Koloquinte - Anbau & Anwendung der Citrullus colocynthis

Koloquinten sind Kürbisgewächse, die durch ihre besondere Form auffallenDie Koloquinte gehört zu den Kürbisgewächsen und wird schon seit langer Zeit angebaut, um ihre Früchte zu medizinischen Zwecken zu nutzen. Für den Hausgebrauch ist diese Pflanze jedoch nicht geeignet, denn der Verzehr der Früchte kann zu schweren gesundheitlichen Problemen bis hin zum Tod führen.

Die Koloquinte (Citrullus colocynthis) ist auch unter dem Namen Bitter- oder Teufelsapfel, Bittergurke oder Pomaquinte bekannt. Sie wurde im Altertum vor allem als Mittel gegen Verstopfung

eingesetzt und hat eine stark abführende Wirkung. Die Koloquinte breitet sich wie andere Kürbisarten liegend auf dem Boden aus und bildet Ranken von bis zu zwei Metern Länge, wird dabei aber nur etwa zehn Zentimeter hoch.

Ab Mai bis in den Herbst hinein bildet sie gelbe Blüten. Ihre Frucht ist weiß, grün oder gelb und erreicht einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern. Diese Früchte sind durch den hohen Gehalt an giftigen Cucurbitacinen sehr bitter.

Anbau der Koloquinte

Die Koloquinte wächst in
freier Natur an trockenen Standorten. Ihre Heimat liegt im nördlichen Teil Afrikas und in Südwestasien, inzwischen hat sie sich aber auch in andere Länder ausgebreitet, wo sie häufig an Standorten zu finden ist, die für andere Pflanzen zu schlecht geeignet sind. Die Koloquinte hat gegenüber anderen Pflanzen den Vorteil, dass sie eine dicke Wurzel bildet, mit der sie das nötige Wasser aus tieferen Schichten des Erdreichs beziehen kann. Diese Wurzel dient ihr gleichzeitig als Wasserspeicher, mit dem sie längere Trockenzeiten überleben kann.

Aufgrund dieser Eigenschaften wird die Koloquinte vor allem in warmen und trockenen Regionen wie den Ländern rund um das Mittelmeer, in Afrika und in Indien angebaut. Dort wird sie auch heute noch in der Heilkunde verwendet - hierzulande ist sie dagegen im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten. Nur in der Homöopathie findet die Koloquinte bis heute noch Verwendung und wird zur Behandlung von Durchfall und anderen Erkrankungen des Darmbereichs eingesetzt. Etwas mehr Aufmerksamkeit wurde ihr jedoch zuteil, als sie zur Heilpflanze des Jahres 2012 ernannt wurde.

Anwendung und Giftigkeit

  • In der Medizin verwendet man das Fruchtfleisch von unreifen Früchten, die bereits ihre endgültige Größe erreicht haben. Dieses Fruchtfleisch wird getrocknet und dient zur Behandlung von Verstopfung, Asthma und Bronchitis, Blutarmut, Gelbsucht, Rheuma und Geschwüren.
  • Ebenso wird das getrocknete Fruchtfleisch als Gegengift bei einem Schlangenbiss eingesetzt. Eine falsche Anwendung oder eine Überdosierung kann dagegen zu schweren Problemen mit dem Magen- und Darmtrakt, Nierenschäden oder Geschwüren führen.
  • Besonders gefährdet sind schwangere Frauen, bei denen der Verzehr der Koloquinte zu einer Fehlgeburt führen kann. Die Verwendung der Koloquinte zu medizinischen Zwecken gehört daher unbedingt in die Hände von Fachleuten!