Biogarten anlegen - Pflege und Gestaltung

BiogartenDie richtige Lage, bestimmte Standorte scheiden für den Gemüsegarten von vornherein aus, steile Hänge, nasse oder schattige Flächen sowie Bereiche, die weit weg vom nächsten Wasseranschluss liegen. Wählen Sie stattdessen einen sonnigen Platz, der vor austrocknenden Winden geschützt ist oder geschützt werden kann.

Der Boden sollte möglichst wenig verunkrautet und frei von Bauschutt und dergleichen sein. Halten Sie mindestens 10 - 20 m Abstand zu kräftigen Baumwurzeln.

Wege sind auch im Biogarten unentbehrlich

Vermeiden Sie Bodenverdichtungen

durch häufiges Betreten der Beetflächen. Ein gut durchdachtes Wegnetz sorgt vor und macht alle Pflegearbeiten einfacher.

Hauptwege im Biogarten sollten wenigsten 90 cm breit sein, um sie bequem mit einer Schubkarre befahren zu können.
Bedecken Sie die Wege mit einer dicken Schicht Rindenmulch, oder befestigen Sie mit Platten oder Pflaster. Aufkeimende Unkräuter können so leicht entfernt werden.

Vorbereitung der Gründüngung

Lockern Sie den Boden möglichst tief mit Hacke oder Grabegabel. Entfernen Sie alle Abfälle und Unkräuter. Ebnen Sie die Oberfläche mit dem Rechen und harken Sie dabei die Steine ab. Der Boden sollte für diese Arbeiten weder nass noch zu trocken sein.

Vermischen Sie die Gründüngungssamen mit etwas Sand, um sie gleichmäßig über die Fläche ausstreuen zu können. Arbeiten Sie die Samen dann mit dem Rechen etwas ein.

Wasser in Reichweite

Eine gut erreichbare Gießwasserquelle ist für einen Biogarten unverzichtbar. Achten Sie darauf, dass Sie mit dem Schlauch die gesamte Fläche bequem bewässern können.

Sammeln Sie nach Möglichkeit Regenwasser in einer Tonne oder Zisterne. Wenn ein Geräteschuppen nahe
dem Biogarten eine Dachrinne hat, können Sie auch hier am Fallrohr eine Regentonne anschließen.

Schmackhafte Bodenlockerer

Auf einer frisch angelegten Gemüsefläche mit noch nicht optimal gelockertem Boden haben es vor allem feine Sämereien wie die von Möhren oder Salat schwer. Doch es gibt auch Gemüse, die damit gut zurechtkommen oder die sogar den Boden für nachfolgende Kulturen verbessern.

Kartoffeln und Topinambur sind optimale Pionierpflanzen und können selbst Böden lockern, bei denen die Zeit für eine gründliche Bearbeitung gefehlt hat.
Kürbisse und Zucchini bedecken mit ihren großen Blättern den Boden und können so Unkräuter unterdrücken. Außerdem wurzeln sie ebenso wie Kohl, Sellerie oder Tomaten recht flach und gedeihen notfalls auch auf einem unzureichend gelockerten Boden.

Mist der traditionelle Kraftstoff für den Biogarten

Stallmist war zu Omas Zeiten der wichtigste und oft auch einzige Dünger. Da er nicht nur reichliche Nährstoffe enthält, sondern beim Verrotten auch in Humus umgewandelt wird, verbessert er nachhaltig die Bodenfruchtbarkeit.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, Pferde-, Rinder- oder Schafmist zu beziehen, können Sie damit einen neu angelegten Biogarten sehr gut in Schwung bringen. Wo die Beschaffung schwierig ist, kann man auf getrockneten, abgepackten Dung aus dem Fachhandel zurückgreifen.
Verwenden Sie stets nur gut verrotteten am besten kompostierten Mist. Bringen Sie ihn im Herbst oder zeitigen Frühjahr aus und arbeiten Sie ihn nur flach ein.

Wichtig und typisch für den Biogarten

ist der Fruchtwechsel


Wenn Sie bestimmte Gemüse immer wieder an derselben Stelle anbauen, wird der Boden einseitig beansprucht. Zudem etablieren sich so leicht Krankheiten und Schädlinge, die auf diese Gemüse spezialisiert sind. Schon nach wenigen Jahren können dadurch die Pflanzen im Wuchs beeinträchtigt werden und die Ernten schlechter ausfallen. Deshalb ist es am besten, die verschiedenen Gemüse jährlich nach einem festen Schema rotieren zu lassen. Die einfachste Möglichkeit ist die bewährte 3- oder 4-jährige Fruchtfolge, die zugleich den unterschiedlichen Nährstoffbedarf der Gemüse berücksichtigt.
Unterteilen Sie dazu Ihren Biogarten in drei oder vier Teilflächen (Quartiere), deren Nutzung Sie jährlich in festgelegter Reihenfolge abwechseln.

Erstes Jahr: das Quartier wird im Herbst oder zeitigen Frühjahr kräftig mit Mist oder Kompost versorgt. So ist der Boden optimal vorbereitet für Starkzehrer wie Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Sellerie, Tomaten und Zucchini.

Zweites Jahr: Nun folgt auf derselben Fläche die zweite Tracht, nämlich Mittelzehrer wie Kohlrabi, Mangold, Möhren, Rettich, Rote Bete und Zwiebeln. Währenddessen wachsen die Starkzehrer auf dem benachbarten, frisch gedüngten Quartier.

Drittes Jahr: Schließlich bauen Sie auf dem jetzt nährstoffarmen Quartier Schwachzehrer wie Buschbohne, Erbse oder Speiserübe an. Wenn genug Fläche vorhanden ist, können Sie dasselbe Quartier nun nochmals mit Kompost versorgen und dann mit einer mehrjährigen Kultur wie Erdbeeren bepflanzen. Diese entfernen Sie nach 2 oder 3 Jahren, dann fügen Sie das Quartier wieder in die jährliche Fruchtfolge ein.