Veredelung - warum eigentlich?

Veredelung - warum eigentlich? Die Veredelung einer Pflanze geschieht immer mit Sorten, die ähnliche Eigenschaften haben. Im Prinzip ist es so, dass die Grundsorte erhalten werden, jedoch mit besonders guten Eigenschaften anderer Pflanzen kombiniert werden soll. Das können bestimmte Eigenschaften der Wurzeln sein oder auch um eine Artenvielfalt zu erreichen. So kann es sein, dass man mit der Veredelung einer Pflanze sowohl Hängeformen, Kugelformen, Hochstämme oder auch Trauerformen erzielen möchte. Die Veredelung ist erfolgreicher, je enger die Artenverwandtschaft der Pflanze ist. Es kann auch möglich sein, dass man Pflanzen veredelt, um ihre Früchte größer ausfallen

zu lassen. Bei Rosen ist es häufig der Fall um sie widerstandsfähiger zu machen und die Blüten gefüllter, bunter und größer aussehen zu lassen.

Im Prinzip kann man sagen, dass eine Veredelung immer etwas Althergebrachtes mit neuen, positiven Eigenschaften kombinieren soll. Diese Kombination macht häufig den Reiz des Veredelns aus. Wenn man zum Beispiel eine Pflanze hat, die sehr krankheitsanfällig ist, macht es Sinn, diese mit einer anderen Gattung zu veredeln, die resistenter ist, sonst aber den Eigenschaften der Basispflanze sehr ähnlich ist. Eine Veredelung ist jedoch nicht mit einer Genmutation zu verwechseln. Bei der Veredelung  liegt das Ziel darin, durch das Auflegen eines Triebes auf die Unterlage ein Zusammenwachsen und damit das Entstehen einer neuen gemeinsamen Pflanze zu erreichen.

Hin und wieder kommt es zu natürlichen
Veredelungen. Dies kann geschehen, wenn Wurzeln von unterschiedlichen Bäumen zusammenwachsen. Allerdings ist dies nicht gewünscht und muss nicht immer von Vorteil sein. So ist es sehr wohl möglich, dass über diese Wurzelverbindungen auch Krankheiten übertragen werden, die für bestimmte Pflanzen durchaus tödlich sein können. Für schwächere Pflanzen kann dieser Vorgang jedoch von Vorteil sein, da über diese gemeinsamen Wurzeln auch ein Wasser- und Nährstoffaustausch stattfindet.

Im Prinzip ist es Hobbygärtnern ebenso möglich, eine Veredelung vorzunehmen. Allerdings sollten sie sich dann genau mit den Pflanzen auseinandersetzen und befassen, um bei der Veredelung nicht das genaue Gegenteil zu erreichen. Veredelungen sollten nur dann vorgenommen werden, wenn es möglich ist, eine hervorstechende Eigenschaft weiterzuvererben und Schwächen zu minimieren. Daher sollte man darauf achten, dass sich die Pflanzen, die quasi die Eltern stellen so verwandt wie möglich sind. Je näher sich die Pflanzen stehen, desto erfolgsversprechender ist die Veredelung. Im Prinzip lassen sich alle Pflanzen veredeln. Sowohl Rosen als auch Beerensträucher, Kürbisse, Gurken und auch andere Pflanzen. Wenn man feststellt, dass eine Pflanze Probleme damit hat, tief gehende Wurzeln zu entwickeln, macht es Sinn, diese mit einer Sorte zu veredeln, die über diese Eigenschaft verfügt. Mit dem Veredeln wird letztlich sowohl dafür gesorgt, dass sich die positiven Eigenschaften einer Pflanze durchsetzen als auch ein Artenreichtum erzielt wird. Damit gewinnt man eine Artenvielfalt, die auf natürlichem Wege vielleicht niemals entstehen würde, für die Flora jedoch unabdingbar ist, weil sie sie interessant und bunt gestaltet. Ziel einer Veredelung kann es jedoch nicht sein, schlechte Eigenschaften hochzuziehen, sondern viel eher diese Schwächen auszumerzen. Es ist daher von Vorteil, wenn man ein wenig Ahnung von der Gärtnerei hat. Wer sich über die Veredelung näher informieren möchte, findet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Auch darüber, wie eine Veredelung von statten geht. ">