Barbarakraut, Winterkresse - Anbau und Pflege

BarbarakrautBarbarakraut verdankt seinen Namen der Tatsache, dass es bis zum Namenstag der heiligen Barbara, am 04. Dezember, geerntet werden kann. Diese Eigenart brachte der Pflanze zudem den Beinamen Winterkresse ein. Das echte bzw. gewöhnliche Barbarakraut ist in der Familie der Kreuzblütler angesiedelt. Bereits in der Vergangenheit wurde dieses Kraut als Nahrungsmittel verwendet. Es kann als Salat oder Gemüse serviert werden. Innerhalb der Naturmedizin gilt die Pflanze als blutreinigend.

Vorkommen und Kultivierung

Die Pflanze gedeiht am besten an sonnigen, bis maximal halbschattigen

Standorten. Da sie in Punkto Nährstoffversorgung äußerst anspruchsvoll ist, wächst sie in der freien Natur bevorzugt an Flussläufen und anderen Gewässern. Somit wird zudem das enorme Bedürfnis nach Feuchtigkeit, sprich Wasser, befriedigt. Wer sich also für die Zucht des Barbarakrauts interessiert, der sollte diese beiden wichtigen Faktoren unbedingt mit einbeziehen. Zudem bevorzugt die Pflanze stickstoffhaltige Böden und fühlt sich in der gemäßigten Klimazone, weltweit, zu Hause.

Die Aussaat der Barbarakrautsamen erfolgt von Frühjahr bis Herbst, sprich von März bis spätestens Ende September. Der Samen kann dabei sofort, sofern kein Frost herrscht, ins Freiland ausgebracht werden. Anschließend sollte eine schützende Erdschicht darübergelegt werden. Dabei ist es egal, ob die Samen in Reihen oder bunt gemischt ausgesät werden. Entscheidet man sich allerdings für eine Aussaat in Reihenform, so sollte man einen Abstand von etwa zwanzig Zentimetern zwischen den jeweiligen Reihen einhalten. Nur so ist gewährleistet, dass die jungen Pflanzentriebe genügend Platz zum Wachsen haben. Außerdem kann es äußerst sinnvoll sein, nach dem Sprießen der ersten grünen Triebe, einige Pflanzen zu entfernen. Dies dient wieder dem Platzangebot, welches die übrigen Pflanzen mit einem guten Wachstum belohnen. Generell ist zudem darauf zu achten, dass die Keimlinge immer mit ausreichend Wasser versorgt werden. Der Erdboden sollte deshalb konstant feucht gehalten werden, um ein uneingeschränktes Wachstum der Pflanzen zu garantieren.

Im ersten Wachstumsjahr bildet die Pflanze Stängel und Blätter aus. Von April bis ca. Ende Juli des darauf folgenden Jahres, kann man dann die leuchtend gelben Blüten des Barbarakrauts bewundern. Diese sind traubenförmig angeordnet und beinhalten die sogenannten Schotenfrüchte. Diese sind die eigentlichen Samen und können bis zu fünfundzwanzig Zentimeter lang werden. Die Pflanze erreicht eine etwaige Wuchshöhe von neunzig Zentimetern. Steht sie einmal in voller Blüte, so ist sie zudem in der Lage sich eigenständig zu vermehren. Während der eigentlichen Blütenzeit schmeckt das Barbarakraut teilweise leicht bitter. Die Samen bzw. Schotenfrüchten finden in der Naturheilkunde Anwendung.

Kleiner botanischer
Steckbrief


Das gewöhnliche Barbarakraut ist eine zweijährige Halbrosettenpflanzen und zudem ein Hemikryptophyten. Im Gegensatz zu den auch überaus bekannten Geophyten, welche negative Wachstumsbedingungen, wie zum Beispiel den Winter, unterirdisch überdauern, liegen die entsprechenden Überdauerungsgewächse der Hemikryptophyten überirdisch. Das Blattwerk des Barbarakrauts ist wie folgt angeordnet. Die Grundblätter besitzen eine sogenannte Leierform. Das heißt im Klartext, dass mehrere Seitenlappen in einzelnen Paaren vorhanden sind. Des Weiteren ist ein ehr rundlicher, im Grunde oftmals herzförmiger Endlappen vorhanden. Bei den Blüten handelt es sich um scheibenförmige und Nektarführende Blumen. Diese sogenannten Disken, welche von der Form her an einen Halbmond erinnern, scheiden Nektar aus, welcher in den Kelchblättern aufgefangen wird.

barbarakraut-flWinterkresse

im Garten


Es gibt rund 20 verschiedene Arten der Barbarakräuter, als Gemüse und in der Naturmedizin werden jedoch nur das Echte Barbarakraut und das Mittlere Barbarakraut verwendet. Beide wachsen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort auf einem feuchten und nährstoffreichen Boden, daher findet sich das Barbarakraut in freier Natur vor allem an Flussläufen und Bächen.

Winterkresse kann ab dem Frühjahr fortlaufend bis zum Herbst ausgesät und geerntet werden. Werden die Samen bis spätestens Ende September ausgesät, kann im folgenden Frühjahr bis zur Blütezeit geerntet werden. Bei einer Aussaat bis zum Sommer findet die Ernte dagegen schon im gleichen Jahr bis zum Dezember statt. Auf diese Weise ist in den Zeiten, in denen naturgemäß nur wenig Gemüse geerntet werden kann, für vitaminreiche Kost gesorgt. Ab Mitte Dezember beginnt das Kraut zu verwelken. Es ist zwar frosthart, kann jedoch vorsichtshalber etwas abgedeckt werden.

Anbau und Pflege

Die Samen werden direkt ins Freiland gesät, nur leicht mit Erde bedeckt und danach gleichmäßig feucht gehalten. Mehrere Reihen benötigen untereinander einen Abstand von etwa 20 Zentimetern. Damit die jungen Pflanzen nach der Keimung ausreichend Platz haben, sollten einige Pflanzen entfernt werden, sodass ein Zwischenraum von jeweils etwa zehn Zentimetern entsteht.

Das Barbarakraut wird etwa 80 bis 90 Zentimeter hoch. Es blüht von April bis Juni mit leuchtend gelben Blüten, die in Trauben angeordnet sind. Während der Blüte kann das Kraut einen bitteren Geschmack haben, danach bilden sich jedoch die Samen, die in der Naturheilkunde Verwendung finden und durch die sich das Barbarakraut von allein vermehrt.

Verwendung des Barbarakrauts

Besonders gesund sind die frischen Blätter des Barbarakrauts, die einen ähnlichen Geschmack wie Kresse haben. Sie können als Salat zubereitet werden, eignen sich aber auch gut für einen Kräuterquark. Sie enthalten viele Vitamine sowie Bitterstoffe, die für die Verdauung förderlich sind, und sollen die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben. Um das Barbarakraut als Gemüse zu essen, wird es in Butter gedünstet und hat dann eine gewisse Ähnlichkeit mit Spinat, es kann aber auch wie die Brunnenkresse anderen Gerichten hinzugefügt werden.

In der Heilkunde werden die frischen Blätter und die zerstoßenen Samen verwendet. Sie haben eine appetitanregende, harntreibende und blutreinigende Wirkung. Außerdem soll ein Umschlag mit Barbarakraut bei der Behandlung schlecht heilender Wunden helfen.