Balkonteich aus einem alten Holzfass bauen - so geht's!

Bei größeren Fässern ist die Traglast des Balkons wichtig. Die gefüllten Gefäße können richtig schwer werden. Deshalb muss die Traglast geprüft werden. Wichtig bei einem Behälter aus Holz ist, ihn mit Teichfolie auszukleiden. Wenn Wasser direkt auf Holz trifft, leidet das Naturmaterial und geht mit der Zeit kaputt. Alte Wein- oder Schnapsfässer müssen erst mindestens einmal mit Wasser gefüllt einige Tage stehen. Dann werden sie wieder geleert und sollten bei der nächsten Füllung dicht sein. Auf dem Balkon wäre mir das Risiko allerdings zu hoch. Ausgekleidet ist sicherer.

Was man

für den Teichbau alles benötigt:

  • Holzfass, bzw. ein halbes Holzfass
  • Teichfolie
  • Zierkies
  • Ziegelsteine oder Pflastersteine in unterschiedlicher Größe
  • Pflanzkörbe
  • Pflanzen
  • Dekorationsmaterialien
Sämtliche Steine und Kiese müssen gewaschen werden, damit sie das Wasser nicht verunreinigen und trüben.

Standort

Der Standort sollte hell sein, gern auch sonnig. Knallige Mittagssonne ist aber nicht empfehlenswert, da dadurch die Wassertemperaturen zu stark ansteigen und die Algenblüte so extrem gefördert wird. Bei zu wenig Licht stagniert das Pflanzenwachstum.
  • Viel Licht
  • Ausreichend Sonne, aber keine knallige Mittagssonne
  • Am besten etwas halbschattig
  • Vor dem Bepflanzen und Füllen an seinen geplanten Standort stellen
Tipp: Weinfässer sollten nicht unmittelbar auf dem Boden stehen. Es sollte immer Luft unter den Boden kommen. Ideal steht es auf drei bis vier Ziegelsteinen, auf den flachen Seiten oder aber auch auf einem entsprechend großen und stabilen Pflanzgefäßroller.

Holzfass als Teich gestalten – Schritt für Schritt Anleitung

Wer ein komplettes Holzfass zur Verfügung hat, muss dieses natürlich erst einmal teilen. Dadurch entstehen gleich einmal zwei mögliche Behälter, die für einen Teich genutzt werden können. Auf alle Fälle muss erst einmal alles gereinigt werden und zwar innen und außen, auch wenn Folie ins Innere kommt. Danach sollte das Holz erst einmal trocknen Auch wenn die Wände des Holzfasses wasserdicht sind, empfiehlt es sich, sie mit Folie auszukleiden. So hat man länger Freude an dem Balkonteich. Außerdem schützt man sich so dauerhaft vor dem Auslaufen des Wassers und spart sich Ärger mit Nachbarn.
  • 1. Fass mit Teichfolie auskleiden
  • 2. Folie in den Behälter legen und am Boden mit Steinen beschweren
  • 3. Folie an den Fassinnenseiten nach oben streichen und erst einmal über den Rand hängen lassen. Alternativ kann auch flüssige Teichfolie genutzt werden.Das Fass wird nun mit den Ziegel- oder Pflastersteinen gefüllt, welche so eingeschichtet werden, dass unterschiedliche Ebenen entstehen. Unten hinein kommt eine Schicht Zierkies oder normaler Kies. So sollten mindestens drei Pflanzebenen entstehen, eine am Boden, eine etwas höher und eine als Flachwasserzone.
  • 4. Steine vom Grund wieder entfernen, nur einen Ziegelstein liegen lassen.
  • 5. Restlichen Boden mit Kies bedecken
  • 6. Darauf ein oder zwei Ziegel- oder Pflastersteine platzieren, so dass unterschiedliche Ebenen entstehen
Anschließend werden schon die Pflanzen platziert. Ideal ist, dazu Pflanzkörbe zu benutzen. So wird verhindert, dass sich die Pflanzen zu stark ausbreiten. Außerdem lassen sich die Körbe leicht entnehmen und kontrollieren. Die Körbe sollten mit Vlies ausgeschlagen werden, damit die Teicherde nicht entweichen kann. Sie ist zu nährstoffreich und sollte nicht ins Wasser gelangen, weil so die Algenblüte gefördert wird.
  • 7. Pflanzkörbe mit Vlies ausschlagen.
  • 8. Teicherde hineingeben und die Pflanzen einsetzen.
  • 9. Vlies oben zusammenklappen.
  • 10. Kies zum Beschweren darauf verteilen.
  • 11. Die Pflanzen je nach ihrer  bevorzugten Pflanztiefe in den Teich setzen, auf den unterschiedlichen Ebenen verteilen
Nun wird Wasser eingefüllt, allerdings noch nicht bis oben. Anfangs reicht das unterste Drittel. So wird die Folie

richtig nach unten gedrückt. Empfehlenswert ist, einige Stunden zu warten, damit sie sich
in die richtige Position schiebt. Danach wird die Folie oben am Rand des Fasses angetackert. Sie sollte nicht zu straff gespannt sein, weil sie sonst reißen kann, aber auch nicht zu locker.
  • 12. Wasser einfüllen, etwa ein Drittel
  • 13. Teich ruhen lassen
  • 14. Folie nach oben noch einmal glatt streichen
  • 15. Am Rand des Fasses antackern
  • 16. Überstehende Folienreste über dem Rand des Fasses abschneiden
  • 17. Fass bis kurz unter den Rand mit Wasser füllen
Wer möchte, kann noch dekorieren. Gern wird ein kleines Wasserspiel genutzt. Bei einem sonnigen Standort kann dazu Solarenergie genutzt werden. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, allerdings sollte die Größe des Fasses im Auge behalten werden. Der Miniteich darf nicht zu stark dekoriert werden. Meist wirken die Pflanzen an sich schon genug, da braucht man kaum noch Deko. So eine Fontäne oder Wasserspeier haben noch einen Vorteil, sie verhindern, dass Mücken ihre Eier ablegen. Tiere gehören übrigens nicht in den Behälter. Fische und andere Teichbewohner könnten mit dem wenigen Sauerstoff nicht existieren.

Tipp: Häufig stehen die Miniteiche in der Ecke eines Balkons, zumindest irgendwo für einer Wand. Bei der Bepflanzung ist darauf zu achten, dass die höheren Pflanzen im Hintergrund platziert werden. Je kleiner die Pflanzen, um so weiter in den Vordergrund müssen sie.

Bepflanzung

Bei der Bepflanzung sollte darauf geachtet werden, dass die Gewächse nicht zu groß werden und sich nicht so stark ausbreiten. Wenn in kurzer Zeit die gesamte Wasserfläche zugewachsen ist, ist die Schönheit dahin. Pflanzen für die Tiefwasserzone sind ungeeignet. Verwendung finden kleine Schwimmpflanzen, die an der Wasseroberfläche schwimmen, kleine Seerosen, die eine geringe Pflanztiefe benötigen, Gewächse für die Flachwasserzone und reine Unterwasserpflanzen. Seerosen gedeihen nicht in Miniteichen mit einem Springbrunnen oder einem Wassersprudler. Sie benötigen ruhiges Wasser. Wer für den Teich nur einen sehr sonnigen Standort bieten kann, sollte Schwimm- oder Schwimmblattpflanzen auswählen, welche die Wasseroberfläche beschatten. Zu ihnen gehören die Muschelblume und der Schwimmfarn. Auch die Wasserpest ist geeignet, die sich allerdings stark ausbreitet und immer mal wieder in ihre Schranken gewiesen werden muss.
Sehr beliebt sind Seerosen, aber nicht alle Arten und Sorten eignen sich für die Fassteiche. Hier eine mögliche Auswahl:
  • Zwergseerose (Nymphaea candida) – Blütendurchmesser 8 bis 10 cm, Blüte von Juni bis August, Wassertiefe 25 bis 50 cm (bis 80 cm), dunkelgrüne runde Blätter (Durchmesser 20 cm), weiße Blüten, können ab Mai gepflanzt werden, Im Frühling in Lehmkügelchen gekneteten Dünger in die Erde der Körbe drücken, winterhart, recht wuchsfreudig
  • Seerose (Nymphaea x pygmaea ‘Helvola’ – kleine gelbe Blüten, nur 2,5 cm Durchmesser, Blüte von Juni bis September, Wassertiefe 20 bis 25 cm, nicht winterhart, Blätter dunkelgrün, können rot bis rotbraun gestreift oder gefleckt sein, im Frühling düngen (wie eben beschrieben) ideal für Gefäßen, super zu blau blühenden Stauden am Rand
  • Seerose (Nymphaea x laydekeri (Sorten) – Blüten rosa (hell-lilarosa innen dunkler oder kräftig dunkelrot mit weißer Zeichnung, je nach Sorte), bis 10 cm Durchmesser, Blüte Juni bis September, Wassertiefe 25 bis 30 cm, Pflanzen ab Mitte Mai, schwachwüchsig, Düngen wie oben beschrieben, sehr blühwillig, ideal für Kübel
  • Vierkantige Seerose (Nymphaea tetragona) – Kleine Blüten, nur 2,5 cm Durchmesserreinweiß und duftend, Blüte von Juni bis September, Wassertiefe 10 bis 25 cm, pflanzbar ab Mitte Mai, Jungpflanzen 19 cm tief und erwachsene Pflanzen 25 cm tief pflanzen, zierlichste Seerose, wächst sogar in flachen Schalen, dann nicht in Freien überwintern (im Handel häufig unter dem Namen: Nymphaea x pygmaea ’Alba’)
Bei den Flachwasserpflanzen sind besonders Sumpfcallas, Wasserfedern, Tannenwedel und Wasserschwertlilien zu empfehlen.

Fazit

Aus einem alten Weinfass kann sehr einfach ein dekorativer Teich für den Balkon oder auch die Terrasse gestaltet werden. Im Prinzip bekommt man zwei Teiche aus einem Fass. Wichtig ist, das Fass vor dem Auslaufen zu sichern, damit es keinen Ärgern mit Nachbarn gibt, denen es dann auf den Kopf tropft. Außerdem sollte das Fass nicht auf den ebenen Boden gestellt werden, es muss Luft unten heran können. Bei der Bepflanzung ist die richtige Auswahl der Gewächse entscheidend. Es dürfen nicht zu viele sein und nicht zu stark wachsende. Höhere Pflanzen gehören nach hinten, flachere weiter nach vorn. Fische sind ungeeignet für so kleine Behälter. Sie überleben zwar eine gewisse Zeit, es geht ihnen aber nicht gut. Ein schönes Leben haben sie nicht.