Fruchtwechsel im Garten einhalten

tomaten4_flDen Begriffen Fruchtfolge und Fruchtwechsel wird fälschlicherweise oftmals die gleiche Bedeutung zugeschrieben. Bei der Fruchtfolge handelt es sich um die verschiedenen Anbaukulturen im jährlichen Wechsel, wobei hier schwerpunktmäßig auf die Einteilung der Pflanzen in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer gelegt wird.

Beim Fruchtwechsel geht es einen Schritt weiter. Hier kommt die Wirkung einer Pflanze auf deren Folgekultur hinzu, und zwar unter Berücksichtigung von Schädlingen, Krankheiten und Bodenveränderungen. Pflanzen ziehen unterschiedliche Nährstoffe aus dem Boden. So enthält zum Beispiel eine Tomate außerordentlich viel Kalium, das

sie sich beim Wachsen aus dem Boden holt. Bei einem erneuten Anbau von Tomaten an der gleichen Stelle, würde dieser Mineralstoff nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Fruchtwechsel trägt somit dazu bei, dass der Boden nicht einseitig ausgelaugt wird. 

Durch Fruchtwechsel Krankheiten an Pflanzen eindämmen

Ein typisches Beispiel für Krankheiten an Kreuzblütengewächsen ist die Kohlhernie. Es handelt sich um einen einzelligen Organismus, der die Wurzeln von Kohlpflanzen schädigt. Durch unkontrolliertes Wachstum der Zellen bilden sich an den Wurzeln sogenannte Gallen. Das sind Verdickungen, die die Gefäße in den Wurzeln zerstören, so dass die Wasserversorgung zum Erliegen kommt und die betroffene Pflanze eingeht. Nach dem Auftreten der Kohlhernie sollte an dieser Stelle mehrere Jahre lang kein Kohlgemüse mehr wachsen, denn der Folgeanbau mit Kreuzblütengewächsen wäre ebenfalls wieder mit Kohlhernie befallen.

Um
dieser gefürchteten Kohlkrankheit vorzubeugen, empfiehlt es sich, niemals am gleichen Platz hintereinander Kohlgemüse anzubauen. Ähnlich sieht es mit Mehltau aus. Die Sporen überdauern im Erdreich, so dass bei den folgenden Pflanzen gleichfalls wieder Mehltau auftritt. Tomaten, Zucchini und Gurken sind Gemüsesorten, die für Mehltaubefall anfällig sind. 

Mit Fruchtwechsel im Garten Schädlinge bekämpfen

Die Möhren- und die Zwiebelfliegen sind jeweils die größten Feinde der beiden Gemüsesorten. Als Larven machen sie sich über diese Wurzelgemüse her. Den Winter überdauern sie als Puppe im Erdreich. Wird im Jahr darauf auf dem Beet das gleiche Gemüse gepflanzt, können sich die Schädlinge ungehindert ausbreiten. Außer den nützlichen Nematoden, die bei der Bekämpfung des Junikäfers und des Großmaulrüsslers eingesetzt werden, gibt es auch noch Nematodenarten, die Pflanzen schädigen.

erbsen1_flDiese Fadenwürmer, auch Wurzelgallenälchen genannt, befallen vorwiegend Wurzelgemüse wie Rettiche, Rote Rüben und Karotten. Durch diese Nematoden kommt die Wasser- und die Nährstoffaufnahme ihrer Wirtspflanze zum Erliegen. Ein Fruchtwechsel von Wurzelgemüse auf eine Gemüseart, die sich oberirdisch entwickelt, dämmt vorhandenen Nematodenbestand wirkungsvoll ein. Übrigens: Tagetes und Ringelblumen bekämpfen Nematoden sehr intensiv auf natürliche Art. 

Bodenverbesserung durch Fruchtwechsel im Garten

Leguminosen, auch Schmetterlingsblütler genannt, versorgen den Boden mit Stickstoff. Im Gemüsegarten handelt es sich um die Bohnen und Erbsen. Luzerne und Lupinen fallen ebenfalls darunter, weshalb diese gern als Gründüngung zur Bodenverbesserung eingesetzt werden. Leguminosen holen den Stickstoff aus der Luft und befördern ihn zu Knöllchenbakterien, die sich an ihren Wurzeln befinden. Der darauf folgende Anbau profitiert von dieser Stickstoffanreicherung im Boden. Einen Fruchtwechsel im Garten einhalten heißt, auf umweltgerechte Weise Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen.