Knollenziest - Steckbrief, Anbau von Crosne
Der Knollenziest, eine krautige Pflanze mit vergleichsweise rauem Blattwerk und grünen, glockenähnlichen Blüten war schon in der Antike bekannt und beliebt. Einige Botaniker sind sogar der Ansicht, dass die Geschichte des Knollenziests bis zu den alten Germanen zurückzuverfolgen ist.Waren seinerzeit jedoch vorwiegend der ...
Stachys palustris, also der Sumpf-Ziest oder auch der Stachys recta, der Heideziest von Bedeutung, so hat sich dies gegen Ende des 17. Jahrhunderts nahezu schlagartig geändert.
Denn seither ist der Knollenziest buchstäblich in aller Munde. Generell handelt es sich hierbei um ein strauchartiges Gewächs, das eine Wuchshöhe von etwa einem halben bis einem Meter erreichen kann und sowohl in geschmacklicher Hinsicht, als auch wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung häufig Verwendung findet.
Besonders auffallend sind die leuchtend roten bis ins Violette hineingehenden Blätter. Vor allem das Wurzelwerk ist diesbezüglich von Bedeutung, denn es kann auf unterschiedlichste Art und Weise verarbeitet werden.
Robust, widerstandsfähig und köstlich
Ideale Standortbedingungen für den Anbau des Knollenziests sind warme Gefilde, jedoch ...
ist das Gewächs auch in kühleren Regionen, wie zum Beispiel in England, in der Schweiz oder in Frankreich zu Hause. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird der Knollenziest auch in der französischen Stadt Crosne angebaut.
Hier scheinen die Bedingungen für ein nachhaltiges Wachstum (die nährstoffreichen Bodenverhältnisse in Verbindung mit einem angenehmen Klima) besonders gut zu sein. Die intensive Kultivierung des Knollenziests in Crosne ist übrigens die Ursache für die moderne Bezeichnung Crosne du Japon.
Zu den ursprünglichen Anbaugebieten zählen allerdings weite Teile Asiens, wie zum Beispiel Xinjiang oder Nei Monggol. Denn gerade hier sprechen das angenehme Klima und die sandigen, nährstoffdurchlässigen Böden für sich. Zudem erweist sich gerade die sonnenüberflutete Hanglage in den dortigen Regionen als ganz besonders wachstumsfördernd. Ähnlich wie die Reispflanze gedeiht der Knollenziest in diesen Breitengraden vor allem in sehr nassen Böden.
Leider wurde das Gewächs in den späten 1970er Jahren in einigen Ländern Europas durch die Verwendung von bakterienverseuchtem Düngematerial nahezu vollständig ausgerottet. Trotz des hohen Beliebtheitsgrades des Knollenziests unternahm man seinerzeit aber nur wenig, um den Fortbestand der Wurzelpflanze zu sichern bzw. erneut in Angriff zu nehmen.
Erst seit Ende der 1990er Jahre machte man sich daran, den Anbau von Knollenziest zu forcieren. Aus gutem Grund, denn gerade die Gastronomie profitiert von diesem Wandel. Nicht zuletzt sind jedoch zugleich die gesundheitsfördernden Eigenschaften erwähnenswert.
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