Mischkulturen im Gemüsegarten anlegen


Mischkulturen im GemüsebeetBereits seit Zeiten der Sesshaftwerdung des Menschen entstand ein zentrales Problem: Wie kann eine zur Verfügung stehende begrenzte Fläche möglichst optimal zum Anbau von Nahrung genutzt werden?

Was noch bis in die Nachkriegsjahre des 20. Jahrhunderts eine oft lebenswichtige Frage war, beschäftigt heute Hobbygärtner und Selbstversorger aus anderen Beweggründen. Der Wunsch nach selbst erzeugtem Obst und Gemüse, das frei von Kunstdüngern oder Pestiziden ist, die Verwendung von Pflanzen, die nicht mittels grüner Gentechnik manipuliert wurden oder die Liebe zur Vielfalt alter

Sorten, die man nicht im Supermarkt an der Ecke kaufen kann, sind heute Gründe für das Anlegen eines Nutzgartens. Doch wie lässt sich bestehender Platz optimal nutzen? Wie die Bodenfruchtbarkeit erhalten? Wie kann man übermäßigen Schädlingsbefall vermeiden, ohne mit der chemischen Keule zuzuschlagen?

Gegenbewegungen zur Monokultur

Monokulturen, wie sie heute in den Industrienationen die Landwirtschaft dominieren – sind eine neuzeitliche Erscheinung, die auf der Massenproduktion von Düngern und Pflanzenschutzmitteln beruht, ohne die eine derartige Bewirtschaftung unmöglich wäre. Noch heute finden sich jedoch – vor allem in Subsistenzgesellschaften – Mischkulturen, die eine optimale Ausnutzung der vorhandenen Bedingungen erlauben. Inzwischen befasst sich auch die Forschung zunehmend mit der Fragestellung, weshalb Mischkulturen so gut funktionieren.

Formen von Mischkulturen

GemüsebeetUnter einer „Mischkultur“ versteht man im Allgemeinen die zeitgleiche Kultivierung verschiedener Sorten von Nutzpflanzen auf der gleichen Fläche. Inzwischen hat sich eine große Vielfalt von Methoden auf diesem Gebiet entwickelt.
  • horizontal strukturierte Mischkultur: verschiedene Pflanzenarten oder –sorten werden abwechselnd in Reihen gepflanzt (z. B.: Knoblauch und Zwiebel)
  • vertikal strukturierte Mischkultur: verschiedene Pflanzenarten oder –sorten werden auf unterschiedlichen Vegetationshöhen kultiviert (z. B. Kartoffeln mit Mais)
  • zeitlich strukturierte Mischkultur: verschiedene Pflanzenarten oder –sorten werden in zeitlicher Abfolge kultiviert (z. B. Bohnen gefolgt
    von Spinat)
Kombinationen aus den verschiedenen Anbauformen sind möglich und sinnvoll. Doch Pflanzen gedeihen nicht in jeder Nachbarschaft gut. Es gibt eine breite Palette passender Kombinationen von Nutzpflanzen, die positive wechselseitige Wirkungen haben, aber auch einige Kombinationen, die zu vermeiden sind.

Gute Kombinationen
  • Erdbeeren mit Schnittlauch, Knoblauch oder Zwiebeln
  • Gurken mit Dill, Lauch oder Kopfsalat
  • Kartoffeln mit Kohlarten, Mais oder Spinat
  • Tomaten mit Knoblauch, Kohl oder Möhren
  • Kohlarten mit Bohnen, Sellerie oder Endivien
  • Radieschen mit Erbsen, Erdbeeren oder Kohlrabi
Es handelt sich hierbei nur um eine kleine Auswahl, die speziell darauf abzielt, eine zeitgleiche horizontale Kultur mit einer vertikalen zu verbinden. Natürlich gibt es noch sehr viele weitere Kombinationsmöglichkeiten.

Schlechte Kombinationen
  • Zwiebeln mit Kohl oder Bohnen
  • Tomaten mit Kartoffeln oder Erbsen
  • Kohl mit Erdbeeren, Lauch, Knoblauch oder Zwiebeln
  • Kartoffeln mit Kürbis oder Sonnenblume
Kohl im BeetWorauf die Effekte beruhen, ist nicht immer bekannt. Häufig handelt es sich um Nährstoffkonkurrenz oder die Abgabe von Pflanzenhormonen.

Hilfreiche Begleiter

Zahlreiche Pflanzenarten, vor allem verschiedene Kräuter, eignen sich gut als Beipflanzung mit positiven Effekten.
  • Bohnenkraut als Beipflanze zu Bohnen
  • Basilikum als Beipflanze zu Tomaten oder Gurken
  • Rosmarin als Beipflanze zu Kohl oder Möhren
  • Salbei als Beipflanze zu Kohl
Beipflanzen können verschiedene Wirkungen entfalten. Sie schrecken Schädlinge der Kulturpflanze ab, können antibatkerielle oder fungizide Effekte haben und in einigen Fällen das Wachstum fördern.

Zwischenkultur und

Fruchtfolge


Zwischenkulturen füllen einerseits die zeitlichen Lücken zwischen den Hauptkulturen und helfen, Bodenstruktur und –fruchtbarkeit zu erhalten oder zu verbessern. Andererseits optimieren sie die möglichen Erträge durch eine sinnvolle Fruchtfolge. Ein Fruchtfolge-Zyklus enthält an erster Stelle Starkzehrer, die sehr nährstoffbedürftig sind (z. B. Tomaten, Kartoffeln), gefolgt von Mittelzehrern wie Zwiebeln, Möhren oder Salat und danach Schwachzehrern wie Gartenkräutern und Leguminosen. Im Anschluss folgt eine Gründüngungsphase.

Mischkulturen sind eine Wissenschaft für sich, zu der es inzwischen sehr viel gute Fachliteratur gibt, die eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglicht.

Bewährte Empfehlungen für Mischkulturen

Busch- und Stangenbohne

ein guter Partner ist: Erbse, Gurke, Kartoffel, Kohl, Kopfsalat, Lauch, Möhre, ein schlechter Partner ist:  Zwiebel

Erbse

ein guter Partner ist: Busch- und Stangenbohne, Gurke, Kartoffel, Kohl, Kopfsalat, ein schlechter Partner ist: Knoblauch, Petersilie, Tomate, Zwiebel

Gurke

ein guter Partner ist: Busch- und Stangenbohne, Erbe, Kopfsalat, Sellerie; ein schlechter Partner ist:  Kartoffeln, Tomate

Kartoffeln

ein guter Partner ist: Busch- und Stangenbohne, Dicke Bohne, Erbse, Kohl, Sellerie
ein schlechter Partner ist:Gurke, Tomate, Zuckermais, Zwiebel

Kohlarten

ein guter Partner ist: Busch- und Stangenbohnen, Erbse, Gurke, Kartoffel, Kopfsalat; ein schlechter Partner ist:   Lauch Rettich, Zucchini, Zwiebel