Tomatenpflanzen richtig ausgeizen

Tomaten mit vielen FrüchtenZur Pflege von Tomaten gehört unbedingt das Ausgeizen von unerwünschten Trieben, die sich zwischen Stamm und Blattstielen bilden. Man verhindert dadurch das unkontrollierte Wachstum der Pflanzen und verbessert den Ernteertrag. Außerdem wird verhindert, dass sich die Pflanze zu stark verzweigt und dann irgendwann unter der Last der Früchte auseinander bricht. Hat die Tomatenpflanze ihre geplante Größe erreicht, wird durch das Ausgeizen gesichert, dass die gesamte Energie der Pflanze nicht mehr in den Wuchs, sondern ausschließlich für die Fruchtbildung verwendet wird. Die Geiztriebe müssen regelmäßig

ausgebrochen werden, am besten alle drei bis fünf Tage.

Vorteile des Ausgeizens

Werden die Tomaten ausgegeizt, zwingt man sie quasi dazu, sich auf einen Haupttrieb zu konzentrieren. Dieser wird von der Pflanze optimal versorgt. Ansonsten würde die Kraft in Dutzende Triebe gehen, müsste aufgeteilt werden und die Pflanze würde nur kümmerlich gedeihen, weil die Kraft nicht ausreicht.  An ausgegeizten Tomatenpflanzen wachsen größere Früchte heran und die Ernte fällt reichlich aus.

Nachteile des Ausgeizens

Tomaten ausgeizenFleißige Gärtner, die ihre Tomaten ausgeizen, dürfen sich meist über eine reichliche Ernte freuen. Allerdings hat das Ausgeizen nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Das Ausgeizen macht eine Menge Arbeit, vor allem, wenn man viele Tomatenpflanzen besitzt. Außerdem brauchen die einzelnen Pflanzen beim Wachsen in die Höhe eine Kletterhilfe. Man muss
sie an einer Stütze, meist einem Stab befestigen.

Gärtner bemängeln, dass die Tomaten zu einem unnatürlichen Wuchs gezwungen werden. Ihre Entwicklung wird behindert. Ihre Triebe sind eigentlich für Breitenwachstum ausgelegt, nicht für Höhenwachstum. Man merkt das auch daran, dass die Pflanze ohne Stütze nicht existieren kann. Der Haupttrieb muss gestützt werden.

Alternative zum Ausgeizen

Buschtomaten sind eine passende Alternative und müssen nicht ausgegeizt werden. Sie bilden keinen klaren Hauptstamm aus, sondern viele Triebe, an deren Ende sie jeweils eine Rispe mit Früchten entwickeln. Auch sie sind ertragreich und machen deutlich weniger Arbeit.

Tipps
  • Stabtomaten fruchten am besten, wenn sie eintriebig gezogen werden. Je früher man die Seitentriebe entfernt, desto besser wächst die Pflanze.
  • Außerhalb bleiben dann die Wunden klein und verheilen besser.
  • Des Weiteren ist es günstig, bei großfrüchtigen Tomatensorten nicht alle Früchte ausreifen zu lassen.
  • Man entfernt die jüngsten an der Spitze des Blütenstandes schon bei Erbsengröße oder noch besser bei der Blüte.
  • Zwei bis drei Früchte pro Trieb reichen aus.
Warum ausgeizen?

Die unerwünschten Triebe entwickeln sich neben dem eigentlichen Haupttrieb und stehen in Konkurrenz zu diesem. Sie müssen regelmäßig entfernt werden, weil sie der Pflanze zu viel Kraft kosten. Am besten geschieht das während der Zeit, in welcher die Geiztriebe zwischen drei und fünf Zentimeter lang sind. Man verwendet zum Ausgeizen die Finger und kein Werkzeug. Durch Werkzeuge können Viruserkrankungen übertragen werden. Man bricht den Trieb einfach mit den Fingern aus. Das ist ganz einfach. Man muss darauf achten, dass der Trieb kurz in der Achsel ausgebrochen wird. Die Pflanze darf dabei natürlich nicht beschädigt werden. Der Geiztrieb wird mit Daumen und Zeigefinger gegriffen und im engen Winkel seitlich mit einem kurzen Ruck weg gebogen. In der Regel bricht der Trieb unmittelbar in der Achsel ab.

Die

Geiztriebe können zur vegetativen Vermehrung genutzt werden. Wenn man sie in ein Wasserglas stellt, bewurzeln sie recht schnell. Man kann sie einpflanzen und sie bilden eine eigene Tomatenpflanze und fruchten ebenfalls in diesem Jahr. Wenn diese Art der Vermehrung geplant ist, lässt man die Geiztriebe etwas länger an der Pflanze, damit sie schon etwas größer sind.