht zwar ein wenig Arbeit, verhilft Ihnen aber auch zu erheblich preiswerteren Pflanzen. Wenn Sie planen, in der nächsten Saison neue Pflanzen in den Garten zu setzen, lohnt sich eigentlich immer die Prüfung, ob diese Pflanzen zum Vorkultivieren geeignet sind - vorgezogene Pflanzen haben einfach einen Startvorsprung.

Einige Südpflanzen brauchen das Vorkultivieren

Vor allem südliche Gäste wie die Paprika, denen es bei uns annähernd gefallen könnte, reizen den ambitionierten Gärtner ungemein. Das Ziel scheint doch in greifbarer Nähe zu liegen ... Und diese Pflanzen sind es auch, bei denen sich ein Vorkultivieren besonders lohnt. In vielen Fällen sind sie nur so zu einem Fruchtansatz zu bewegen, auf jeden Fall werden Sie mehr ernten können. Sie ziehen mit dem

Vorkultivieren Ihr persönliches Gartenjahr für diese Pflanzen einfach ein wenig vor bzw. ein wenig in die Länge, indem Sie noch in der Wintersaison kleine Pflänzchen heranziehen, die Sie dann bei bestem Wetter an den Start bringen.

Aus einem freundlicheren Klima kommen z. B. Auberginen und Chillies. Diese sollten vorgezogen werden, damit sie in unseren Breiten überhaupt Früchte entwickeln. Auch Tomaten und Paprika kommen nur mit ein wenig Starterleichterung bei uns gut bzw. unter reichem Fruchtansatz durch den Sommer. Einer ganzen Reihe von Gemüsepflanzen hilft das Vorkultivieren bei der Ausbildung einer üppigen Ernte, Sie müssten sich nur jeweils informieren, wann Sie am besten mit der Vorkultur beginnen und welcher Zeitpunkt optimal ist, um die kleinen Pflänzchen ins Freie zu setzen.

Das Auspflanzen sollte zu dem für die Pflanzen günstigen Zeitpunkt erfolgenSo funktioniert das Vorkultivieren

Sie brauchen Aussaatgefäße: Es gibt spezielle Anzuchttöpfe zu kaufen, aber Saatkisten oder normale Blumentöpfe (je nach Platz, der Ihnen zur Verfügung steht) sind zum Vorziehen von Pflanzen natürlich ebenso geeignet. Diese Gefäße werden mit einer nährstoffarmen Anzuchterde gefüllt, Sie können sich fertige Mischungen kaufen (die heute auch ohne umweltschädlichen Torfabbau zusammengestellt werden) oder sich sehr kostengünstig Ihre eigene Anzuchterde selbst mischen.

Dann bringen Sie die Samen aus, nach Packungsanleitung, für jede Pflanze gibt es eine optimale Tiefe und einen zweckmäßigen Abstand, und stellen die Pflanzgefäße an einen hellen und warmen Ort. Das kann eine Fensterbank sein. Sie können auch ein eigenes Frühbeet anlegen oder einen Frühbeetkasten bzw. ein Kleingewächshaus selber bauen, das den Zöglingen dann erstklassige Bedingungen bietet. Nun müssen Sie die Erde nur noch gleichmäßig feucht halten, wenn die Keimlinge sich zeigen, werden sie ausgedünnt oder pikiert, wenn sie zu eng stehen. Sie dürfen sich zu kräftigen Pflänzchen entwickeln, bis das Klima draußen geeignet ist, um sie in den Garten umzusetzen.