Fruchtgemüse anbauen - Arten und Pflege

GurkenUnter Fruchtgemüse werden die Früchte von einjährigen Pflanzen verstanden. Die Entwicklung beginnt mit der Aussaat und endet mit der ausgereiften Frucht, alle Entwicklungsschritte müssen vor dem Beginn des Frosts durchlaufen und abgeschlossen werden. Es gilt, die kurze Vegetationsphase geschickt auszunutzen.

Vom Samen zum Setzling

Erbsen, Bohnen und Erdnüsse sind Hülsenfrüchte. Kürbisse, Zucchini und Melonen gehören zu den Kürbisgewächsen und Auberginen, Paprika und Tomaten sind Nachtschattengewächse. Sie alle gehören zu den Fruchtgemüsen. Lediglich die Hülsenfrüchte haben große und kräftige Samenkörner, die den Pflanzen

genügend Nährstoffe mitgeben, um sich schnell zu entwickeln. Alle anderen Sorten haben kleine Samenkörner. Für die Keimung brauchen die meisten Arten Bodentemperaturen von über 10° C. Auch vertragen zumindest die jungen Pflänzchen keinen Frost. Daher kann die Aussaat von Nachtschatten- und Kürbisgewächsen im Freiland erst ab Mitte Mai beginnen. Das reicht den meisten Arten nicht, um vor dem Einsetzen des Frosts zu reifen. Daher werden die Samen in Gewächshäusern oder zu Hause auf der Fensterbank in Anzuchttöpfen zum Keimen gebracht. Nachdem die Pflanzen neben den Keimblättern zwei echte Blätter haben, werden sie entweder in Kübel gepflanzt oder ins Freiland gesetzt. Im Haus ist es auf schwierig, die Pflanzen mit ausreichendem Licht zu versorgen. Ohne Pflanzlichtlampen entstehen lange dünne Stängel mit kleinen Blättern. Für Hobbygärtner ohne Gewächshaus ist es daher sinnvoll fertige Setzlinge zu kaufen.

Boden für Fruchtgemüse vorbereiten

Die Pflanzen benötigen keinen tief gelockerten Boden, denn die Wurzeln entwickeln sich eher flach. Der Boden muss aber gut mit Nährstoffen versorgt sein, damit die kleinen Pflanzen rasch wachsen können. Auch ist ein sonniger Platz erforderlich. Sogenannte Hochbeete sind für den Anbau von Fruchtgemüse Ideal. Sie bestehen von unten nach oben aus Baumschnitt, halb verrottetem Kompost und gesiebtem fertigen Kompost. Dieser Aufbau sorgt für eine hohe Bodenwärme durch die Verrottungsprozesse und liefert gleichzeitig viele Nährstoffe. Ohne Hochbeet müssen Sie alle drei Wochen mit einem organischen Volldünger düngen. Idealerweise erfolgt die erste Düngung, bevor die Pflanzen gesetzt werden.

Die Setzlinge auspflanzen

Kürbis im BeetDie Setzlinge haben bis Ende Mai im Anzuchttopf einen kräftigen Wurzelballen entwickelt. Für das Anwachsen im Beet werden die Ballen bis zu seiner Oberkante in ein Pflanzloch gesetzt, das etwa doppelt so groß ist, wie der Ballen. Um diesen Ballen sollte gesiebter Kompost gegeben werden. Tomaten, Paprika und Auberginen benötigen mindestens 30 cm Platz um jede Pflanze, um sich zu entwickeln. Außerdem ist ein Stock als Stütze erforderlich. Kürbisgewächse benötigen viel mehr Platz und wachsen nicht in die Höhe. Nun können auch Hülsenfrüchte ausgesät werden. In dieser Phase muss unbedingt ein Schutz gegen Schnecken eingesetzt werden, denn das frische Grün wird sofort von Schnecken zerfressen werden. Für eine optimale Bewässerung hat es sich bewährt, neben den Pflanzen eine geöffnete Plastikflasche mit der Öffnung nach unten einzugraben und den Boden der Flasche abzuschneiden. Diese Flasche muss im Sommer zweimal am Tag gefüllt werden.

Wissenswertes zu Hülsenfrüchten

Diese Pflanzen brauchen lediglich Wasser und eventuell Dünger. Sie wachsen sehr schnell. Meist können die Früchte sechs Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Da es frühe und späte Sorten
gibt, bietet

sich eine zweite Saat nach der Ernte an.

Pflege der Kürbisgewächse

Auch die Kürbisgewächse benötigen wenig Pflege, aber reichlich Wasser. Die meisten Arten bilden männliche und weibliche Blüten. Für die Bestäubung werden nur wenige männliche Blüten benötigt. Da diese den Pflanzen Kraft entziehen, sollten fast nur weibliche Blüten an der Pflanze gelassen werden. Die Blüten von Zucchini und Kürbis sind übrigens essbar. Gurken und Zucchini müssen unbedingt jung geerntet werden, wenn sie nur wenige Zentimeter Durchmesser haben und noch keine Kerne gebildet wurden. Nur Kürbis bleibt an der Pflanze, bis er ausgereift ist.

Nachtschattengewächse benötigen die meiste Aufmerksamkeit

TomatenDie Pflanzen sollen eintriebig wachsen, daher müssen die entstehenden Nebentriebe täglich ausgebrochen werden. Wenn diese Geiztriebe stehen bleiben, entwickeln die Pflanzen viel Blattmasse, aber wenige Blüten und Früchte. Das Ausgeizen ist bis zum Einsetzen des Frostes täglich durchzuführen. Außerdem müssen die schnell höher wachsenden Pflanzen an den Stützstöcken befestigt werden. Dazu dürfen nur breite Bänder oder ummantelter Bindedraht verwendet werden. Ab Ende August ist es notwendig die Triebspitze zu kappen, denn aus den nun noch entstehenden Blüten können sich bei der heimischen Witterung keine Früchte mehr entwickeln. Der Trieb kostet die Pflanzen ab diesem Zeitpunkt nur noch Kraft.

Gift in den Pflanzen

Alle grünen Teile der Nachschattengewächse sind giftig, aber die Blätter der Paprika enthalten nur sehr wenig Gift. Auch grüne Paprika sind ungiftig. Bei grünen Tomaten sieht es etwas anders aus, diese enthalten eine Menge Solanin, die zumindest bei Kindern oder geschwächten Menschen zu Übelkeit und Kopfschmerzen führen kann. Daher sollten nur ausgereifte Tomaten geerntet werden. Wenn beim Einsetzen des Frosts noch grüne Tomaten an den Pflanzen sind, können diese in Papier eingeschlagen werden und bei 20 ° C gelagert werden. Nach wenigen Tagen reifen die Früchte nach. Es ist auch möglich, die Pflanzen mit den restlichen Früchten kopfüber an einen warmen Ort zu hängen und alle Blätter zu entfernen. Die an den Pflanzen verblieben Tomaten werden schnell rot und genießbar.

Schädlingsbekämpfung bei Fruchtgemüse

Wie erwähnt muss bei der Aussaat beziehungsweise beim Auspflanzen ein Schutz gegen Schnecken verwendet werden. Gegen Pilzerkrankungen helfen Spritzungen mit Schachtelhalmextrakt, die während der gesamten Wachstumsperiode alle 14 Tage erfolgen müssen. Bei robusten Sorten und einem ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen ist diese nicht erforderlich. Gegen Blattläuse kann Wasser mit Spülmittel und Alkohol eingesetzt werden. Mehr sollte bei den einjährigen Pflanzen, die zur Erzeugung von Lebensmitten dienen nicht verwendet werden.
 
Wissenswertes

MöhrenViele dieser Gemüsearten können bei uns im Garten angebaut werden. Gurken wachsen am besten geschützt in einem Gewächshaus. Tomaten benötigen einen Regenschutz. Zu viel Nässe von oben löst Krankheiten aus, die sich rasch verbreiten und die gesamte Ernte gefährden können. Kürbisse, Melonen, Paprika, Bohnen und Erbsen lassen sich ganz leicht im Garten kultivieren. Man kann die Pflanzen vorziehen, sie aber auch gleich ins Beet aussäen. Bei einigen Pflanzen gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten. Kürbis beispielsweise benötigt viel Platz. Je mehr Platz, um so mehr Früchte reifen. Die Samen benötigen nicht viel Feuchtigkeit. Ist die Erde zu nass, gehen sie nicht auf. Erbsen und Bohnen brauchen ein Klettergerüst, da sie hoch hinaus ranken. Ansonsten sind sie total pflegeleicht. Gurken sollten, wenn sie nicht im Gewächshaus reifen, einen sonnigen bis leicht schattigen Standort bekommen. Auf alle Fälle sollte er windgeschützt sein.

Gegossen wird am besten mit Regenwasser. Als Düngung eignet sich ein stickstoffarmer, chlorfreier Dünger. Gurken brauchen einen warmen Fuß, Pferde-, Rindermist oder grober Kompost ist dafür gut geeignet. Hat die Pflanze ihre gewünschte Länge oder Höhe erreicht, muss der Haupttrieb oberhalb des sechsten Blattes abgekniffen werden. Die Spitzen der Seitentriebe werden nach dem siebten Blatt gekürzt. Dadurch wird die Pflanze kräftiger und die Ernte höher.

Gurken, Tomaten, Melonen werden meist roh gegessen. Bohnen, Erbsen, Zucchini und Kürbis schmecken gegart gut. Paprika ist sowohl roh als auch gekocht lecker. Auch Tomaten und Gurken kann man warm zubereiten.
Fruchtgemüse ist überaus lecker und gesund.