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Die Topinambur ist eine seit dem 18. Jahrhundert bei uns fast komplett von der Bildfläche verschwunden – obwohl sie in der Vergangenheit schon einiges geleistet hat: Vor allem während des 30 jährigen Krieges bewahrte sie viele Menschen vor dem verhungern, und war lange Zeit ein beliebtes Grundnahrungsmittel – bis die Kartoffel die Topinambur von ihrem angestammten Platz vertrieb. Doch der Kampf zwischen den beiden rundlichen Amerikanerinnen ist noch nicht entschieden, denn die Topinambur leutet gerade die nächste Runde ein, und versucht, sich ihren Platz als gesundes Lebensmittel gerade bei Diabetikern und in Diäten zu sichern. ...
/> Auch die Topinambur stammt aus Amerika, und besitzt gegenüber der Kartoffel eine Reihe von Vorteilen, die sie durchaus zum ernsthaften Konkurrenten für die Kartoffel macht. Besonders wichtig: Der hohe Inulingehalt bewirkt, dass die Topinambur nur etwa die Hälfte der Kalorien einer Kartoffel hat, da dieser Ballaststoff nicht verdaut werden kann. Dafür hat dieser Ballaststoff eine positive Auswirkung auf die Darmtätigkeit. Die positive Bilanz zwischen vergleichsweise wenig Kalorien (etwa die Hälfte einer gekochten Kartoffel), jedoch bis zu fünf mal so viele Ballaststoffe! Das bedeutet, dass bei weniger aufgenommenen Kalorien schneller ein Sättigungsgefühl einsetzt, während das unverdauliche Kohlenhydrat Inulin nicht vom Körper aufgenommen werden kann – der Körper nimmt so weniger Glucose auf. Das macht die Topinambur nicht nur zum Gemüse der Wahl, wenn man abnehmen will. Das auch Indianerknolle genannte Gewächs ist auch für Diabetiker geeignet, da das früh einsetzende Sättigungsgefühl die gefürchteten Spitzen im Insulinspiegel abschwächt. In Tablettenform wird die Topinambur gar als Apetittzügler eingesetzt!
Die Topinambur gewinnt vor allem bei Gourmets und Bio-begeisterten immer mehr an Bedeutung, eignet eignet sich jedoch auch als Zierpflanze oder als Sichtschutz. Die Topinamburpflanze kann bis zu 4 Meter hoch werden, und ist eng verwandt mit der Sonnenblume. Sie bildet auch ähnlich gelbe Blüten aus, die jedoch bei weitem nicht so groß werden – aber dafür kann man ja die Knollen ernten, und zwar zwischen Herbst und Frühjahr hindurch. Hinzu kommt, dass die Pflanze sehr genügsam ist, und kaum Pflege benötigt. Einzig stehende Nässe mag die Topinambur gar nicht. Feucht sollte die Erde jedoch trotzdem sein, bei anhaltender Trockenheit sollten sie die Topinambur daher gießen. Nach der Blüte geht die Pflanze von alleine ein, und sie können die tollen Knollen ernten – belassen sie jedoch immer eine Knolle im Boden, sie treibt im nächsten Jahr wieder aus. Auf diese Weise kann eine Topinambur-Kultur bis zu 20 Jahre erhalten bleiben, sollte jedoch ausgewechselt werden, wenn der Ertrag nachlässt.
Jedoch: Die Topinambur ist teurer als die Kartoffel, da die unregelmäßig geformten Knollen bei er maschinellen Ernte oft zurück aufs Feld fallen. Diese Probleme hat man beim Heimanbau natürlich nicht – und gerade für Tierbesitzer bietet die Topinamburpflanze noch eine weitere interessante Möglichkeit, denn die grünen Teile der Pflanze lassen sich hervorragend auch an kleine Tiere verfüttern, und sind auch für die tierischen Gefährten sehr gesund! Egal ob es sich dabei um Vögel, Kleintiere oder aber Schafe oder Ponys handelt.
Eine Grundregel für den Verzehr gibt es jedoch, egal ob für Vier- oder Zweibeiner: Beginnen sie mit kleinen Portionen, und erhöhen sie die Menge erst mit der Zeit. Das mindert die sonst zuweilen auftretenden Blähungen aufgrund der erhöhten Darmtätigkeit. Nach dieser Eingewöhnung ist gegen einen regelmäßigen Verzehr der tollen Knolle jedoch nichts einzuwenden.
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