Gemüsesorten von A-Z, sowie alte und seltene Sorten

GemüseUnter Gemüse versteht man gemeinhin krautige Pflanzen, die weder unter den Begriff Obst noch zu den Getreidesorten zählen. Die Sorten treten dabei ein- oder mehrjährig auf und verdanken ihren Namen dem historischen Wort "Mus", was frei definiert gekochter Brei bedeutet. Diese Eigenschaft hatte in frühen Jahrhunderten eine reinliche Bedeutung. Die Menschen verarbeiteten Gemüse stets zu Brei, welcher gekocht wurde. So sollten schädliche Pilze, Bakterien und Keim abgetötet werden. Diese Maßnahme war deshalb von Nöten, da die Nahrungsmittel zwar vor der Verarbeitung mit

Wasser gewaschen wurden, dieses aber oftmals sehr stark verunreinigt war. In der heutigen Zeit verdanken wir den Genuss von Rohkost auch der Tatsache, dass Leitungswasser rein ist und Trinkwasserqualität besitzt.

Das Gemüse an sich wird in großem Stil von Landwirten auf Feldern angebaut oder im Kleinen im eigenen Garten kultiviert. Aber auch Wildgemüsearten finden sich in der freien Natur. Diese sollten aber nur von fachkundigen Sammlern geerntet werden.

Der Anbau von Kohlgemüse

Diese Kategorie verlangt ein wenig Fachwissen und setzt Fingerspitzengefühl voraus. Der Kohl gilt gemeinhin als sehr anspruchsvolle Pflanze, vor allem Blumen- und Weißkohl verlangen dem Gärtner einiges ab. Um das Beet auf die Aussaat von Kohlpflanzen vorzubereiten greift man zu Komposterde und biologischem Volldünger. Diese Dinge sollten etwa drei Wochen vor dem eigentlichen Anbau auf dem Beet untergegraben werden. So können sich die Nährstoffe gut im Erdreich verteilen. Kohlpflanzen benötigen viel Platz und Wasser zum Wachsen. Es sollte demnach nicht zu eng ausgesät und der Boden immer feucht gehalten werden. Die Aussaat der Kohlsamen erfolgt von Mitte April bis Anfang Mai, je nach Witterungslage. Die Jungpflanzen sollten regelmäßig an gehäufelt und zusätzlich mit biologischem Flüssigdünger versorgt werden. Sind dann die ersten Blüten entstanden, so können diese leicht zusammengebunden werden, so wird unnötiges Austreiben der Pflanze in die Höhe vermieden. Wer zwischen den einzelnen Kohlpflanzen Kopfsalat pflanzt, wirkt somit einem Nährstoffmangel vor. Das ist der Tatsache zu verdanken, dass Kopfsalat andere Nährstoffe aus dem Erdreich zieht, als Kohl. Eine kleine Sonderstellung nimmt jedoch der Rosenkohl ein. Dieser sollte nicht mehr ab der zweiten Junihälfte gepflanzt werden. Nur so können sich die wohlschmeckenden Röschen ausreichend entwickeln und machen das Ausdünnen der Krone im September somit überflüssig. Auch der Grünkohl ist eine Besonderheit. Dieser wird bis Ende Juli ausgebracht und kann bis weit in den Winter hinein geerntet werden. Seinen dezent süßlichen Geschmack erhält er vorrangig dann, wenn er  mindestens einmal vom Frost befallen wurde. Gärtner die gerne auf Kohlrabi setzten möchten, können diesen als sogenannte Lückenfrucht zwischen anderen Kohlsorten pflanzen. Bei guter Pflege mit genügend Dünger und Wasser wird man mit einem ausgezeichneten Ertrag belohnt.

Das Wurzelgemüse

Wer bereits ein gedüngtes Beet aus dem Vorjahr besitzt, der kann dieses ausgezeichnet für Wurzelgemüse verwenden. Sorten wie Möhren, Rüben, Rettich und Radieschen profitieren zudem von einem mineralischen und biologischen Volldünger. Die Aussaat von Wurzelgemüse erfolgt meist im März, je nach Witterung. Ein Abstand von etwa 20 cm sollte dabei unbedingt eingehalten werden, da die einzelnen Pflanzen genügend Platz zum Wachsen benötigen. Wurzelgemüse besitzt die Besonderheit, dass es zwei Mal im Jahr ausgesät werden kann. Die sogenannte zweite Aussaat kann man dann Ende April ausbringen.

Zwiebelgewächse

alt="Zwiebelgemüse" src="/../../images/2014/gemuese/zwiebel-jung-hg-fl.jpg" height="449" width="300" />Die

Gemüsearten, die zu den Zwiebelgewächsen gehören stellen in etwa dieselben Pflegeansprüche wie das Wurzelgemüse. Daher kann man sich hierbei gut an den weiter oben genannten Anbauanleitungen orientieren.

Hülsenfrüchte

Die Hülsenfrüchte profitieren, ähnlich wie das Wurzelgemüse, von voll gedüngter Erde. Zudem benötigen sie auf Phosphor und Kalium ausgerichtete Dünger, welche biologisch hergestellt wurden. Auf die übermäßige Zufuhr von Stickstoff sollte unbedingt verzichtet werden, da sämtliche Hülsenfrüchte genug davon selbst produzieren. Die Aussaat der Pflanzen erfolgt dann Ende März, spätestens Anfang April. Besonders Erbsen sind dabei äußerst widerstandsfähig gegenüber extremer Witterung und schlechteren Bodenverhältnissen. Auch Hülsenfrüchte sollten alle 14 Tage leicht an gehäufelt werden. Wer sich auf die Aussaat von Bohnen konzentrieren möchte, der muss nicht sehr viel beachten. Bohnen sind anspruchsloser als andere Gemüsesorten, lediglich die Stangenbohnen benötigen, wie der Name bereits verrät, lange Stangen im Erdboden, an denen sie empor wachsen können. Die Aussaat von Busch- und Stangenbohnen erfolgt im Mai.

Das Blattgemüse

Zu den Blattgemüsearten zählen vor allem sämtliche Salatsorten. Aber auch Spinat und Mangold fallen unter diese Kategorie. Blattgemüse profitiert von einem frisch gedüngten Erdreich und möchte zudem immer gut bewässert werden. Der Abstand von etwa 50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen sollte gewahrt werden. Die sogenannten Frühsorten werden bereits im März ausgesät, hingegen werden die Wintersorten erst ab August ausgebracht. Wildes Unkraut zwischen den Pflanzen sollte regelmäßig entfernt werden.

Das Fruchtgemüse

Zum Fruchtgemüse zählen Gurken, Tomaten, Kürbisse und Kartoffeln. Diese Arten lieben alle ein warmes Klima und profitieren von einer geschützten Lage. Bereits im Vorfeld sollte das entsprechende Beet mit Kompost und biologischem Volldünger bearbeitet werden. Das Fruchtgemüse wird dann Ende April, Anfang Mai ausgebracht. Zwischen den einzelnen Pflanzen muss unbedingt ein Abstand von etwa 60 cm gewahrt werden, da diese viel Platz zum Wachsen benötigen. Wer sich für die Aussaat von Tomaten im Freiland entscheidet, der sollte, aufgrund der immer stärker auftretenden Braunfäule, auf resistente Sorten zurückgreifen Wer bei seinen Kürbisspflanzen Fäule durch die Berührung mit dem nassen Erdreich vermeiden möchte, der kann den einzelnen Pflanzen Holzbretter unterlegen. Kartoffeln wiederum sollten regelmäßig an gehäufelt werden. Auch das Unkraut ist bei allen Fruchtgemüsearten regelmäßig zu entfernen.
 
Wissenswertes zu Gemüsesorten

Salat im FrühbeetZum Blattgemüse zählen Salate und Kohl. Diese können auch ohne weiteres im Garten angebaut werden. Kopfsalat, Schnittsalat, Brunnenkresse und Rucola wachsen gut in einem Gewächshaus. Gartensalat, Chicoree, Mangold, Spinat und Endivien dagegen gedeihen gut im Gartenbeet. Beim Kohl sind es hauptsächlich Kohlrabi, Wirsing, Weiß- und Rotkohl, Rosenkohl und die Mairübe, die angebaut werden.

Als Blütengemüse bezeichnet man Knospen und Blüten, die als Gemüse verzehrt werden. Zu diesem zählen Blumenkohl, Broccoli, Romanesco und  Artischocken.

Als Fruchtgemüse bezeichnet man essbare Pflanzenteile die sowohl dem Gemüse als auch dem Obst zugeordnet werden können. Dazu zählen so bekannte Sorten wie Gurken, Tomaten, Auberginen, Kürbisse, Hülsenfrüchte, Melonen, Paprika und Zucchini.

Bei Wurzelgemüse unterscheidet man zwischen Knollen- und Zwiebelgemüse. Typische Knollengemüse sind Mohrrüben, Meerrettiche, Radieschen, Pastinaken, Schwarzwurzeln und natürlich Kartoffeln. Zum Zwiebelgemüse gehören Zwiebeln, Knoblauch, Porree, Schalotten, und Bärlauch.

Die Hülsenfrüchte sind eine der artenreichsten Pflanzenfamilien. Sie sind vor allem wegen ihres hohen Eiweißgehaltes so beliebt. Bei uns angebaut werden hauptsächlich verschiedene Erbsen (Zuckererbse, Riesenerbse, Schalerbse) und  Bohnen (Gartenbohne, Buschbohne, Stangenbohne). Außerdem gehören dazu Linsen und viele bei uns nicht heimische Bohnen, wie Sojabohne, Adzukibohne, Reisbohne, Spargelbohne, Goabohne, Jackbohne und viele mehr.

Zu dem Gemüse, das nicht richtig zugeordnet werden kann, gehören  Süßkartoffeln, Maniok und Quinoa. Die Auswahl an Gemüse ist groß und vieles kann in unserem Klima im Garten angebaut werden.