Chicoree selber anbauen - Aussaat und Pflege

Chicoree anbauenChicoree gehört zu den Gemüsesorten, deren Anbau als kompliziert und langwierig beschrieben wird. Dabei ist das Gemüse in unseren Töpfen und Pfannen ein sehr gern gesehener Gast, der sehr schmackhaft und zudem auch gesund ist. Ein Grund, sich mit dem Anbau und der Pflege ein wenig näher zu beschäftigen, um vielleicht doch einmal eine eigene Chicoree Ernte einfahren zu können. Was muss also beim Anbau von Chicoree beachtet werden? Unter welchen Bedingungen wächst und gedeiht er am besten und wie kann man

den Wachstumsprozess begünstigen?

Der Anbau in zwei Phasen

Auch wenn es seltsam und etwas verwirrend klingt: Chicoree wird erst im Garten ausgesät, um im Anschluss im Haus weiter gezüchtet werden zu können. Diesen Ablauf kennt man eigentlich anders herum von einigen Gemüsearten, die gerne im Haus vorgezogen werden, um dann bei milden Temperaturen im Frühling in den Garten gepflanzt werden zu können. Beim Chicoree ist dies genau anders herum.

Hier sät man im Mai den Samen als Reihensaat im Garten aus. Damit die Aussaat gut aufgeht, sollte der Boden nicht zu schwer und möglichst humos sein. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von etwa 30 Zentimetern gelassen werden, damit die Pflanzen ausreichend Licht und Nährstoffe aufnehmen können. Ist die Saat aufgegangen, kann nach etwa 4 Wochen mit dem pikieren begonnen werden. Dabei wird die Dichte der Pflanzen ein wenig aufgelockert und kleine Pflanzen entfernt. Wichtig ist, dass der Boden bei Chicoree nicht zu nass ist. Er mag es eher trocken und ist auch sonst recht anspruchslos. Lediglich das Unkraut muss hin und wieder einmal vom Beet entfernt werden, damit die Pflanzen ausreichend Platz haben. Der Standort ist hingegen nicht wichtig. Ein wenig Sonne ist gut, aber keine Bedingung für einen guten Wachstumsprozess. Zudem muss zwischendurch nicht gedüngt werden. Die Pflanzen begnügen sich mit einem leicht feuchten Boden.

Bevor die ersten Nachtfröste den Boden durchziehen, muss der Chicoree zum ersten Mal geerntet werden. Bis dahin haben sich die Rüben des Chicorees ausgebildet, die mit einem Durchmesser von 3 bis 6 Zentimetern die Grundlage für den eigentlichen Chicoree bilden. Sie werden bei der Ernte im Garten einfach vorsichtig aus der Erde gezogen und noch für mehrere Tage einfach auf das Beet gelegt. Im Anschluss können die Blätter etwa 4 Zentimeter über der Rübe abgeschnitten werden. Sie werden nun nicht mehr benötigt und können - bei Interesse - auch gegessen werden. Allerdings ist ihr Geschmack nicht mit dem zu vergleichen, was man eigentlich vom Chicoree kennt und erwartet. Denn das Gemüse ist ja noch nicht fertig gereift und zieht lediglich ins Haus um, wo der zweite Teil des Anbaus stattfindet.

Chicoree geschnittenIm Haus sucht man sich am besten größere Kisten, Eimer oder auch Schüsseln. Diese müssen lichtundurchlässig sein und sollten mit Erde gefüllt werden. Im besten Falle nimmt man die Erde aus dem Garten, die der Chicoree bereits von der ersten Wachstumsphase kennt. Die Rüben müssen nun so in die Erde eingesetzt werden, dass die Wurzeln möglichst tief im Erdreich verwurzelt sind. Die Erde sollte dabei gut angefeuchtet werden. Jedoch darf sich keine Staunässe bilden, da sonst alles faulen würde. Ein gutes Mittelmaß muss also gefunden werden.

Im Anschluss müssen die Gefäße in
einem Raum mit gleichbleibend milden Temperaturen deponiert werden. Der Keller dürfte sich dafür am besten eignen. Damit die nun neu wachsenden Sprossen nicht bitter werden, müssen die Gefäße abgedeckt werden. Licht ist nämlich für die Bildung der Bitterstoffe verantwortlich.

Der Chicoree wächst dann noch rund 8 Wochen weiter. Er muss während dieser Zeit immer leicht gegossen werden. Nach den 8 Wochen kann in der Regel die Ernte erfolgen. Hierfür werden die fest geschlossenen Sprossen mit einem Messer von der Rübe getrennt. Mitunter können sie auch abgebrochen werden. Sie stehen nun zum Verzehr bereit und können in vielen tollen Rezepten zum Einsatz kommen.

Pflegetipps für Chicoree

Chicoree ist eigentlich recht genügsam, was die Pflege betrifft. Er hat zwar eine lange und auch ein wenig aufwendige Anbauphase - doch die einfache Pflege macht viel Freude. So benötigt er lediglich einen mittelschweren Boden, der mit Humos durchzogen sein sollte. Zudem muss der Chicoree regelmäßig leicht gegossen werden. Er darf dabei aber nicht im Wasser stehen, da die kleinen empfindlichen Wurzeln sonst faulen könnten. Bei der Ernte im Garten sollte darauf geachtet werden, dass man diese einige Tage vor dem ersten Nachtfrost vornimmt, da die Rüben noch einige Tage auf dem Beet liegenbleiben sollten.
Hat man den Chicoree dann im Haus geerntet, kann man die Wurzeln der Pflanze "retten" und für die Weiterverarbeitung nutzen. Denn lagert man diese für einige Monate in einem Eimer mit Sand, kann man sie im Anschluss wieder für den Anbau des leckeren Gemüses im Haus verwenden. Die Phase im Garten würde so entfallen und man verkürzt die Wachstumsphase. Allerdings darf man die Wurzeln dann auch nicht vergessen. Denn spätestens im Herbst, wenn es draußen wieder kalt wird, müssen sie im Haus in die Erde gebracht werden.

Fazit

Chicoree ist somit nicht nur ein schmackhaftes Gemüse, sondern lässt sich auch im eigenen Garten und im Haus anbauen. Er verlangt lediglich nach ein wenig Geduld, da bis zur eigentlichen Ernte viele Monate vergehen. Dafür erhält man im Anschluss ein Gemüse, welches sehr schmackhaft, gesund und vielfältig einsetzbar ist.

Tipps zum Düngen

Für die Rübenbildung ist es notwendig, dass der Boden tiefgründig gelockert wird. Eine Grunddüngung ist von Vorteil. Man verwendet etwa 3 Liter gut verrotteten Kompost auf einen Quadratmeter Boden. Gedüngt wird im Frühjahr oder direkt vor der Aussaat.  Auf die Zugabe von Stickstoff sollte verzichtet werden, da zu viel davon eine negative Auswirkung auf die Treibqualität hat.

Tipps zur Aussaat

Ausgesät wird in Reihen. Die beste Pflanzzeit ist der Monat Mai. Nach etwa 4 Wochen vereinzelt man. Das ist ausschlaggebend, da die Wurzel viel Platz benötigt. Wichtig ist, den Boden gleichmäßig feucht, nicht nass, zu halten. Trockenheit hat einen negativen Einfluss auf die Rübenbildung. Chicoree sieht aus wie Löwenzahn.

Ernte und Lagerung

Die Rüben werden zusammen mit dem Wurzelgemüse eingelagert. Sie können mit oder ohne Deckerde weiter getrieben werden. Das Treiben erfolgt bei absoluter Dunkelheit und einer Temperatur von 12 bis 18 ºC.  Dabei werden die Rüben Kopf an Kopf in einem Eimer oder festen Kunststoffbehälter aufgestellt. Man kann sie mit Erde bedecken, muss es aber nicht. Danach wird kräftig eingeschwemmt. Die Rüben müssen mit lichtundurchlässigem Material verdunkelt werden. Wann man ernten kann, sieht man bei unbedeckten Rüben besser. In der Regel ist nach 4 bis 6 Wochen Erntezeit. Die ausgewachsenen, aber noch fest verschlossenen Sprosse werden einzeln vom Rübenkörper abgebrochen oder sauber abgeschnitten.  Jeder Rübe kann nur einmal verwendet werden.

Für eine gute Qualität von Chicoree sind  absolute Dunkelheit und eine gleich bleibende Temperatur während der Treibung von großer Bedeutung. Bei normaler Beleuchtung würden sich die Blätter grün färben und außerdem würden sich vermehrt Bitterstoffe bilden.

Nach einer Chicoreeernte baut man im gleichen Bett 3 oder 4 Jahre etwas anderes an. Man sollte nie Chicoree nach sich selbst anbauen!