Bunte Möhrensorten - schöne und schmackhafte Karotten

Möhren im BeetDie Möhre, auch häufig als Karotte bezeichnet, ist vielen Kindern nur als Wurzelgemüse im klassischen Orange bekannt. Dabei gibt es auch gelbe, weiße, violette und fast ganz rote Möhren, die sich im Geschmack stark unterscheiden. Auf dem Teller ist so eine bunte Möhrenmischung schon ein echter Blickfang. Im Gemüsebeet ebenso, auch wenn das herausschauende Möhrengrün sich kaum voneinander unterscheidet. Wir haben Ihnen einige schöne bunte Möhrensorten mit Geschmack herausgesucht und in gelbe, orangefarbene, rote, violette und weiße Sorten eingeteilt.


/>Gelbe Möhren

Gelbe Möhrensorten waren schon im 19. Jahrhundert viel weiter verbreitet als die bekannten orangefarbenen Vertreter ihrer Art. Manche schmecken allerdings weniger süß, dafür eignen sie sich hervorragend für herzhafte Kuchen und Eintöpfe.

Yellowstone:

  • ungewöhnlich gelbe Farbe
  • glatte Schale
  • schlanke Form
  • Länge zwischen 18 und 20 cm
  • reifen mittelfrüh bis in den Herbst, je nach Aussaatzeit
  • im frischen Zustand süßes Aroma
  • nach dem Kochen bleibt der Geschmack erhalten
  • in Sand eingeschlagen sehr lange lagerfähig
Lobbericher
  • goldgelbe Farbe
  • lang und walzenförmig
  • würzig, saftiges Fleisch
  • sehr beliebt im Eintopf
  • besitzt einen grünen Kopf, da sie leicht aus der Erde schaut
  • häufig auch als Futtermöhre im Einsatz
Orangefarbene Möhren

Möhre 'Sweet Candle' F1:
  • leuchtend orange
  • sehr süß und geschmacksintesiv
  • hoher Gehalt an Carotin
  • als Rohkost oder für Suppen geeignet
Chantenay Red Core Karotte 40:
  • ertragreichste und beliebteste orangefarbene Möhrensorte
  • orangerote Farbe
  • Länge ca. 10 cm
  • schön süß und knackig
  • für sehr frühe Aussaat geeignet
Oxheart:
  • Verschiedene Möhrensorteneine alte, weitgehend unveränderte Urform der orangenen Möhrensorten
  • Synonyme: Guerande, Duwicker oder Duwika
  • angenehm festes Fleisch
  • kräftiger Geschmack mit süßem Aroma
  • dicke, spitz zulaufende Form
  • Durchmesser maximal 5 cm
  • schmecken in jedem Zustand
  • kann auch in Lehmböden stehen
Adelaide:
  • gleichmäßiges Orange
  • Mini-Möhre
  • saftig und würzig im Geschmack
  • für den sofortigen Verzehr bestens geeignet
Dehner Möhre 'Pariser Markt 5':
  • eher kugelige Form
  • intensive orangerote Farbe
  • mäßige Kopfdüngung empfehlenswert bei handhoher Wuchshöhe
  • erntereif von Mai bis Oktober, je nach Aussaat
  • eignet sich besonders gut zum Nasskonservieren und Einfrieren
Violette Möhren

Die violetten Möhrensorten sind eine Kreuzung aus schwarzen Ur-Möhren und orangefarbenen Möhrensorten. Diese Kreuzungen wurden entwickelt, um die ernährungswissenschaftlich sehr erwünschten Eigenschaften der Ur-Möhren wieder gewinnen zu können. Innen sind sie meist orangefarben und außen erscheinen sie im dunklen Violett. Diese Sorten sind etwas saftiger und süßer als andere. Beim Kochen verlieren sie jedoch ihre Farbe. Deshalb werden sie sehr gern in Rohkost verwendet, um mit ihrer Farbe bunt gemischte Salate zu kreieren. Außerdem zeichnen sich die violetten Sorten durch einen hohen Gehalt an Anthocyan aus. Ein wertvoller sekundärer Pflanzenfarbstoff, der sich auch in dunklen Früchten wie Johannisbeeren, Kirschen und Blaubeeren wiederfindet. Ebenso reich sind sie an Betacarotin. Und zwar enthalten sie bis zu 40 % mehr Betacarotin als andere Möhrensorten.

Purple Haze (ausgesprochen Pörpl Häiz, das soviel wie purpurroter Dunst bedeutet):

  • außen violett und innen orange
  • süßes bis fruchtiges Aroma
  • sehr schön für Rohkost
  • lange, schlanke Form
  • glatte Schale
  • Länge ca. 18 bis 25
    cm
  • mittelfrühe Reife
  • Erntezeit von Ende Juli bis Spätfrost
Möhre Deep Purple F1:
  • durchgängig tiefviolette Farbe
  • Entwicklungszeit 150 Tage
  • sehr schön für Säfte oder Möhrenchips
  • weniger zum Kochen geeignet
  • nicht zu früh aussäen, neigt zu Schossern
Rote Möhren

Atomic red:

  • schöne rote Farbe
  • knackiges, festes Fleisch
  • süßes, schmackhaftes Aroma
  • für die frühe Aussaat von März bis Juli
  • in Sand eingeschlagen sehr lange lagerfähig
Cosmic purple
  • dunkelrot mit orangefarbenem Fruchtfleisch
  • schnellwüchsig
  • Neuzüchtung
  • konische Form
  • sehr süß im Geschmack
  • Länge ca. 17

    bis 18 cm
  • Reifezeit zwischen 60 und 65 Tage
  • gut für frühe Aussaat geeignet
Weiße Möhren

Crème de Lite:
  • mittelfrüher Hybrid
  • schlanke Form
  • glatte Schale
  • Länge zwischen 18 und 20 cm
  • roh und gekocht sehr gut verwertbar
  • sehr aromatischer Geschmack
  • widerstandsfähiges Laub gegen Schimmelpilz Alternaria
  • tolerant gegen Möhrenfliege
  • nicht auf frisch gedüngte Böden säen
  • sehr lange lagerfähig
  •    Erntezeit Juni bis Oktober
Möhrenanbau und Pflege

MöhrenernteDer Anbau von Möhren ist gar nicht schwer, wenn einige Regeln dabei beachtet werden. Etwas Geduld ist ebenso notwendig, da sie nur sehr langsam keimen und wachsen.

Fruchtfolge

Die Möhre gehört zur Familie der Doldenblütler. Diese benötigen eine Anbaupause von mindestens vier Jahren auf einem Beet. Das bedeutet auch, dass Doldenblütler sowohl für die Vorkultur als auch für die Nachkultur nicht für Möhren geeignet sind. Wenn Sie beim Möhrenanbau diesen Umstand berücksichtigen, können Sie Pilzkrankheiten und Nematoden vorbeugen.

Standort

Möhren lieben einen sonnigen Standort in einem Beet oder Hochbeet. Ein kleines Lüftchen darf ruhig wehen, da sich dann die unerwünschte Möhrenfliege nicht gern niederlässt.

Boden

Der Boden sollte für Möhren locker, humos und dennoch etwas sandig, tiefgründig und schön leicht sein, damit ihre langen Pfahlwurzeln in die Tiefe wachsen und reifen können. Lockern Sie den Boden vor der Aussaat stets gut auf, damit sich die Wurzeln nicht an der Spitze verzweigen.

Tipp: Ein lockerer Boden ist ebenso wichtig für den Wasserablauf. Die Möhren würden sonst faulen, wenn Sie im Wasser stehen. Lockern Sie den Boden am besten 10 Tage vor der Aussaat ca. 20 cm tief auf!

Möhren in Mischkultur

Möhren wachsen besonders gut mit folgenden Nachbarn:
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Lauch
  • Schnittlauch
  • Erbsen
  • Tomaten
  • Radieschen
  • Rettich
Zwiebeln und anderes Lauchgemüse hält zum Beispiel die Möhrenfliege fern.

Aussaat

Die Aussaat der Möhren erfolgt direkt ins Freiland ab Ende März, wenn die meisten Böden gut abgetrocknet sind. Frühere Möhrensorten auch schon Ende Februar. Dafür ziehen Sie am besten eine tiefe Rinne, in den Sie den Samen nicht zu dicht einsäen. Bei mehreren Reihen sollte der Abstand zueinander nicht kleiner als 15 cm sein. Anschließend bedecken Sie den Samen leicht mit Erde und drücken diese gut an. Halten Sie die nächsten Wochen die Erde gut feucht.

Markierungssaat:

Erfahrene Hobbygärtner mischen etwas Samen von Kresse oder Radieschen unter das Möhrensaatgut. Damit wollen sie die Möhrenreihen "markieren", denn die Samen von Radieschen oder Kresse keimen früher als die Möhren und zeigen damit an, wo die Möhren ausgesät sind. Das erleichtert Ihnen das Unkrauthacken zwischen den Reihen. So können Sie nicht versehentlich die keimenden Möhrensamen wieder heraushacken. Bevor die Möhren richtig wachsen, können Sie Radieschen und Kresse ernten.

Möhren vereinzeln:

Damit jede Möhrenpflanze ihre Wurzel richtig ausbilden kann, werden die Pflanzen vereinzelt, dort wo es notwendig erscheint. Zuerst werden die schwächsten Pflanzen herausgezogen, dann die restlichen, die überzählig sind. Es sollte zum Schluss ein Mindestabstand von 4 cm zwischen jeder einzelnen Pflanze vorhanden sein.

Tipp: Mit einem Saatband erleichtern Sie sich die Aussaat und sparen sich das Vereinzeln. Denn im Saatband ist das Saatgut im richtigen Abstand zueinander eingearbeitet. Allerdings könnte es möglich sein, dass einzelne Samen nicht keimen. Dann entstehen Lücken, die Sie aber mit Knoblauch oder Zwiebeln schließen können.


Düngen und Gießen

Meist wird vor der Aussaat Kompost in das Gemüsebeet eingearbeitet. Ist dies nicht erfolgt, kann während des Wachstums Hornspäne oder etwas Kompost zwischen die Reihen eingehackt werden. Halten Sie den Boden stets feucht. Vermeiden Sie jedoch Staunässe!

Tipp: Falls die Möhren mit ihren Köpfen aus der Erde schauen, häufeln sie einfach etwas Erde an. Damit verhindern Sie, dass die Köpfe durch die Lichteinwirkung Chlorophyll einlagern und eine grüne Farbe annehmen.

Ernte

Frühe Möhrensorten sind schon nach ca. 7 Wochen nach ihrer Aussaat erntereif. Die Haupternte erfolgt jedoch erst nach 10 bis 12 Wochen. Graben Sie die Möhren bei der Ernte nicht direkt mit einem Spaten oder einer Grabegabel aus, sondern lockern Sie nur den Boden seitlich auf, um anschließend die Möhren herauszuziehen. Würden Sie die Wurzeln direkt ausgraben, kann es passieren, dass Sie die Möhren mit dem Spaten abschneiden oder mit der Grabegabel durchlöchern, je nach Durchmesser der Möhren und Zinken der Gabel.

Schädlinge und Krankheiten

Sofern Sie beim Möhrenanbau Standort, Fruchtfolge und Bewässerung sowie die richtige Sortenauswahl beachten, sollte es eigentlich keine Probleme mit Schädlingen wie der Möhrenfliege geben. Mehltau oder Blattläuse können auch, aber nur gelegentlich auftreten.

Fazit

Die Möhrenvielfalt hinsichtlich der Farbe und Form ist recht groß, sodass die Auswahl wahrscheinlich gar nicht so einfach fällt. Der Anbau der Möhren scheint nicht sehr schwer zu sein, wenn die Regeln der Fruchtfolge beachtet werden. In Mischkultur gedeihen die Möhren besonders gut, da sich die Pflanzen gegenseitig unterstützen, wie zum Beispiel die Zwiebel, die die lästige Möhrenfliege von den Karotten fernhält.