Tipps zur Tomaten-Aussaat - Erde und Termine

saen2 flTomaten essen alle gerne, nicht nur Kinder mit ihrer Vorliebe für Tomatensauce und Ketchup. Die Erwachsenen stellen allerdings mehr Ansprüche an die Tomaten: Sie sollen nach Tomate schmecken, und nicht nach gefärbtem Wasser.

Solche Tomaten im Handel zu finden, ist nach wie vor schwierig. Deshalb gehen immer mehr Freizeitgärtner dazu über, sich ihre Tomaten selbst anzubauen. Ein durchaus lohnendes Unterfangen, wenn Sie die richtigen Termine für die Tomaten-Aussaat beachten und die richtige Erde verwenden:

Die richtige Erde für

Ihre Tomaten


Wenn Sie Tomaten aus Samen anziehen, gibt es eine große Diskussion, ob man für diese Anzucht spezielle Anzuchterde oder einfache Gartenerde verwenden sollte.

Für die Anzuchterde sprechen folgende Argumente:
  • Sie enthält keinen Dünger, der die feinen Wurzeln der Sämlinge verbrennen könnte.
  • Sie ist ziemlich frei von Keimen, was die Gefahr einer Schimmelbildung im Anzuchtgefäß verringern soll.
  • In der nährstoffarmen Anzuchterde müssen sich die Keimlinge mehr anstrengen, um an Nährstoffe zu gelangen, dadurch sollen sich mehr und kräftigere Wurzeln bilden.
Gegen die Anzuchterde spricht ihr meist sehr hoher Preis, Anzuchterde lässt sich aber auch günstiger selbst herstellen.

Diese für die Anzuchterde sprechenden Argumente gelten auch noch für andere Pflanzsubstanzen, z. B. für Perlit oder Kokoshum. Perlit und Kokoshum haben noch weitere Vorteile: Die Anzucht in Perlit ist sehr sauber, das Substrat kann jede Saison wieder verwendet werden. Beide Substrate lassen eigentlich keine Pilzbildung zu und die Wurzeln der jungen Pflanzen lassen sich leicht entnehmen, ohne beim Pikieren Wurzelschädigungen zu verursachen. Es gibt allerdings Tomatenzüchter, die berichten, dass die Samen in einem zu leichten und lockeren Substrat Probleme hatten, die Samenhüllen abzustreifen.

Deshalb wird auch die Verwendung ganz normaler Gartenerde oder sogar von Kompost schon für die Anzucht empfohlen:
  • Das ist die Erde, in denen Tomaten nun einmal später wachsen, es gäbe keinen Grund, warum die Samen nicht mit dieser Erde klarkommen sollten. Es gäbe aber viele Gründe, warum man keine künstlich steril gemachte Anzuchterde verwenden solle, die das Gleichgewicht der Bodenorganismen stören könne.
  • Wenn der Keimling die im Samen vorhandenen Nährstoffe verbraucht
    hat, kann er auf die Nährstoffe im Boden zurückgreifen, während bei Verwendung von Anzuchterde zwischendurch gedüngt werden muss, wobei die richtige Dosierung sehr schwierig zu finden ist.
  • Auch in normaler Gartenerde würden Tomaten kräftige Wurzeln ausbilden, man müsse nur wissen, wie man sie dazu bringt. Wenn die Tomaten z. B. recht kühl gehalten werden und auch mit Wasser nicht verwöhnt würden, würden sie sich mächtig anstrengen müssen und prächtige Wurzeln entwickeln.
  • Wenn die Tomaten in preiswerter Erde ausgesät werden, kann der Tomatenzüchter es sich einfach machen und die Samen gleich in größere Töpfe setzen, in denen die Tomaten bleiben, bis sie ins Freie gepflanzt werden.
  • Die Verwendung von Erde oder Kompost macht es möglich, die Tomaten ausschließlich mit organischem Dünger aufzuziehen, ohne synthetische Düngung (nicht zuletzt eine Geschmacksfrage).
  • Eine Tomaten-Aussaat in normaler Erde sei also für Freizeitgärtner mit dem nötigen Fachwissen ohne weiteres möglich und auch vorzuziehen, da der gesamte Garten von Pflanzen profitiere, die ohne künstlich veränderte Erde und ohne Kunstdünger kultiviert werden.
Termine für die Anzucht

Wenn Sie Ihre Tomaten im geheizten Gewächshaus oder zur Vorkultur auf der

Fensterbank aussähen, sollten Sie das frühestens Ende Februar tun. Im ungeheizten Gewächshaus kann der Samen Mitte März in die Erde, eine direkte Aussaat ins Gartenbeet sollte nicht vor Ende März erfolgen. Denn vor diesen Terminen ausgesäte Tomaten leiden später häufig unter Lichtmangel, dann bilden lange und leicht abbrechende Stängel mit winzigen und sehr hellen Blättern (die Tomaten “vergeilen”). Sie werden kräftige und kompakte Jungpflanzen mit rechtzeitigem Blütenansatz heranziehen, wenn der Standort hell genug ist und wenn Sie die winzigen Tomaten immer wieder ins Freie stellen, sobald es warme Stunden während des Tages gibt. Bis die Tomaten im Garten sind, werden sie nur zurückhaltend gedüngt, mit wenig Stickstoff.

Tomaten ins Freiland setzen

tomaten3 flWenn Ihre wie auch immer aufgezogenen Jungpflanzen so weit sind, werden sie im Freiland in einen humosen und durchlässigen Lehmboden gesetzt, der kräftig gedüngt wurde. Dazu sollten die Tomaten wie oben beschrieben schon Blüten angesetzt haben, auf jeden Fall sollte das Auspflanzen erst nach den Eisheiligen erfolgen.

Dieser Boden sollte recht kalkhaltig und feucht, aber locker sein, der Standort sollte den Tomaten viel Sonne bieten, sie aber nicht der glühenden Hitze aussetzen. Tomaten stecken ihre Wurzeln bis über einen Meter tief in die Erde, sie sollte also schon mindestens zwei Spaten tief gelockert worden sein. Sie können das Wachstum Ihrer Tomaten unterstützen, wenn Sie beim Pflanzen einige Brennnesseln unter die Wurzeln legen. Der obere Teil der Tomate sollte sehr vorsichtig hochgebogen und angebunden werden.

Wenn Sie im Frühsommer die Tomaten etwa 10 cm hoch anhäufeln, bilden sie weitere Wurzeln und können so mehr Nährstoffe aufnehmen. Bei veredelten Tomaten wird das mit Erde gemacht, natürlich wachsende Tomaten können mit einer dicken Mulchschicht angehäufelt werden.

Die Starkzehrer brauchen weiterhin jede Menge Nährstoffe, sie werden also nach Beginn der Blüte und nach dem Fruchtansatz jeweils stärker gedüngt. Wie die optimale Düngung der Tomaten aussieht, ist ein weiteres Thema, um das es viele Diskussionen gibt.