Koi Krankheiten - erkennen und behandeln

Koi Krankheiten - erkennen und behandeln

Kois sind tolle Fische. Sie werden ordentlich groß und sehen von der Zeichnung her toll aus. Ihre Haltungsbedingungen sind nicht einfach und leider werden die Tiere von zahlreichen Krankheiten heimgesucht.

koi3 flNeben dem recht hohen Anschaffungspreis kommen bei einem Koi oft auch erhebliche Tierartztkosten auf den Besitzer zu. Man unterscheidet parasitäre und bakterielle Erkrankungen, sowie Pilz- und Viruserkrankungen.

Parasitenbefall

... ist daran zu erkennen, dass die Tiere unter Fressunlust leiden, sich scheuern und

springen, eingefallene Augen bekommen, Flossen klemmen, starker Kiemenbewegung machen oder am Boden sitzen und durch apathisches bzw. schreckhaftes Verhalten auffallen. Man unterscheidet zwischen zwei Gruppen der Parasiten:
  • Mehrzeller wie Ankerwürmer und Karpfenläuse sind mit dem bloßen Auge am Koi zu erkennen.
  • Einzeller erkennt man oft an weißen Punkten oder einem milchigen Belag. Besser zu sehen und zu unterscheiden sind sie unter dem Mikroskop.
Wenn der Befall mit den Parasiten nicht rechtzeitig erkannt wird, führt das oft zum Tod. Parasiten werden oft durch das Wetter oder durch Tiere wie Vögel eingeschleppt. Manchmal sind die Erreger im Gewässer aber schon vorhanden. Auch Stress kann zu einem Befall führen. Generell ist auf eine gute Wasserqualität zu achten. Das vermindert die Gefahr eines Parasitenbefalls.

Bakterielle Erkrankungen bei Kois

Zu unterscheiden sind Wunden und Geschwüre, Flossen- und Mundfäule, Bauchwassersucht/Schuppensträube und andere. Bakterien sind in jedem Wasser und auch an jedem Koi zu finden. Sind die Bedingungen für sie ideal, vermehren sie sich explosionsartig. Eine kleine Wunde kann zum Tod führen, wird nicht schnellstens eingegriffen.
  • Auch hier ist eine gute Wasserqualität ausschlaggebend, dass die Erkrankungen nicht auftreten. Wichtig ist ein Teichfilter, der leistungsstark genug ist, das Wasser sauber zu halten.
  • Offene Wunden, Löcher und Geschwüre kann man oft gut erkennen. Die Wunde ist meist blutig und außerdem infektiös. Hervorgerufen wird das durch Einzeller, schlechte
    Wasserqualität und eine erhöhte Keimdichte. Abhilfe schafft man, indem der Koi in Quarantäne kommt und mit Antibiotika behandelt wird.

  • Bei der Flossen-/Mundfäule sieht man verfranzte Flossen und es gibt entzündete Stellen, die blutig sein können. Die Infektion kann tödlich enden. Der Koi wird isoliert und mit Antibiotika behandelt. Auslöser sind oft schlechte Haltungsbedingungen. Krankheit nur im Anfangsstadium heilbar.
  • Die Bauchwassersucht/Schuppensträube erkennt man an abstehenden Schuppen, Glotzaugen, einem insgesamt geschwollenen Körper, Apathie und Fressunlust. Später verfallen die Fische in Rückenlage. Sie atmen schwer. Die Krankheit ist fast immer tödlich. Der Koi muss isoliert und mit Antibiotika behandelt werden.
koi2 flPilzerkrankung

Die zwei hauptsächlichsten Pilzerkrankungen sind Kiemennekrose/Fäule und Schimmel (Pilzbefall). Die Erreger kommen fast überall im Wasser vor.
  • Die Kiemennekrose (Absterben des Kiemengewebes) ist an einer stark erhöhten Atmung, Kiemenschwellung, Schleimbildung auf den Kiemen und einer braunen bis gelben Verpilzung auf den Kiemen zu erkennen. Der Koi wird isoliert und mit Antibiotika behandelt. Die Krankheit schreitet sehr schnell fort und endet oft tödlich. Am besten zu erkennen ist sie an der schnellen Atmung. Ursache sind Algenpilze. Gute Haltungsbedingungen verhindern deren Auftreten.

  • Pilzbefall erkennt man an wattebauschähnlichen Belägen an verletzten Schleimhäuten, Wunden und Löchern. Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Günstig ist, den Koi zu

    isolieren. Malachitgrün, Formalin Sabbactisun und Antibiotika helfen. Gesunde Fische werden kaum befallen. Oft genügt eine kleine Verletzung, dass sich die Schimmelpilze ansiedeln. Sie vermehren sich und befallen den ganzen Körper. Dann bedeutet das meist den Tod des Tieres.
Viruserkrankungen bei Kois

Bei den Viruserkrankungen unterscheidet man hauptsächlich zwischen der Karpenpocke (KhV1) und KHV4 (Koi-Herpes-Virus).
  • Bei Karpfenpocken erkennt man schwammartige, wachsartige Wucherungen, oft an den Flossen. Die Krankheit tritt hauptsächlich im Frühjahr und Herbst, bei fallenden Temperaturen auf. Wird das Wasser wärmer, verschwinden die Symptome. Die veränderten Stellen sind ansteckend. Es handelt sich um einen Herpes-Virus. Oft kommt es durch schlechte Haltungsbedingungen zum Ausbruch der Infektion. Die Wucherungen verunstalten den Koi, sind aber nicht tödlich. Man behandelt mit Fischmineral von Sökk und nutzt Kurzzeitbäder mit Kochsalz.

  • KHV 4 ist eine andere durch einen Herpes-Virus verursachte Infektion, zu erkennen an Fressunlust, übermäßiger Schleimproduktion, Schleimfäden, Orientierungsprobleme, eingefallene Augen und abgestorbenes Gewebe. Diese Erkrankung tritt im Sommer auf. Man sollte die Temperatur auf 30 °C anheben und gut zwei Wochen halten. Behandelt wird mit Chloramin T, Acriflavin und Kupfersulfat. Die Sterberate ist sehr hoch. Es gibt einen Impfstoff, der aber in Deutschland nicht zugelassen ist.
Fazit

Das Erkennen der oben genannten Krankheiten ist die eine Sache. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte dennoch einen Fachmann, in dem speziellen Fall einen Tierarzt, der sich mit Koi Karpfen auskennt, zu Rate ziehen!