Tomatensamen einweichen und aussäen - Tomaten ziehen

Die deutschen Freizeitgärtner sind im Tomatenfieber. Seit in vielen Gärten und auf vielen Balkonen ausprobiert wurde, wie gut selbst angebaute Tomaten schmecken, werden immer mehr Tomaten gezogen.

samen1-maUnd immer seltenere Tomatensorten, denn die Tomate ist nun einmal eine Gemüsepflanze, von der es sehr viele Sorten gibt, Sie haben die Auswahl aus deutlich mehr als 2.500 Tomatensorten. Deshalb haben es die leidenschaftlichen Tomatenzüchter nicht selten mit Samen zu tun, von denen sie nur wenige einzelne Exemplare besitzen, die ein anderer Züchter unter

vielen Freunden aufgeteilt hat oder die er aus einer seltenen Tomate herauswaschen konnte. Diese Tomatensamen sollen natürlich so angezogen werden, dass Sie auf jeden Fall angehen. Was ist zu beachten beim Tomaten ziehen?

Tomatensamen einweichen

Ob Tomatensamen eingeweicht werden sollten, ist umstritten. Wenn Sie uralte Samen dazu bringen möchten, doch eventuell noch zu keimen, kann das durchaus sinnvoll sein. Wenn Sie z. B. von einem Sammler seltener Tomatensorten einen Samen ergattern konnten, den Sie wahrscheinlich nur deshalb bekommen haben, weil er diesen Samen eigentlich schon zu lange herumliegen hat. Dann kann das Einweichen in Wasser noch einmal “etwas Leben in den Samen bringen”, der sonst ab etwa fünf Jahren Aufbewahrungszeit nur noch wenig Intentionen zum Keimen zeigen wird.

Frische Samen sollten nach Meinung der meisten Tomatenzüchter eher nicht in Wasser eingeweicht werden. Der Samen ist nun einmal von der Natur darauf programmiert, in Erde zu keimen, wenn er ein unerwartetes Dauerbad in Wasser erleiden muss, könnte ihn das eher irritieren. Ähnlich ist es mit dem Einweichen in Kamillentee, durch die Kamille soll eine gewisse Desinfektion erfolgen, die aber auch Bodenorganismen schaden könnte, die die Tomatenpflanze für ihre Entwicklung braucht.

Tomatensamen aussäen

Der erfahrene Tomatenzüchter gibt die Tomatensamen in der Regel einfach in die Erde, wobei zuerst die Frage entschieden werden muss, welche Erde er für die Tomaten-Samen verwenden möchte. Hier gibt es eine lebhafte Diskussion darüber, ob eher
href="gartenpflege/bodenpflege/anzuchterde.html">Anzuchterde oder eher ganz normale Erde empfehlenswert ist, manche Tomatenzüchter ziehen ihre Tomatensamen sogar direkt in Kompost groß.

Sie müssten sich also ein Bild machen und dann entscheiden, welche Argumente für den Einsatz welcher Erde Sie am meisten überzeugen. Wenn es sich um seltene Samen aus fremden Ländern handelt, wäre noch der Gesichtspunkt zu berücksichtigen, dass die Tomatenpflanzen es dort mit einer ganz anderen Zusammensetzung der Erde zu tun hatten. Wenn sich auch die Bodenorganismen in der Erde erheblich unterscheiden, könnte das ein Argument für die Verwendung möglichst keimfreier Anzuchterde sein.

Bei “normalen” Tomatensamen ist wahrscheinlich der Aussaattermin wichtiger als die verwendete Erde, bei einer Aussaat im warmen Gewächshaus oder zur Vorkultur auf der Fensterbank dürfen die Samen frühestens Ende Februar in die Erde, im kalten Gewächshaus erst Mitte März und bei Aussaat ins Freie erst Ende März. Sonst würden die Tomatenpflanzen während des Aufwachsens unter Lichtmangel leiden und vergeilen, also lange, dünne Stängel mit kleinen hellgrünen Blättern ausbilden.

Den normalen Weg - Aussaatschale, später Pikieren - kennen Sie sicher, bequemer ist es, wenn Sie die Samenkörner gleich einzeln in kleine Töpfe setzen, die dann mit Klarsichtfolie abgedeckt werden. Zum Keimen brauchen

die Samen noch kein Licht, sie werden also etwa einen halben Zentimeter mit Erde bedeckt, dann gründlich angegossen und gleichmäßig feucht gehalten. Die Folie muss jeden Tag kurz angehoben werden, damit ein Luftaustausch stattfinden kann. Wenn die Samen bei einer Temperatur zwischen 18 und 25 Grad gehalten werden, sollten sich in ca. 10 Tagen die ersten Keimblätter zeigen.

tomatenpflanze flWeitere Faktoren, um prächtige Tomaten zu ziehen
  • Wenn Sie das geschafft haben, werden Sie noch einige Aktivitäten entfalten müssen, damit Ihre Tomaten ein möglichst gesundes und kräftiges Wachstum ausbilden: Die Jungpflanzen werden durch eine Spezialbehandlung zum Blütenansatz angeregt, bis sie mit ca. 30 cm nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Gartenbeet gesetzt werden.
  • Natürlich in die richtig vorbereitete Erde im richtig vorbereiteten Beet - ab etwa einer Woche nach dem Auspflanzen braucht der Starkzehrer laufend Dünger, eine Wissenschaft für sich. Dann müssen die kleinen Pflänzchen ausgegeizt werden, und auch das richtige Gießen der Tomatenpflanzen ist entscheidend für eine gute Qualität der Früchte. Diese Früchte können in Ruhe wachsen, wenn die Tomatenpflanzen rechtzeitig und fachmännisch aufgebunden werden. Die Art des Aufbindens und die Art des Ausgeizens hat direkten Einfluss auf Anzahl und Größe der Früchte.
  • Danach müssen Sie sich nur noch um die Abwehr von Pilzen und Schädlingen kümmern und vielleicht helfend eingreifen, wenn die Tomaten nicht reifen wollen, für beides gibt es bestimmte gut wirkende gärtnerische Tricks. Viele weitere Tricks gibt es übrigens auch für die richtige Erntezeit der Tomaten und für eine nachreifende Lagerung.