Fruchtfolge im Garten und Gemüsegarten anhand von Beispielen

gemuesegartenUnsere Vorfahren stellten bereits fest, dass die Ernte immer mehr zurück ging, wenn sie stets die gleiche Nutzpflanze auf dem selben Feld anbauten. Not macht erfinderisch und so probierten sie andere Möglichkeiten aus.

Indem sie auf einem Stück Land hintereinander verschiedene Pflanzenarten anbauten, bremsten sie die stattgefundene Bodenermüdung und erzielten wieder höhere Erträge. So kamen die Bauern zu der Erkenntnis, dass verschiedene Pflanzen in ihren Bodenansprüchen stark differieren. Darauf basierend, entwickelte sich im Laufe der Zeit die Dreifelderwirtschaft. Dieses

Prinzip der Fruchtfolge bildet noch heute die Grundlage für einen erfolgreichen Gemüseanbau.

Einteilung der Beete für Fruchtfolge im Garten

Zunächst bedarf es einer genauen Vorplanung. Das für den Gemüseanbau zur Verfügung stehende Land muss in einzelne Bereiche eingeteilt werden. Eigentlich handelt es sich um drei Areale, auf denen jeweils Pflanzen gemeinsam stehen, die ähnliche Bodenansprüche haben. Kommen noch Dauergemüse dazu, wie etwa Spargel, Meerrettich oder Rhabarber, muss noch ein vierter Bereich geschaffen werden. Hier können auch Kräuter stehen, die als Stauden ebenfalls immer am selben Platz bleiben. Wer auf diese Dauergemüse komplett verzichten möchte, plant eben nur drei Bereiche ein, die ungefähr gleich groß sein sollten. Diese Einteilung bleibt auch in den Folgejahren unverändert bestehen. 

Anwendung der
Fruchtfolge im Gemüsegarten


Die Gemüsesorten werden allgemein in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer eingeteilt. Bei der Praktizierung der Fruchtfolge wachsen nur noch Gemüse aus einer der genannten Sparten zusammen in einem Bereich. Die jeweiligen Parzellen müssen exakt den Bodenansprüchen der jeweiligen Gruppe angepasst sein. Das erste Stück erhält mit Hilfe von Kompost eine außerordentlich gute Düngung. Wer die Möglichkeit dazu hat, kann auch Stalldung verwenden.

Hier werden die Starkzehrer bestens auf ihre Kosten kommen. Der zweite Bereich, der noch im Folgejahr von der ausgiebigen Düngung des Vorjahres profitiert, ist für die Mittelzehrer vorgesehen. Auf dem dritten Stück stehen die Schwachzehrer, die allesamt sehr genügsam sind.  Jeweils im neuen Jahr wird gewechselt. Die Beete, auf denen die Schwachzehrer standen, erhalten nun die üppigen Düngergaben, um darauf die Starkzeher zu setzen. Auf dem Boden, der den Mittelzehrern zugeteilt war, wachsen jetzt die Schwachzeherer. Bliebt noch der erste Bereich, der im Vorjahr großzügig Dung erhielt, hier stehen nun die Mittelzehrer.

gemuesegarten7_flFruchfolge im Gemüsegarten anhand von Beispielen

Geht man nun von einem eingeteilten Gartenstück aus, werden im ersten Jahr auf den gut gedüngten Boden die Starkzehrer gepflanzt. Dies sind alle Kohlarten sowie Gurken und Tomaten. Für die zweite Tracht im Folgejahr sind die Mittelzehrer vorgesehen. Zu ihnen zählen Salate, alle Wurzelgemüse, Spinat und Paprika. Im dritten Jahr, wenn der Boden nicht mehr viel hergibt, wachsen dort die Schwachzehrer wie Erbsen und Bohnen, die die Eigenschaft besitzen, dass sie den Boden noch zusätzlich mit Stickstoff bereichern. 

Die Fruchtfolge im Gemüsegarten stellt einen wichtigen Beitrag für eine umweltbewusste Gartennutzung dar, denn chemische Mittel für besseren Ertrag oder zur Schädlingsbekämpfung werden weitgehendst überflüssig.